Ich werde in den nächsten Monaten seit 53 Jahren Mitglied der CDU sein. O tempora, o mores! Wir haben seinerzeit gelernt, daß das „christliche Menschenbild“ die moralisch-ethische Basis der CDU sei. In Folge muß ich einiges an der Entwicklung der (meiner?) Partei verschlafen haben.

Immer weniger Parteimitglieder bekennen sich zu ihrer Religionszugehörigkeit. Immer mehr sprechen von „Toleranz gegenüber anderen Religionen und Lebensformen“ und biedern sich dem Zeitgeist an, ohne zu sehen, daß Zeitgeist ein sehr flüchtig´ Gut ist. Geradezu masochistisch lassen wir zu, daß Andersdenkende uns als altbacken, zurückgeblieben oder gar als Fanatiker abstempeln. Wir leiden, aber es darf niemand erfahren.

Das Fatale: Von den Unionsparteien CDU und (!) CSU kommt für Christen herzlich wenig Unterstützung. Von „christlichen Werten“ wagt man nur noch durch die Hinterhand zu sprechen. Selbstbescheidenheit, verantwortungsbewußte Erziehung, Achtung vor dem Mitmenschen, Standfestigkeit usw. – Begriffe von gestern? Christenbeleidigung scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören. Wir stehen dabei, verlegen grinsend, und lassen es über uns ergehen. Wir wollen schließlich den Andersdenkenden nicht widersprechen. Das gebietet schon der multikulturelle, gesamtgesellschaftliche Konsens. Wir achten, haben uns die Gutmenschen eingeredet, jede andere Lebensanschauung, jede andere Religion – nur nicht die eigene christliche. Daraus ergibt sich aber für  uns die Fragestellung, welche Partei auf Dauer für uns noch wählbar ist.

Die nachfolgende Meldung unterstreicht beispielhaft, was ich meine:

Von conservo

Conservo-Redaktion