DARSTELLUNG GOTTES IN DER MUSIK

(www.conservo.wordpress.com)

Eine Nachbetrachtung zum Artikel über Beethoven (siehe https://www.conservo.blog/2020/12/21/beethoven-jahr-2020-mal-was-anderes-als-corona/ )

Beethoven wagte sich an so gewaltige Themen heran wie die „Darstellung Gottes in der Musik“, die Beschreibung des Vaters aller „als Brüder auf dieser Erde lebenden“ Menschen – gerade auch in Zeiten, in denen das kriegerische Geschehen um Kain und Abel in mannigfachen Kriegen und Anfeindungen der in Gott gründenden „Geschwister“ Überhand zu nehmen scheint.

Gott in der Musik darstellen zu wollen, wird immer nur in einer Ahnung seiner Größe verharren, im Hinweis auf seine Existenz. Nie wird ein Künstler Gott „erfassen“ können, weil er nie in eine „menschliche Hand“ hinein paßt.

Viele Musiker stellten Gott in gewaltigen Orchester-Tutti dar, um uns die Ehrfurcht vor Gott mit lautesten Tönen näher zu bringen als immer wieder neu zu erlernende Gottesfurcht im richtig verstandenen Sinn.

Beispielhaft sei hier das Te Deum Verdis aus seinen Quattro pezzi sacri erwähnt: www.youtube.com/watch?v=LaERpbpSxxE

Hier folgt dem einleitenden Gregorianischen Chor, der „pianissimo“ singt, als Kontrapunkt und Paukenschlag das „Fortissimo“ des Orchesters und des Chores (ab 1:30 min), das uns förmlich erzittern läßt angesichts der hier zu ahnenden gewaltigen und unendlichen Größe Gottes. Dieser Kontrast in der Dynamik ist einzigartig in der Klassischen Musik!

Ganz anders bei Beethoven:

Er läßt uns „Gott erahnen“ in der absoluten STILLE.

Im weltweit wohl bekanntesten klassischen Musikstück, im letzten Satz seiner Neunten Sinfonie, erleben wir in der Beschreibung des vor Gott stehenden CHERUB am Ende den erahnten Schöpfergott IN DER STILLE.

Beispielhaft sei  hier die Karajan-Fassung (Wien- 24.-29.06.1955) angeführt: www.youtube.com/watch?v=fRZaX6-dsn8 (Die beschriebene Stelle findet sich ab Minute 50:28 bis 51.01.)

Der Chor singt in einer Steigerung – gewissermaßen die Jakobsleiter in den Himmel emporsteigend:

„Und der Cherub steht vor Gott – vor Gott – vor Gott –  vor GOTT!“- besonders betont durch den Tonartwechsel am Schluss von A-Dur auf F-Dur- (von „Kreuztonart“ auf „B-Tonart“)  mit einer anschließenden PAUSE   – ca. sechs Sekunden inne haltend in absoluter Stille!  Ab 50:55 bis 51:01.

Diese ungewöhnlich lange Phase absoluter Stille bringt uns die Unaussprechlichkeit des Namens Gottes näher und erzeugt in uns höchste Ehrfurcht.

Gleichzeitig zentrieren wir unsere Gedanken in diesem Moment absoluter Stille auf das Wesentliche! – Ein Moment, in dem das „Alles“ und das „Nichts“ in einem Punkt zusammen fallen.

Die Stille ist wohl das künstlerisch am besten geeignete Mittel, in Ehrfurcht vor Gott zu treten.

Beethoven belässt es aber nicht bei diesem Moment der Stille, als er den vor Gott stehenden Cherub (womit auch wir scheinbar gemeint sind) beschreibt.

Er wiederholt die stille Pause noch einmal beim Schiller’schen Textausschnitt: „Brüder – überm Sternenzelt- muss ein lieber Vater wohnen!“

(Ab Minute 50:28 – „Brüder – überm Sternenzelt- muss ein Lieber Vater wohnen“) –

Und Beethoven konkretisiert dies (ab 57:55 bis 58:54) in einer mystisch anmutenden AHNUNG Gottes, des Schöpfers, der nun in Überhöhung als liebender Vater von uns, die wir Brüder in Gott sind, dargestellt wird.

Die Liebe Gottes zu uns Menschen als unser VATER überhöht nun die „Furcht“ vor dem „gewaltigen Schöpfergott“. So werden Schillers Verse von Beethoven musikalisch überhöht!

An dieser Stelle sei mir ein kurzer „Einschub“ zum Atheisten Karl Marx erlaubt (der so atheistisch war, daß er seine Frau in der Evangelischen Paulus-Kirche in Bad Kreuznach ehelichte!).

Marx spricht wiederholt in seinen Schriften von uns Menschen als „Brüdern“!!

Brüder aber setzen einen GEMEINSAMEN VATER voraus!– ein weiterer Beweis, daß auch bei „Atheisten“ und „Agnostikern“ Gott-Vater – dem Naturrecht folgend-  von Natur aus in uns allen als unser Schöpfer, unser Ursprung wesenhaft verankert ist!

Gott existiert- ohne daß ich als „kleines Menschlein“ diese Wahrheit mit „Gott ist tot“-Sprüchen jemals ändern werde.

Es lohnt sich, hierüber nachzudenken, zeigt es doch, daß der Marxismus ein wirklichkeitsfremdes künstliches Konstrukt ist, das einem kranken, verwirrten menschlichen Geist entsprungen ist als „politisches Macht-Instrument“!

Die Kontemplation des Menschen ruht nicht, bis sie in der Stille die Liebe Gottes fühlt und erahnt.

Und das menschliche Auge der Kontemplation ruht nicht, ihn zu suchen, bis es den „Gegenstand seiner Erblindung“ sieht- denn dann werden die „Augen“ nicht mehr benötigt, weil sie im „Gott-Schauen“  ALLES gesehen haben. (frei nach dem Zitat von Konrad Weiß (1880-1940): „Die Kontemplation ruht nicht, bis sie den Gegenstand ihrer Erblindung findet“).

www.conservo.wordpress.com     23.12.2020
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