Vor 10 Jahren „wurden wir Papst“, wie es die Bildzeitung vorwitzig und in einem scheinbar nationalen Gefühlsüberschwang formulierte.

Kardinal Ratzinger wurde regelmäßig, schon lange vor seiner Wahl zum Princeps der Katholischen Kirche verunglimpft als „Panzerkardinal“ und „Großinquisitor“.benedikt

Nach nicht allzu langer Zeit war er auch in seinem neuen Amt herabwürdigenden Angriffen ausgesetzt, als er sich allen Progressisten in der Gesellschaft, Politik und Medienwelt weiterhin nicht als ausreichend liberal und zeitgeisthörig anbot, den Küng-, Befreiungs- und sonstigen Ketzertheologie-Anhängern nicht gefiel. Unsere intellektuell unbedarfte Bundeskanzlerin erlaubte es sich 2009, den ihr religiös und verstandesmäßig weit entfernt stehenden Mann im Rahmen einer gemeinschaftlichen Pressekonferenz mit einem Despoten aus Kasachstan, öffentlich zu kritisieren. Es ging um eine angebliche notwendige Klarstellung zum Holocaust durch den Vatikan im Zusammenhang mit der „Williamson-Affäre“. Was Benedikt XVI. bisher im Dialog mit Juden aufgeschlossen hatte, seinen Auftritt und seine Ansprachen beim Besuch in Auschwitz hatte die Trulla aus Vorpommern wohl nie registriert.

Die deutschen katholischen “Konferenz-Bischöfe” hatten zusammen mit ihren deutsch-katholischen Laienorganisationen schon je in ihrer Mehrzahl an dem deutschen Papst oder dem Kurienkardinal Ratzinger etwas auszusetzen. Das kann man verstehen, denn wer mag sich schon gerne als Zwerg an einem philosophischen und theologischen Riesen messen.

Die legendäre, man ist fast geneigt zu sagen, „anrüchige“ Regensburger Ansprache wurde in den Zeitgeistmedien bewusst verfälscht oder bewusst missverstanden ausgelegt, um dauerbeleidigten Muslimen hier und dort Anlass für Empörung und Kritik an dem obersten Repräsentanten des Christentums zu eröffnen.

Nach dem „Verdikt“ durch die FDJ-Sekretärin schütteten die bundesdeutschen Zeitungschmieranten vermehrt ihre Schmutzkübel in Richtung Vatikan bzw. Papst Benedikt aus. Der Mann auf dem Stuhl Petri hat ja nach Lesart der Journaille alle gegen sich aufgebracht: die Juden (in Gestalt des deutschen Zentralrats und von Frau Knobloch), natürlich die Muslime, die Schwulen und Lesben, die Päderasten und sonstige Sodomiten, die Schwarzen in Afrika, die Hirn- und Gen-Forscher, die selbsternannten Sprecher(innen) der Frauen und Transgegenderten, die Geschiedenen und Promiskuren, sicher auch die Veganer, genauso wie die Fleischfresser.

In meinem Inventar fand ich den folgenden Film aus dem Jahre 2007. Man glaubt bei der durchaus sachlichen und wohlwollenden Aufarbeitung gar nicht, dass es sich um ein Produkt aus einer deutschen GEZ-Anstalt handelt – lediglich die sehr ausführlichen Reminiszenzen an die deutsche „Hitlerei“ erinnern daran. Zwei Jahre später wäre der Film sicher nicht mehr in dieser gewogenen Art als Neuproduktion auf den Flachbildschirmen erschienen.

Es ist tröstlich zu denken, dass die Geschichte diesen großen Deutschen anerkennend, gemäß seiner großen Bedeutung in der zeitlosen religiösen und geistigen Welt im Gedächtnis behalten wird. (Original: altmod.de)

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Von conservo

Conservo-Redaktion