Michael van Laack

Für die Zerstörung eines Menschen, dessen Ansichten sie hassen, sind zahlreiche Kleriker, (Universitäts)theologen und (ehemalige) Mitarbeiter der römisch-katholischen Kirche – von denen die meisten tief in ihrem Herzen bereits Agnostiker sind – nahezu alles zu tun bereit. Nichts ist so schmutzig, als dss sie es nicht aus dem Schlamm ziehen würden, um damit zu werfen.

Dyba, Meisner, Tebartz-van Elst waren in der Vergangenheit in Deutschland die prominentesten Opfer. Und selbstverständlich Papst em. Benedikt XVI. Joseph Ratzinger.

Wer nicht für uns ist, ist ein Menschenfeind

Wer sich dem Linkskatholizismus, der LGBTI-Bewegung in ihm oder den eskortierenden kirchen- bis christenfeindlichen Medien in den Weg stellt, wer die Lehre und Dogmen der Kirche nicht geschliffen sehen will, ist ihr Feind. Nichts fürchten sie mehr als eine Kirche, die Christus in ihrem Wesen und ihrer Lehre treu bleibt

Menschen vernichten, Biografien zerstören. Das war schon immer ihr “Lieblingssport”. Die Causa Woelki jedoch nimmt eine „Qualität“ an, die wir nicht mehr gesehen haben, sei Kai Diekmann einen Bundespräsidenten (Christian Wulff) aus dem Amt geschrieben hat.

Das Erzbistum Köln war eines der ersten, das unabhängige Gutachten zu den Missbrauchsfällen in seinem Jurisdiktionsbereich hat anfertigen lassen. Ausgerechnet das Bistum, an dessen Spitze ein Erzbischof steht, der gegen die Aufhebung des Zölibats, gegen die Priesterweihe der Frau und vor allem gegen einen größeren Einfluss der LGBTI-Lobby auf die kirchliche Sexuallehre steht.

Woelki entlastet? Das muss geändert werden!

Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass Woelki keinerlei Vergehen begangen hat, die ihn dazu veranlassen müssten, seinen Rücktritt anzubieten (was er mittlerweile dennoch getan hat) oder gar vom Papst enthoben zu werden. Ein absolutes No-Go für die Hasser konservativer katholischer Theologie, weshalb sie unmittelbar nach Veröffentlichung begannen, ihre bis dahin auf kleiner Flamme gefahrene Schmutzkampagne voll zu entfachen.

Mehrfach wurden z. B. die Leser der BILD mit Falschmeldungen versorgt, mehrfach erwirkte das Erzbistum dagegen einstweilige Verfügungen und Verpflichtungen zu Richtigstellung. All das hielt aber weder die Journaille noch die Linkskatholiken davon ab, weiter frei erfundene Geschichten in die Welt zu senden oder Strafanzeigen zu stellen und dies öffentlichkeitswirksam in den “sozialen” Netzwerken zu verbreiten. Die Folge war, dass es im Bistum zu einem „Aufstand der Anständigen“ gegen Woelki kam. Dies war dann für die schäbigen intriganten ein weiterer Beweis dafür, dass der Erzbischof nicht zu halten sei. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Mit anderen Bischöfen weitaus gnädigerer Umgang

Ob der Münchener Erzbischof Marx, der Vorsitzende der DBK (Georg Bätzing) oder die Bischöfe von Essen und Münster – ihnen oder ihren Vorgängern im Amt werden erhebliche Verfehlungen vorgeworfen. Dem Osnabrücker Bischof Bode wurden diese Verfehlungen bereits nachgewiesen, Sie alle haben bisher entweder keine ihre eigene Amtszeit betreffenden Gutachten veröffentlichen lassen oder für sich selbst keine Konsequenzen daraus gezogen bzw. ziehen müssen. So wurde z.B. das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx abgelehnt. Er scheint wie Bode eine gewisse Systemrelevanz mit Blick auf die angestrebte innerkirchliche Revolution im Sinn der marxistischen Befreiungstheologie zu besitzen.

Sie alle stehen für den Linkskatholizismus und den auf seinem Nährboden gewachsenen Synodalen Weg auf der Seite der Guten. Auf der Seite jener, die die römisch-katholische Kirche Deutschlands gemeinsam mit einigen Laienverbänden in einen linksgrün-versifften Kulturbetrieb und/oder eine Staatskirche verwandeln wollen, die weniger das Evangelium als die Ideologie der Bundesregierung predigen soll. Von Gender Mainstream über Klimawandel bis zur Migration.

Woelki steht deshalb für die innerkirchlichen Kirchenzerstörer nicht auf der Seite der Guten, der Aufrechten und Anständigen, der Bunten, Toleranten und Lebenswirklichen. Der Erzbischof, der sich neben Vorderholzer am deutlichsten gegen die innerkirchliche Revolution stellt und dazu noch eines der größten Bistümer der Weltkirche leitet, ist Feind der „offenen“ Gesellschaft und muss liquidiert werden. Dazu ist jedes Mittel recht.

Feinde meiner Feinde

„Irgendetwas bleibt immer hängen!“. Und je mehr Schmutz man wirft, umso mehr kleine Flecken bleiben sichtbar. Man mag zu Kardinal Woelki theologisch stehen, wie man will. Aber wie menschlich mit ihm umgegangen und seine Zerstörung angestrebt wird, sollten selbst jene nicht schweigend hinnehmen, die mit ihm in vielen anderen Fragen nicht d’accord gehen.

Dass sie es dennoch tun, ist ein weiteres Beispiel für die Gleichgültigkeit vieler, die entweder nach dem St. Florians-Prinzip orientieren oder verlernt haben, sich außerhalb veröffentlichter Meinung ein eigenes Bild zu machen

Aber gewiss auch Symptom einer Haltung, die das „Feinde meiner Feinde“-Prinzip wieder hoffähig macht. Egal ob DBK, ZdK, Synodaler Weg, ob KAB, kfd, Kolping oder der Diözesanrat im Erzbistum. Sie alle erkennen die Lügen, Entstellungen, bloße Vermutungen als das, was sie sind; und dennoch saugen sie sie begierig auf und machen sie sich argumentativ zu eigen, weil sie eine Chance wittern, einen der mächtigsten konservativen Widersacher ihrer bunten Kirche zu beseitigen: Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, dem es vermutlich nur ein schwacher Trost sein wird, wenn wir hier schreiben:

AUF UNSERE SOLIDARITÄT KÖNNEN SIE SICH VERLASSEN, EMINENZ!

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