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Von Peter Helmes

Liebe Leser,

es ist mir in den letzten Jahren zu einer liebgewonnenen Tradition geworden, den Menschen, die ich besonders schätze, eine eigene Weihnachtsgeschichte zu schreiben.

Heute will ich zwar diese Übung nicht unterbrechen, aber diesmal handelt es sich um eine ganz andere Geschichte – kein Märchen, keine Fabel, keine „fromme Betrachtung“, sondern ein Stück aus meinem eigenen Leben. Zugleich auch ein glühendes Bekenntnis zum Wert der Familie – und letztlich (siehe Schlußpassage) ein Bekenntnis zu meinem Vaterland.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihnen damit einen kleinen Einblick in die Großartigkeit einer großen Familie bieten könnte. Und: Die Erinnerung bringt mich auch heute wieder und immer noch zum Schmunzeln – und macht mich glücklich.

Hier ist sie, meine Geschichte:

Weihnachten/Neujahr – wie es bei mir zuhause war

Liebe Leser,

Wer hat dies nicht auch schon einmal erlebt? Krummer Tannenbaum? Wie ich das kenne! Wie leicht fällt man auf einen solchen Krüppel rein, zumal diese Bäumchen häufig in ein Netz eingewickelt sind und der Verkäufer bei allen Heiligen schwört, daß ich einen edleren Baum noch nie gesehen hätte Zuhause kommt dann die „Bescherung“. Na ja, wenn wenigstens die Kerzen halten, geht´s doch!

„Festtagsstimmung“ – Kein Fluch, sondern Segen einer Großfamilie

Was ich heute vermisse, ist meine Großfamilie, in der ich aufgewachsen bin – mit Hund und Katz´ und bis zu 13 hungriger Mäuler am Tisch. Was dann kam, nannten wir Kinder „typisch Helmessche Festtagsstimmung“. Die alles beherrschende Mama herrschte in der Tat jeden an, Papa verkrümelte sich in den Keller, in dem dadurch die Weinschätze schütter wurden. Meine große Schwester – 20 Jahre älter als ich – spielte den lieben Part, „die liebe Mutti“ – aber da sie meiner Mutter meist auf den Füßen stand, gab´s da auch nicht viel zu lachen.

Zu allem dudelten mindestens vier Radios, selbstredend mit jeweils anderen Programmen: Eines in der Küche, das von morgens bis abends lief, eines im Wohnzimmer und (mindestens) eines oder mehr in einem der Kinderzimmer. Wir hatten zwölf Zimmer, man kann sich also leicht vorstellen, welches „Harmoniekonzert“ bei uns ablief.

Dazwischen zuweilen mein durchgeistigter Bruder, der sich auf sein Priestertum vorbereitete und entweder „fromme Sprüche“ lernen mußte oder abwechselnd (jämmerlich!) auf dem Klavier und seiner Geige spielte, d.h. übte. Wenn Musikstücke für unseren gemeinsamen Weihnachtsabend zur Probe anstanden, begleitete ihn oft meine große Schwester auf der Blockflöte – ein Musikinstrument, das meinen Vater regelmäßig in den Keller trieb und das er „Jammerholz“ nannte.

„Negerjazz“

Ich selbst bereicherte das permanente Hauskonzert eher passiv, war aber etwa ab meinem 12. Lebensjahr der Schrecken der Familie – der einzige Jazzliebhaber im Haus (erst viel später fand auch ich zur Klassischen Musik). Und Jazz kann man nicht leise hören. Eine Jazzband wirkt nur, wenn sie „auf volle Dröhnung“ gedreht ist. Dann schrie meine Mutter (über zwei Etagen): „Stell die Negermusik ab – oder wenigstens leiser…!“ In der Regel verpuffte dieser Wunsch, bis ich „eine geklatscht“ kriegte.

Hingegen empfing meine Schwester viel Lob, sie hörte am liebsten Kantaten und Motetten, was mich zur Weißglut trieb. Aber da wir ein „frommes“ (katholisches) Haus waren, mußte ich dies eben erdulden.

Dazwischen unser Schäferhund, auf den niemand achtete, der aber so schlau war, die allgemeine Verwirrung auszunutzen: Er fraß – völlig unbeobachtet – in aller Ruhe das „Hexenhäuschen“ (aus Lebkuchen und Printen), das meine Mutter liebevoll vor Tagen fürs Fest zurechtgebacken hatte. Erst als er so vollgefressen war, daß er alles wieder rauskübeln mußte, war die Stimmung „leicht“ getrübt.

Und dann „Fräulein Maria“, unser Kindermädchen – die spätere Pfarrhaushälterin meines Bruders: der fleischgewordene Hausdrachen par excellence. Sie war stets mahnend hinter uns Kindern her. „Paßt auf die Kleidung auf, macht keine Flecken!“ Oder, von uns „besonders gerne“ gehört: „Übt doch nochmal die Lieder, die wir gleich singen wollen!“ „Hast Du die Schuhe geputzt?“ „Putz Deine Nase!“ Die Skala ihrer Befehle schien schier unendlich…

„Es wird nicht genascht!“

Das war besonders vor Weihnachten der häufigste Befehl. Da ich (tatsächlich) nie zum Naschen neigte, galt dieser Ruf eher meinen Geschwistern. Vor allem mein jüngerer Bruder und meine kleine Schwester waren unglaublich neugierig, vor allem Weihnachten, um herauszufinden, was denn „das Christkind bringen“ wird. Wurden sie beim „Spinxen“ erwischt, gab´s kräftig Haue.

Und dann der Höhepunkt: die Bescherung!

Sie gab´s erst nach der Christmette, in die wir alle zusammen – im Gänseschritt – marschierten: Mama vorneweg (Rangordnung mußte sein!), dann Papa, dann leicht humpelnd Opa und Tante Lisa, die ältere Schwester meiner Mutter, die auch mit uns im gemeinsamen Haushalt wohnte. Dann folgten wir Kinder, von denen sich aber niemand außerordentlich bemühte, nach vorne zu gelangen. Abstand zu Mama war das beste Vorsichtsgebot!

Was auch später nicht fehlen durfte: Die Essens- bzw. Besuchsplanung. Großfamilien-geübt kenne ich natürlich das Durcheinander bei den Essensplanungen. Herrlich! Du kommst am 1. Weihnachtstag zu Deiner Schwester X, aber die ist „schlecht drauf“ und leidet wieder ´mal an einem ihrer zahlreichen Zipperlein, während der Bruder Y auf Deine Ankunft (vergeblich) wartet und Oma böse ist, weil Du nicht zum Abendessen und über Nacht bleibst, und Dein anderer Bruder sauer ist, weil er Dich am selben Abend fest eingeplant hatte, und Tante Z. meint, wir könnten sie nicht leiden, weil wir bei ihr nicht aufschlagen, aber Bruder E. unangemeldet mit seinen Söhnen in der Tür steht… Eine unendliche Geschichte!

Und Papa suchte – umständlich wie immer – seine Festtags-Krawatte (früher: das Kragenknöpfchen), während Mama sich das Leben nehmen wollte, weil die Gans einen verbrannten Popo hatte…

Dann sangen wir alle gemeinsam

Das, liebe Leser, war Festtagsstimmung pur!

Das war das wahre Leben, meine Welt! Und noch immer bin ich glücklich, wenn ich in einer Großfamilie zu Gast sein darf… Eine ganz großartige Familie (meist zu Zehnt) habe ich gefunden, keine drei Kilometer von mir weg – eine Familie wie meine verflossene. Ich liebe sie alle – inklusive Hund (den haben sie nämlich auch). Heute, am Neujahrstag, bin ich bei ihnen zum gemeinsamen Essen geladen. Und schon höre ich (in meinem geistigen Ohr) das Drachen-Fräulein Maria rufen: „Hast Du die Schuhe geputzt und die Hände gewaschen…?“

Zurück zum Ernst!

Liebe Leser,

viele Freunde fragen mich, wie´s mir geht. Was soll ich antworten? „Mir geht´s gut“, wäre gelogen. „Mir geht´s schlecht“, wäre auch falsch, weil ich zwar krank bin, aber nicht leide – also keine Schmerzen und erst recht keine Depressionen habe. Also wie immer, ich krebse dahin und freu mich des Lebens…

Zu viele Post

Ich stehe vor einem unlösbaren Problem: Weil ich so viel schreibe (fast täglich neue Artikel), erreichen mich täglich (!) mehr als 200 Sendungen, Briefe, Päckchen, e-mails, Faxe. Diese Menge kann kein Mensch bearbeiten. Also filtere ich mir die Post raus von Mitmenschen, die ich als für mich wichtig erachte. Das war´s. Natürlich häufen sich mit der Zeit die Briefe, in denen meine Unhöflichkeit angeprangert wird (zu Recht), ich hätt´s wohl nicht nötig, Briefe zu beantworten…. Was soll ich machen? Theoretisch müßte ich aufhören, Artikel zu schreiben, um 5-6 Monate lang die eingegangene Korrespondenz zu bearbeiten und Antwort zu schreiben. Geht natürlich nicht. So sehr ich mich auch über die vielen – meist anerkennenden – Briefe freue, sie werden allmählich zum Fluch.

So, das war ein Blick in meine gequälte Seele. Ich bin zuversichtlich, daß Sie Verständnis dafür haben, wenn ich schon mal gar nicht, verzögert oder nur kurz antworte. Manch andere nähmen´s mir übel.

Noch ein Letztes:

Ich höre stets – während ich lese – Radio. Klar, zum Jahreswechsel gibt´s von Politik, Kirchen und Gewerkschaften viel Blabla, lauter salbungsvolle Worte, nichtsnutzige Worte und Ermunterungen, die vermutlich nur von den Vortragenden als bedeutend empfunden werden. Das gehört wohl zur jeweiligen Rolle.

Was mich aber auch in diesem Jahr wieder ärgert: Keiner dieser sich so bedeutend empfindenden Zeitgenossen spricht auch nur mit einer Silbe die gar nicht so ferne Zukunft an und erwähnt die Probleme, die unweigerlich vor uns stehen, die zu erwähnen aber ganz offensichtlich als politisch unkorrekt gilt:

Jedem Grundschüler ist klar, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine ständig wachsende Größe, hier der Prozentsatz der hier lebenden Muslime, die 50% Marke (des Anteils an der Gesamtbevölkerung) überschreitet. Wenn sich politisch nicht grundlegend etwas ändert, werden wir eben in vier bis fünf Jahrzehnten eine echte Übermacht des Islam in Deutschland und ganz Europa feststellen müssen. Dann kann der Prozeß der Auslöschung des Christentums, der im Orient ebenfalls über einen langen Zeitraum stattfand ( und zu unseren Lebzeiten anscheinend leider zum brutalen „erfolgreichen Ende“ kommt ) auch in ganz (West-)Europa stattfinden, vor allem wohl auch in einem islamophil gepolten Deutschland. Solche gravierenden Gedanken auszublenden, indem man einfach gedanklich „stehenbleibt”: wie soll ich das nennen? Wie anders als „irre“?

Als ob es kein Danach gäbe! Nur brav die Augen vor der Wirklichkeit verschließen! Und was nach den nicht zu übersehenden Fakten passieren wird, passieren muß, wenn sich nichts Grundlegendes ändert, gar nicht erst erwähnen…

MITDENKEN, das erwarte ich nicht nur von mir, sondern auch von allen Menschen guten Willens in unserem (noch unserem) schönen Vaterland. Klar, daß Frau Merkel dazu schweigt.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Neues Jahr und Erkenntnis von Gott – also ein mutige Erkenntnis, die aufhört, die Augen vor einer schwierigen Wirklichkeit für unser Land und Europa und unsere Zeit zu verschließen! Und ich danke Ihnen für Ihre Treue und Ihr Verständnis.

Ich freue mich, mit Maria Schneider eine wunderbare Nachfolgerin gefunden zu haben, und bin dankbar, daß ich bei conservo noch eine Weile mitmachen darf.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Peter Helmes

www.conservo.wordpress.com    1. Januar 2021

Von conservo

Conservo-Redaktion