Der 8. Mai – aus mitteldeutscher Sicht

Von Bernd Stichler

ScanJe weiter das Kriegsende zurück liegt umso mehr Erkenntnisse werden uns von den Medien offeriert. Erkenntnisse , die den damals Beteiligten sowohl auf deutscher als auch auf alliierter Seite eigenartigerweise nicht bekannt waren . Und dieser Trend steigert sich ständig. Aber aufgrund rein biologischer Vorgänge haben heutige Historiker kaum noch Gegenwind seitens noch lebender Zeitzeugen zu befürchten. Die alte Weisheit : Der größte Feind des Historikers ist der Zeitzeuge greift auch hier aus biologischen Gründen leider zunehmend weniger . Unbenommen dessen , was Historiker und Solche , die sich dafür halten an Erkenntnis und Weisheit von sich geben stellt sich auch im 70. Jahr des Kriegsendes die bis heute nicht eindeutig beantwortete Frage : War der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung ? Soll der 8. Mai für ganz Deutschland als ein Tag der Befreiung gelten ?

Ganz eindeutig NEIN

Andernfalls wäre das eine Geschichtsfälschung . Für die Menschen in den westlichen Besatzungszonen war der 8. Mai 1945 ohne Wenn und Aber ein Tag der Befreiung . Für Ostdeutschland war dieser Tag die völkerrechtliche Besiegelung der Vertreibung und Verschleppung , bestialischen Mordes und brutalster Vergewaltigung. Für Mitteldeutschland , also die sowjetische Besatzungszone , war dieser Tag der Beginn eines millionenfachen Martyriums. Genau wie in den Ostgebieten begannen die Sowjets wahllos Menschen von der Straße weg zu verhaften und ohne jegliche Gerichtsverhandlung nach Sibirien , zum Polarkreis oder in Speziallager auf deutschem Boden zu verschleppen . Stalin wollte 2 Millionen deutsche Arbeitskräfte haben und die hat er auch bekommen , bis hin zu Kindern von 12 Jahren . Massenweise sind diese Menschen , die keine NS-Täter waren sondern reine Zufallsopfer , bei schwerster körperlicher Belastung in diesen Lagern qualvoll verreckt. Die Zustände in diesen Speziallagern waren schlimmer als in den Gefangenenlagern der deutschen Soldaten. Aber Stalin wollte auch NS-Täter haben und auch die hat er bekommen . Es waren zwar keine wirklichen NS-Täter sondern unschuldige Opfer böswilliger Denunziation, aber man hat sie in den GPU-Kellern solange gefoltert , gequält und bestialisch mißhandelt bis sie entweder an den Mißhandlungen verstorben sind oder als Krüppel jedes Geständnis unterschrieben haben . Zehntausende deutsche Menschen wurden weiterhin einfach so erschossen und man fand erst nach 1989 auf dem Gebiet der ehemaligen SBZ bis dato unbekannte Massengräber.

Daß am 8. Mai 1945 im sowjetischen Machtbereich keine Befreiung sondern lediglich ein Wechsel von braunem zu rotem Faschismus stattfand zeigt sich auch darin , daß z.B. ehemalige Konzentrationslager wie Buchenwald oder Sachsenhausen von den Sowjets übernommen und nahtlos weitergeführt wurden . Nur die Häftlinge wurden ausgetauscht. Und mancher KZ-Häftling , der schon gegen Hitler für wirkliche Demokratie kämpfte fand sich kurze Zeit später in diesen Lagern erneut als Häftling ein , weil auch die Sowjets keine Demokratie wollten sondern ihren roten Faschismus.Wenn auch der von Ilja

Ehrenburg forcierte Mord-und Vergewaltigungsterror nach einiger Zeit wieder abebbte so blieb doch das kommunistische Herrschaftssystem als staatliche Gesellschaftsordnung erhalten , auch nachdem es ab 1949 in deutsche Verantwortung überging. Die Sowjets wachten genauestens darüber , daß nicht der geringste demokratische Gedanke aufkam . Ein weiterer Punkt war , daß die Sowjetarmee im Gegensatz zu den Westalliierten ihren Soldaten keinen Ausgang in der DDR gewährte , dieser war nur Offizieren vorbehalten. Diese Maßnahme wurde schon bald nach Kriegsende getroffen weil die stets vorhandene Brutalität und sogar Bestialität der unzivilisierten asiatischen Sowjetsoldaten gegenüber der deutschen Bevölkerung – besonders Frauen – dem internationalen Ansehen der Sowjetarmee mehr und mehr schadete und den Westalliierten Propagandastoff lieferte.

Eine langfristige sowjetische Segnung war nun die Errichtung kommunistischer Diktatur in allen Staaten des Warschauer Paktes. Was dort über 40 Jahre hinweg an Unterdrückung und Grausamkeit verübt wurde dürfte inzwischen zumindest ansatzweise auch im Westen bekannt sein und soll hier nicht extra ausgebreitet werden weil es den Rahmen eines Artikels sprengen würde.

Wenn der 8. Mai 1945 den Verlust ganz Ostdeutschlands bedeutete , für Mitteldeutschland die Herrschaft eines roten Faschismus bedeutete und ausschließlich für Westdeutschland wirkliche Freiheit und Demokratie brachte , dann wäre es eine abscheuliche Verhöhnung aller Opfer kommunistischer Diktatur vom 9. Mai 1945 bis zum 3. Oktober 1990 wenn man den 8. Mai als einen gesamtdeutschen Tag der Befreiung bezeichnen würde. Die Opfer einer Ideologie , welche dreimal soviel Tote zu verantworten hat wie der Nationalsozialismus hätten eine solche Verunglimpfung ihres Andenkens keinesfalls verdient . Es gab nicht nur Auschwitz , es gab auch Workuta !

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