Von der unternehmerischen Tätigkeit der SPD – genauer, der SPD-Medienholding DDVG – war hier schon die Rede. Das Kerngeschäft mit Verlags- bzw. Zeitungsbeteiligungen werde „auch in schwierigen Zeiten“ weitergeführt, erklärte kürzlich Jens Berendsen, der DDVG-Geschäftsführer, und überwies ´mal eben 7,7 Millionen Euro an die SPD. Berendsen: „Wir sind wirtschaftlich in der Lage, Gewinn auszuschütten.“ Das Eigenkapital der DDVG beträgt zur Zeit rd. 66,6 Millionen Euro. Viel Geld verliert die DDVG immer noch bei der Frankfurter Rundschau, die ihrerseits weiter fleißig Leser verliert – was aber nicht weiter verwundert.

Die SPD macht sich jetzt, um die Medienverluste aufzufangen, daran, neue Gewinnquellen zu erschließen, und hat dazu das Kreuzfahrt-Geschäft entdeckt. Die DDVG-eigene (SPD-)Tourismus-Gesellschaft fristete bisher eher ein Nischendasein. Mit dem Angebot eines Reiseservice zu SPD- Parteitagen und –Großveranstaltungen und mit politisch unterlegten Ausflugsfahrten erwirtschaftete die DDVG-Tochter im letzten Jahr etwa 8 Millionen Euro Umsatz und knapp 240.000 Euro Gewinn. Zu mager, meinte die SPD-Schatzmeisterin. Also wird das Unternehmen hinfort aufgepäppelt.

In Bälde soll das Tourismus-Angebot auf zahlungskräftige Kunden ausgeweitet werden, die nicht Parteimitglied sind, u. zw. besonders durch die Vermarktung des Kreuzfahrtschiffes „MS Princess Daphne“. Besagter Berendsen wies aber erläuternd darauf hin, daß die 162 Meter-lange „Daphne“ im Besitz des Eigners verbleibe und die SPD-Tourismus-Gesellschaft lediglich durch den Verkauf der Tickets Provisionen erhalten solle. Zur Steigerung der Attraktion sollen „prominente Sozialdemokraten wie Egon Bahr an Bord“ (Berendsen) den Verkauf ankurbeln.

Da hab´ ich auch eine Idee: Wie wär´s mit dem Anheuern eines „fröhlichen Alleinunterhalters“ oder eines „Trio Allotria“, wie es auf jedem Ausflugsdampfer üblich ist. Als besonderes geeignet für diese Art von Unterhaltung hätte die SPD gleich drei prominente Windmacher anzubieten: Sigmar Gabriel – nie um einen dummen Spruch verlegen; natürlich auch Klaus Wowereit – ein Witz auf Beinen schlechthin, und besonders Kurt Beck, der an Deck zum Vergnügen aller den Problem-Bär geben oder schöne Nürburgring-Geschichten vom „reichen Onkel aus Amerika“ erzählen könnte. Das Beste an diesem Vorschlag: Mit diesem „Trio scerzando“ hätte die altehrwürdige Arbeiter-Partei gleich drei Problemfälle auf einmal gelöst. Also dann: Schiff ahoi!

Von conservo

Conservo-Redaktion