Conservo-Redaktion

Auf conservo wollen wir in Zukunft hin und wieder auch Lesern, die sich nur gelegentlich auf den Blog verlaufen, weil sie als Nichtchristen zu vielem keinen Zugang haben, was in unseren Spalten zu lesen ist, die Möglichkeit geben, einen Artikel zu veröffentlichen. Gestern erreichte mich die E-Mail eines Lesers, der als Pseudonym “Artushof” gewählt hat.

“Artushof” war bereits in jungen Jahren in der Jungen Union tätig und lernte später in der SPD die politischen  Gegensätze und deren führende Köpfe kennen. Die innere Verbundenheit lag jedoch eher bei der CDU/CSU. Als Führungskraft war er in Unternehmen der Wirtschaft im In- und Ausland tätig und sammelte Erfahrungen im Umgang mit den Menschen in Europa.

Die Verbundenheit zur Basis war ihm immer wichtiger als das Streben nach Spitzenpositionen in der Partei. Die Zeit nach dem Berufsleben nutzt er für viele Aufgaben rund um die Geschichte der deutschen Hansestadt Danzig (bis 1945) und versteht sich heute eher wertkonservativ und tritt für ein Europa der Vaterländer ein.  Heute findet er viel Übereinstimmung in den Leitlinien der AfD, eine Partei, die ehemalige Werte der CDU/CSU weiterhin vertritt.  Sein wichtigster Wahlspruch ist ein Spruch aus dem deutschen Wappen der Stadt Danzig: Nec temere, nec timide (Weder unbesonnen noch furchtsam).

Und nun zu den Gedanken, die zu veröffentlichen er mich gebeten hat. Möglicherweise möchte der eine oder andere unsere Leser hierzu mit ihm in Diskurs treten? Wie auch immer…

Sind Gläubige in einer Matrix gefangen?

Manchmal, so wie gerade jetzt, habe ich das Gefühl in mir, das die inhaltlichen Gespräche über Religionsformen so verlaufen, als wären ihre Teilnehmer in einer Matrix, gefangen in Ideologien und Gefühlsempfindungen. Egal in welche Religion ich eintausche, wiederholt sich das jeweilige Mantra.

Religionen, so dachte ich in jungen Jahren wären Leitlinien, die mir mehr geben können, als es irdische Glaubensträger vermögen. Es blieben sehr viele, zu viele Fragen offen.

Daß hinter jeder Religion der Mensch gestanden hat in seiner unerschöpflichen geistigen Vielfalt, machte mich dann mehr und mehr stutzig. Was ist real, wahrheitlich und dem Menschen dienlich, diese und viele andere Fragen mußten kommen. Wem sind welche Interessen wichtiger als die eigenen?

Ist jede Religion von Menschen erfunden und durch die Zeit getragen worden?

Heute lehne ich jede Religion ab und bin mir sehr sicher, daß ich eher nichts weiß von all dem inhaltlichen Zauber der Mantras um mich herum, die mich jeden Tag „beglücken“. Wobei die Naturreligionen durchaus bessere Ziele verfolgten und verfolgen.

Religionen braucht der Mensch nicht, wenn er erkennt, daß die Schöpfung allen Seins so unendlich viel in jeden Menschen abgelegt hat. Es ist immer das eigene Ja und das Nein, das uns täglich vor Augen hält, wo die Grenzen sind. Doch die Grenzen wollen von vielen nicht mehr gesehen werden. Das Subjekt erlangt in der Verkommenheit und Gleichschaltung ungeahnte Höhen.

Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein

Heute verstehe ich, daß die meisten Menschen auf dieser Erde überhaupt nicht fähig sind, nach einem eigenen Ja oder einem Nein zu leben. Der Mensch verkommt zu einem Konstrukt der gesellschaftlichen Zwänge. Religion und Staat formen aus eigenem Interesse neues „Bewusstsein“ das die Menschen in der Masse als Wohltat empfinden. Die eigene Meinung verkommt zu einem „verkümmerten Gehirn“, denn Gleichheit ist besser als alles andere. Vater-Mutter-Kind, als kleines Beispiel, verkommt zum Aussatz und ist nicht mehr zeitgemäß; die Religionen halten sich bedeckt, lediglich die Zeugen Jehovas lehnen sich „noch“ dagegen auf.

Die Zeugen Jehowa als letzte Verteidiger des christlichen Familienbildes?

Sie brachten eine interessante Fibel „Erwachet“ heraus: Sechs Dinge, die Kinder fürs Leben brauchen: Selbstbeherrschung, Demut, Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, Anleitung von Erwachsenen, moralische Werte. Den Ausführungen dieser Fibel kann ich nur zustimmen.

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Soweit die Ausführungen von “Artushof”, die von der Redaktion nur in Einzelpunkten geteilt werden. Wenn ich allerdings eines gelernt habe von David Berger in den zweieinhalb Jahren, in denen ich auf Philosophia Perennis mit ihn zusammenarbeiten durfte, dann war es, nicht nur abweichende Meinungen Dritter in Kommentaren auszuhalten, sondern ihnen immer mal wieder ein Forum zu geben, um die eigene Leserschaft damit zu konfrontieren, dass ein Blog nicht nur gemacht wird, um zu schreiben, was die jeweilige “eigene” Blase lesen will. – Heute ist das auf PP leider nicht mehr so, auf conservo möchte ich diese Tradition hochhalten.

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Von conservo

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