“Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen.” An dieses Zitat von Aristoteles werde ich erinnert, wenn ich mir die neuesten Zahlenangaben der SPD anschaue. Da läßt sich nun die SPD in allerlei Gazetten feiern, sie sei „nun wieder die größte Partei in Deutschland“, und verkündet stolz einen zurechtgebogenen Zahlenvergleich. In nüchternen Worten: SPD 483.226 Mitglieder, CDU 482.951. Potzblitz, das sitzt. Man sollte aber schon etwas genauer hinschauen:

 

Die Mitgliederzahl der SPD umfaßt natürlich das gesamte Bundesgebiet, in den Zahlen der CDU sind aber die bayerischen CSU-Mitglieder nicht enthalten. Zählte man, was sachlich geboten wäre, die rd. 150.000 Mitglieder der CSU der CDU-Zahl hinzu, ergibt sich tatsächlich eine andere „Wahrheit“: (in runden Zahlen) 632.000 Mitglieder der CDU/CSU, 483.000 bei der SPD. Aber auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit:

 

Die „Erfolgsmeldung“ der SPD müßte nämlich um die Tatsache ergänzt werden, daß die Partei tatsächlich noch immer an Mitgliederschwund leidet; die CDU aber auch – während die CSU über die Jahre in etwa ihr Niveau halten konnte. Klartext: Die SPD hat bei ihrer Mitgliederzahl (und bei ihrer Politik, nebenbei bemerkt) den absoluten Tiefstand (seit 1949) erreicht; die CDU befindet sich mittlerweile auf dem Niveau der 1970er Jahre. Wie zu dieser grausamen Wahrheit die SPD-eigene Meldung „SPD überholt CDU“ passen soll, weiß wohl nur Aristoteles, s. o.

Von conservo

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