Alex Cryso

In Sachen Christenverfolgung steht Afghanistan auf Platz 1 Knapp 39 Millionen Menschen leben im Afghanistan, aber nur noch ein paar tausend Christen. In dem dauerhaft Krisen- und Kriegserschüttertem Land ist das islamische Emirat längst zur Staatsform erhoben worden. Dort werden die letzten verbliebenen Christen systematisch verfolgt, zu Regime-Gegnern erklärt und zu Feinden des Islams gemacht. In Deutschland sieht man das alles noch ein wenig anders: Hier gelten Afghanen gemeinhin als Schutzsuchende, Traumatisierte und Entwurzelte.

Jedoch gibt es genau hiervon nicht wenige, die in ihrer alten Heimat zu den schlimmsten Verfolgern anderer Minderheiten gehören würden. Denn Afghanistan ist laut der Menschenrechtsorganisation „Open Doors“ derzeit das schlimmste Land in Sachen weltweiter Christenverfolgung.

Dort wird man nach muslimischem Recht mit dem Tod bestraft, wenn man sich vom Islam abwendet und zum Christentum konvertiert. Für die Moslems ist dies eine unabdingbare Schande, so dass Christen ihren Glauben nicht praktizieren können und aus dem Land fliehen müssen. Mit der Machtübernahme der Taliban vom 15. August 2022 hat sich die Situation sogar nochmals verschärft. Die Gesellschaftsformen werden immer strenger und rigider, das Entledigen aller Christen wird als regelrechte, allgemein verpflichtende Ehrenrettung angesehen.

Opium, Korruption, radikaler Islam: Eine brandgefährliche Mischung

Bereits von 1996 bis 2001 hat die Taliban über drei Viertel eines Landes verfügt, dass seit 40 Jahren keinen Frieden mehr gesehen hat und sowohl wirtschaftlich als auch politisch völlig am Boden liegt. 54,4 Prozent aller Afghanen leben unterhalb der Armutsgrenze. Korruption, eine immense Verbrechensrate sowie eine islamische Radikalisierung sind die Folge. 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes stammen aus der Schattenwirtschaft, zu der auch der florierende Opiumanbau der Landwirte gehört.

Dadurch werden bewaffnete Milizen gefördert während die Christen zu den einkommensschwachen Schichten des Landes gehören. Der Regierung hat weder Interesse an Frauenrechten noch daran, sich mit irgendwelchen Minderheiten zu arrangieren. Man geht sogar davon aus, dass sich die Situation noch verschlechtern wird und im Winter etwa 23 Millionen Menschen von der allgemeinen Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden.

Jesus war ein Wessie und der Westen ist böse

Wer sich nun vom Islam ab- und dem Christentum zuwendet, wird als Bedrohung für die muslimische Identität Afghanistans angesehen. Das Christentum wird generell als etwas Westliches wahrgenommen, das mit dem islamischen Weltbild als nicht vereinbar gilt. Aufgrund der Machtergreifung der Taliban ist mit regelrechten Säuberungen zu rechnen, zumal diese als neue Regierung über die notwendigen Mittel verfügt und schon in der Vergangenheit mit radikaler Härte gegen die Feinde des Islams vorgegangen ist. Ferner gibt es vor allem in den ländlichen Regionen sehr starke soziale Überwachungen und Kontrollen. Viele Christen führen daher eine Art Doppelleben oder ein Dasein in einer Tarnidentität. Fliegt das Ganze dennoch auf, so sind Leib und Leben in Gefahr.

Selbst Handykontrollen wurden von der Taliban schon eingeführt, um Staatsfeinden und Andersdenkenden auf die Schlichte zu kommen. Schon alleine der Verdacht auf die Zugehörigkeit zum Christentum kann Verhaftungen oder die Zerstörung der Wohnung nach sich ziehen. Familienmitglieder wenden sich aufgrund des gesellschaftlichen Drucks von einem ab, das Sorgerecht über die Kinder wird entzogen. Der Zugang zur Bildung oder einem normalen Berufsleben bleibt verwehrt.

Deutsche Altparteien sind die besten Freunde der Muslime in Europa

Während die Muslime bei uns in Deutschland auf eine freie Religionsausübung pochen, wird Selbige in den Herkunftsländern systematisch unterbunden und sogar mit dem Tod bestraft, wenn es um Andersgläubige geht.

In Afghanistan herrscht jedenfalls die Scharia ohne Wenn und Aber. Das christliche Leben und ebensolche Treffen wurden deshalb in den Untergrund oder ins Geheime verlegt, zumal es keine einzige offizielle christliche Kirche mehr gibt. Die Möglichkeit zum Kauf von Bibeln oder andern christlichen Materialien existiert ebenfalls nicht. Auch hier ist mit lebensbedrohlichen Konsequenzen zu rechnen, wer sich nicht an die Scharia-Regeln hält.

Gegen Frauen wird massive körperliche Gewalt ausgeübt, sie werden zur Sklaverei oder in die Prostitution gezwungen. Auch die Re-Konvertierung zurück zum Islam ist als Druckmittel sehr beliebt. Männer werden oftmals gefoltert oder sexuell missbraucht. Junge Männer sollen hingegen in den Militärdienst einberufen werden, um für die Taliban zu kämpfen. Die gesellschaftliche Diskriminierung ist allgegenwärtig.

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Von conservo

Conservo-Redaktion