Osterwetter: Der Schatten der Sonne wird kürzer, der von Paris immer finsterer

Dr. Wolfgang Thüne
Dr. Wolfgang Thüne

Von Wolfgang Thüne*)

Am 20. März überschritt die Sonne den Äquator. Damit begann auf der nördlichen Hemisphäre der Frühling. Auf der Südhalbkugel endete der Sommer und begann der Herbst. Der Name Frühling ist astronomischer Natur und bezeichnet die Zeitspanne, bis zu der die Sonne am 20. Juni den nördlichen Wendekreis erreicht hat. Die jährlich wiederkehrenden vier Jahreszeiten –Frühling, Sommer, Herbst, Winter- sind rein astronomischer Natur und haben nichts mit dem tatsächlichen oder dem wünschenswerten Wetter zu tun. Mit zunehmender Sonnenhöhe werden die Tage länger, die Nächte kürzer. Je höher die Sonne am Himmel steht desto so kürzer wird unser Schatten. Dies führt dazu, dass die Sonnenenergie auf eine kleinere Fläche fällt und diese daher stärker erwärmt kann. Dieser wechselnde Einfluss des Sonnenstandes spiegelt sich im Jahresgang der Temperatur wie der Tageslänge wieder.

Mögen aus die kurzfristig variierenden Großwetterlagen den astronomisch möglichen Temperaturanstieg kaschieren, so gilt dennoch die Regel, dass mit zunehmender Sonnenhöhe und zunehmender Tageslänge die Temperaturkurve von einem Minimum im Januar bis zu einem Maximum im Juli ansteigt. Sonnenhöhe wie Tageslange stehen in direkter Beziehung. Niemand hat je daran gezweifelt. Im Zuge der Erderwärmungshysterie passieren aber tolle Stilblüten. Als im Zuge der Datenverarbeitung es möglich war, für die einzelnen Jahreszeiten deren Mitteltemperaturen zu berechnen, nutzten die Wetterdienste die Chance nicht. Sie blieben dabei: am 1. März ist der meteorologische Frühlingsanfang. Man weckte Frühlingsgefühle, auch wenn man sie brutal vergewaltigte. On der ZDF-Heute-Sendung vom 13. März 2015 sagte die Meteorologin Katja Horneffer einen kalten Ostwind, Schnee und Regen bei Temperaturen von -6 bis +2°C voraus, verstieg sich aber zu der lächerlichen Behauptung, dass man einen „Hauch von Frühling“ verspüre.

Es ist einem Wissenschaftsskandal, dass auch das Wetter zunehmend politisch instrumentalisiert und in den Dienst an der Klimareligion hineingezogen wird. Mit dem Wechsel von Tag und Nacht wurde der Rhythmus des Lebens festgelegt. Er gibt den Takt vor, der Aktivität und Stoffwechsel vieler Lebewesen bestimmt. Kommt es zu einer Störung, wie am 20. März mit der “Sonnenfinsternis“, so reagiert sofort die Natur. Verdeckt der Mond die Sonne vollständig, sinkt in seinem Schatten die Lufttemperatur merklich. Da die Bedeckung maximal 84 % betrug, war der Einfluss diesmal nur gering und wurde unterschlagen, denn die „Klimaphysik“ hat den Einfluss der Sonne auf die Lufttemperaturen so in den Hintergrund geschoben, dass er tunlichst vergessen werden sollte.

Eine Naturwissenschaft, die sich nicht mit der Realität befasst und im Abstrakten agiert ohne Bezug zur Natur, ist keine Naturwissenschaft, sondern Ideologie. Wer den übermächtigen Einfluss der Sonne als Energiequelle allen Lebens ignoriert und das künftige Klimageschehen einzig von dem Spurenstoff CO2 abhängig macht, hat den Rubikon von der Physik zur Metaphysik überschritten.

Klimafolgenforschung ist Konjunktivforschung

Die klassische Klimatologie hatte sich zum Ziel gesetzt, anhand von Wetterdaten das mittlere Wettergeschehen auf der Erde in Klimazonen zu systematisieren und im Rahmen der Geographie der Erdbeschreibung zu dienen. Der Klimatologe Karl Knoch (1883-1972) bezeichnete die Klimatologie als „angewandte Meteorologie“.

Das Klima ist von Anfang an ein Abstraktum, ein theoretisches Konstrukt, das aus der statistischen Bearbeitung von Wetterdaten resultiert. 1921 hatte er zusammen mit Hellman, Henze und von Elsner einen Klima-Atlas für Deutschland veröffentlicht. Dies geht natürlich nicht ohne eine tragfähige Wetterdatenbasis und ein entsprechend dichtes Stationsnetz. So war und ist auch die international gültige Definition von „Klima“ als „mittlerer Wetterzustand“ für einen Ort über eine bestimmte 30-jährige Periode. Auf diese Definition einigte man sich 1935 in Warschau. Die Wetterdienste der Welt deklarierten die Zeitspanne 1901-1930 zur „Klimanormalperiode“. Aber Abstrakta bleiben es nicht lange und gewinnen Gestalt. Und solch eine Gestalt entwickelt ein Eigenleben. Spekulative Gemüter beginnen, das Verhalten abstrakter Geschöpfe zu untersuchen, ihnen Tugenden und Untugenden zuzuschreiben. Daraus erwuchs die spekulative Frage, ob nicht der Mensch direkt das Klima beeinflussen könne.

Ist einmal die wissenschaftliche Phantasie in Gang gesetzt, dann entwickelt diese ein Eigenleben und wird von politischem Interesse. Die Anfänge dieser Entwicklung lassen sich nur vage rekonstruieren. Ein starkes Datum ist das Internationale Geophysikalische Jahr 1957. Zumindest begannen in diesem Jahr auf dem Vulkan Mauna Loa in Hawaii die ersten CO2-Messungen, in deren Folge die Sonne „entthront“ und der CO2-Gehalt der Luft zum Steuerungsinstrument des Weltklima auserkoren wurde. Doch aus unserem Alltagsleben ist die Sonne nicht verschwunden. Wir feiern die Winter- wie auch die Sommersonnenwende, planen unseren Urlaub nach der Sonne, freuen uns über die Sonne an den Wochenende und recken ihr unsere blassen Gesichter im Frühjahr entgegen, um die Wärme der Sonne genießen zu können. Kein Mensch käme auf die Schnapsidee, in einen CO2-See im Weinkeller zu tauchen und ein warmes Bad zu nehmen.

Mit geballter wissenschaftlicher und politischer Macht gelang das schier Unmögliche. Ohne jeglichen wissenschaftlichen Beweis wurde die „Existenz eines natürlichen Treibhauseffektes“ von 33 Grad international zum Dogma erhoben und außer Diskussion gestellt. Die gesamte UN-Klimapolitik beruht auf einem Glaubenswert. Strenger Hüter der Einhaltung dieses Dogmas ist der Weltklimarat IPCC.

Wir werden also noch länger mit Konjunktivprognosen leben müssen, wobei sich die Tendenz abzeichnet, dass die Horrorprognosen immer weniger Entrüstung erzeugen, eher ermüdend langweilig wirken. „Der Klima-Konjunktiv nutzt sich ab“, stellte Michael Miersch im FOCUS 49/2014 fest!

Wie wird das Wetter zu Ostern?

Dreht sich normalerweise alles um das „Klima“, so behauptet vor Feiertagen immer noch das Interesse am Wetter die Oberhand. Auch da geht manche Prognose in Spekulation über, wenn zu früh das Rätsel gelöst werden soll. Heute, am 31. März 2015, titelt die Allgemeine Zeitung Mainz: „Mit den Stürmen kommt die Kälte nach Deutschland! Schnee, Graupel, Regen und Sturm – die Karwoche wird in Deutschland ungemütlich. Bis zum Wochenende werde es kalt und stürmisch bleiben mit heftigen Schnee- und Graupelschauern bis ins Flachland“, sagte Meteorologe Adrian Leyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Ob dieses widerborstige Verhalten mit dem Klima abgestimmt ist? Noch am 19. Januar 2015 hatte der Deutsche Wetterdienst in der Siegener Zeitung dem Wetter eine gute Verhaltensnote ausgestellt. „Wetter stellt neuen Rekord auf“. Da muss das Klima doch gejubelt haben: „Erstmals seit Beginn regelmäßiger Messungen 1881 habe die Durchschnittstemperatur über 10 Grad gelegen.“ „Bis auf den August seien alle Monate des Jahres wärmer ausgefallen als das vieljährige Mittel der Vergleichsperiode 1961 bis 1990.“ Da stellt sich zuerst die Frage: Wie kommen die Durchschnittswerte vor 1881 zustande, wo es keine regelmäßigen Messungen gab? Und warum ändert man bei den Monatswerten plötzlich die Vergleichsperiode und reduziert sie auf 1961 bis 1990?

Eigentlich sind diese Fragen wurscht, denn wer kann eine Jahresmitteltemperatur von Deutschland spüren und überprüfen? Wir können ohnehin immer nur den realen Zustand der Atmosphäre spüren, den Tagesgang der Temperatur und nicht die am Ende des Tages berechnete Mitteltemperatur. Zur Ostervorhersage lässt sich eines vorab sagen. In dieser Stringenz und Konsequenz gilt sie mit Sicherheit nicht für ganz Deutschland. Lokal und regional wird das Wetter als weitaus angenehmer empfunden werden als die DWD-Vorhersage suggeriert.

Wo Sie sich auch immer aufhalten werden, ich wünsche Ihnen, dass Sie stets so gekleidet sind, um dem Wetter standzuhalten und seine Frische zu genießen. Jammern hilft ohnehin nicht, denn wir mögen zwar mit dem Klima spielen können, aber der Realität Wetter müssen wir uns beugen.

In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes Osterfest

Ihr Wolfgang Thüne

*) Wolfgang Thüne (www.derwettermann.de) ist Diplom-Meteorologe und Dr. phil. Er war 16 Jahre lang „Wetterfrosch“ des ZDF.

3 Kommentare

  1. Gestatten Sie mir, zwei Sätze des Beitrags herauszugreifen und daran meinen Kommentar fest zu machen:

    „Je höher die Sonne am Himmel steht desto so kürzer wird unser Schatten. Dies führt dazu, dass die Sonnenenergie auf eine kleinere Fläche fällt und diese daher stärker erwärmt kann.“

    Die wärmende Wirkung der Sonne, sofern sie überhaupt scheint, ist vom Einfallswinkel der Strahlung und von der Strahlungsdauer abhängig. Bei höherem Einfallswinkel müssen die Sonnenstrahlen eine weniger dicke Luftschicht durchqueren und verlieren dabei weniger Energie. Der Energieverlust besteht wiederum aus zwei Komponenten: Der Reflexion ins Weltall, was besonders bei Grenzschichten unterschiedlicher Dichte und spitzem Einfallswinkel, also im Winter, wo die Sonne niedrig steht, besonders ins Gewicht fällt und durch Absorption in den Luftschichten, was zwar zu einer globalen Erwärmung beiträgt, aber in den bodennahen Luftschichten oftmals nicht spürbar wird.

    Eine zweite Betrachtung muss sich anschließen: Wie oft und wie lange die Sonne überhaupt scheint. Wird sie durch Wolken verdeckt, so geht ein hoher Anteil der Sonnenstrahlen durch Reflexion ins Weltall verloren, und hierin zeigt sich ein Regelkreis, welcher in metrologischen Untersuchungen viel zu wenig berücksichtigt wird. Die Erwärmung der Erdoberfläche und der Ozeane steigt zwar zunächst mit der globalen Erwärmung. Dies hat aber zur Folge, dass die Verdunstung an Land und auf dem Meer zunimmt. Daraus bilden sich häufigere und größere Tiefdrucksysteme, welche mit ihren Wolken riesige Teile der Erdoberfläche gegen die Sonneneinstrahlung abschirmen und wieder zu einem Temperaturrückgang führen. Leider funktioniert dieser Regelkreis nicht verzögerungsfrei, sondern führt zu wellenartigen Temperaturschwankungen, wobei sich Einflussfaktoren unterschiedlicher Zeitdauer und Amplitude überlagern. Eine harmonische Analyse der beteiligten Komponenten hat veränderte Meeresströmungen, Wachstum und Rückgang von Gletschern, Versteppung und Begrünung, Intervalle von Sonneneruptionen und vieles mehr zu berücksichtigen. Eine zuverlässige Vorhersage von Temperaturmaxima und Minima ist daher kaum möglich.

    Noch eine Anmerkung zur Problematik der erneuerbaren Energie: Dass die fossile Energie in den nächsten 100 Jahren aufgebraucht sein wird, ist eine unbezweifelbare Tatsache. Will eine Nation für ihre Zukunft rechtzeitig Vorsorge treffen, so sollte sie mit ihren fossilen Reserven möglichst sparsam umgehen und sie nicht so sinnlos vergeuden, wie dies in den USA mit dem Fracking-Boom und der Offshore-Förderung von Öl und Gas geschieht. Auch Deutschland sollte zunächst seine Atomkraftwerke weiter nutzen, bis sein gesamter Energiebedarf mit erneuerbarer Energie gedeckt werden kann.

    Mit Wind- und Solarenergie ist eine echte Bedarfsdeckung auf absehbare Zeit nicht möglich. Die Behauptung der GRÜNEN, ein Windrad würde 30.000 Haushalte mit Strom versorgen, ist eine propagandistische Lüge. Während des letzten Orkans mussten alle Windräder abgeschaltet werden, damit sie nicht umknickten und unter einem sommerlichen Hochdruckgebiet liefern sie nur während weniger Morgen- und Abendstunden Strom. Mit jeder Wetterfront ändert sich sprunghaft ihre Leistung. Genauso verhält es sich mit den Solarmodulen: Die 400 Quadratmeter Panelfläche eines ALDI Supermarkts liefern während eines ganzen Wintertags mit Schneefall weniger als eine Kilowattstunde, an einem heiteren Februartag 20 KWh und an einem sonnigen Junitag 400 KWh. Was soll man mit derart unzuverlässigen Energielieferanten anfangen, die am meisten Energie liefern, wenn am wenigsten gebraucht wird und so gut wie keine, wenn am meisten gebraucht wird? Erst wenn eine rentable Speichertechnologie existiert, macht der im Grundsatz richtige Ausbau der regenerativen Energie einen Sinn.

  2. Warum man die globale CO2-Messung ausgerechnet im Dunstkreis eines der größten aktiven Vulkane der Erde vornimmt, und nur dort, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Doch dank dem Mauna-Loa-Observatorium wissen wir, dass der CO2-Gehalt der Luft seit Jahrzehnten kontinuierlich – tendenziell beinahe linear – steigt. Unabhängig von dem Anstieg entwickelte sich die globale Mitteltemperatur. Seit etwa 20 Jahren ist sie wieder leicht im Sinken begriffen, trotz steigender CO2-Werte. Dessen ungeachtet fabulieren bezahlte Pseudowissenschaftler noch immer von Erderwärmung durch anthropogen erzeugtes CO2. Diese Leute sind nur noch lächerliche Esoteriker.

    Das Schlimmste daran ist, dass eine promovierte Physikerin wie Angela Merkel den Stuss auch noch glauben muss. Wundert es noch jemand, weshalb sie ihre Lefzen immer so hängen lässt?

    MfG
    Hans

Kommentare sind geschlossen.