Ich gebe zu, da bin ich unsachlich. Aber die Käs-mann nervt mich. Keine Gazette ohne ihren Käse, kein Buchladen ohne einen Titel von ihr, kein Problem kann klein genug sein – sie meldet sich zu Wort. Und nun das noch:

Sie wurde uns als „Botschafterin“ für das Luther-Jahr 2017 angedient. Die Umstände ihrer „Botschafter-Beglaubigung“ sowie der entsprechenden „Akkreditierung“ verstecken sich in Weihrauchschwaden. Da dürfen wir uns wohl auf einiges gefaßt machen. Ihre Exzellenz – so lautet die korrekte Anrede von Botschaftern – hält Hof und die Kirche außer Atem: Im Vorgriff auf die nächsten fünf Jahre käßmännischer Residenz verkündet sie uns bereits jetzt ihre zentrale Botschaft für 2017: Es sei die Devise, „daß der christliche Glaube keine Moralinstanz (sei), sondern Freiheit zur Einmischung“. Eine neuartige Interpretation der Rolle der Kirche – statt „Moralinstanz“ also „Freiheit zur Einmischung“!

Diese Alternative ist schon deshalb schief, weil Moralinstanzen (also auch Kirchen) geradezu zu „Einmischungen“ verpflichtet sind. Was sonst! Auch der Ausdruck „Einmischung“ als einer zentralen Wesensbestimmung des Glaubens gehört auf den Prüfstein. Sie läßt  (absichtlich?) offen, ob das vielleicht auch die kirchliche Einmischung in die Politik umfassen soll. Kirche hat – zumindest nach Auffassung Konservativer – eine andere zentrale Aufgabe: In der Mitte der Kirche steht der Glaube – als Werk von Gottes „Einmischung“ in die Widersprüche und Probleme einer sündigen Welt. Es ist – sollte sein! – die Rechtfertigung des gottlosen Menschen durch den gekreuzigten Gott. Das (!) wäre einer „zentralen Botschaft“ für das Luther-Jahr würdig!

Von conservo

Conservo-Redaktion