Michael van Laack

Der Mann, der den ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Shinzi Abe heute ermordet hat, sei “unzufrieden” mit Abe gewesen und habe ihn “gezielt töten wollen”. Das weist nach Ansicht der Tagesschau darauf hin, dass es sich nicht um eine politische Tat gehandelt haben könnte, sondern um einen psychisch gestörten Täter.

Als ich in einem tagesschau-Artikel diese Informationen las, erinnerte mich das doch schon sehr an schwere Straftaten von Muslimen in Deutschland, wo diese Karte grundsätzlich gezogen wird.

Kein Grund zur Trauer, denn Abe war ein Rechter!

Dann kam der Nachruf zu Shinzo Abe auf tagesschau.de.

Damit die Zuschauer und Leser die Tat problemlos im Sinne der Staatsfunkjournalisten einordnen konnten, wurde gleich im ersten Satz des Nachrufs darauf hingewiesen, dass der langjährige japanische Premierminister Abe” “sein Land nach rechts” rückte.er habe die linke pazifistische Verfassung, nach der Japan sich nicht (z. B. durch Waffenlieferungen) auf die Seite eines angegriffenen Staates stellen dürfte, gekippt. Ich vermute, die SPD wäre sehr froh, wenn bei uns auch solche Sätze im Grundgesetz stünden und mit ihr die vielen Sympathisanten der Linkspartei in der ARD. aber das ist eine andere Geschichte.

Der ermordete Abe war auf jeden Fall ein Rechter. Und deshalb ist es auch irgendwie verständlich, dass er ermordet wurde. Welcher Deutsche möchte schon gern in einem Land Urlaub machen, dass von Nazis unterwandert ist.

Mit Trump Golf gespielt – Wenn das kein Beweis ist…

Nun aber geht es im Nachruf erst richtig los. Abe sei ein Liberaldemokrat gewesen und somit ein “Rechtskonservativer”. Eine Logik, die sich niemandem erschließen muss. Wichtig ist nur, dass wieder das Wort “rechts” auftaucht und dem Leser klarmacht: kein Grund für Dich, über den Mord empört zu sein.

Und entlang dieses roten Fadens geht es dann weiter. Abe habe als erster ausländischer Staatsgast den neugewählten US-Präsidenten Donald Trump besucht, wird dem geneigten Leser erklärt. na, wenn das nicht der ultimative beweis dafür ist, dass wir es bei Abe mit einem lupenreinen Gegner der freien linksgrünversifften Welt zu tun haben. Abe habe sogar mit Trump Golf gespielt. Mehr “Nazi“ geht eigentlich nicht!

Auch nach dem Rücktritt noch immer der Strippenzieher

Vor allem aber wollte Abe sein Land wieder verteidigungsfähig machen und aufrüsten. Nach 16 Jahren Merkel und einem halben Jahr Scholz muss das den Hauptstadtjournalisten selbstverständlich so vorkommen wie Hitlers Ankündigung, die deutsche Luftwaffe massiv auszubauen.

Am Ende des Nachrufs dann noch der Hinweis, dass Abe zwar während des Corona-Chaos (auch um die Olympischen Spiele) zurückgetreten sei, aber im Hintergrund immer noch die (rechten) Strippen gezogen habe. So gesehen – könnte man den Nachruf auch verstehen – sollte die Welt eher dankbar als traurig sein, dass dieser Rechte nicht mehr Marxens Luft auf Lenins schöner Erde atme. Aber da der Attentäter ohnehin psychisch gestört war, muss das Thema in den deutschen Medien über den heutigen Tag hinaus nicht e weiterverfolgt werden. Gruselig, diese Einfalt der medienvielfältigen!

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