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von Helmut Mueller *)

Joe Biden, der bieder scheinende Hoffnungsträger des übersättigten korrupten westlichen „Establishments“, hat es also auf den skandalumwitterten Präsidentenstuhl geschafft. Dazu sang zu dem hochscheinheiligen Anlass die dekadente Galionsfigur eines verlotterten „Showbusiness“. Alles zeit- und standesgemäß.  Da passte die  junge Poetin Armanda Gorman, die literarisch vielleicht einmal in die Fußstapfen der großen Toni Morrison treten könnte, irgendwie gar nicht dazu. Nicht in diese scheindemokratische politische Welt, in der in den blauen Sternenbannerhimmel gemalte hehre politische Visionen regelmäßig von der Realität am Boden als unrealisierbar entlarvt oder in ihr Gegenteil verkehrt werden. Was eben nur möglich ist in einer Demokratie, die sich so nennt, doch keine ist, und in der Politiker käuflich sind.Natürlich ist der unter höchst fragwürdigen, ja bedenklichen Umständen aus dem Amt gewählte Vorgänger nicht das Gelbe vom Ei. Zu plump, zu ungeschickt, zu spontan waren sowohl viele seiner Auftritte als auch einige seiner politischen Entscheidungen. Aber war er nicht ein „Kind“ seiner Zeit und damit auch der herrschenden Umstände in einem Land, das nach den Worten von Armanda Gorman „nicht kaputt“, sondern „nur unfertig“ sei? Amerikas Identität sei im Werden schrieb einmal Arthur M. Schlesinger jr. Also unfertig wie? Wenn, dann war es von beiden wahrscheinlich so gemeint: 1. dass die die beschworene Harmonie des Landes  störende „weiße Vorherrschaft“ noch nicht ganz überwunden sei.  2.  wie Arthur M. Schlesinger jr. schrieb, die USA ein Land sei, in dem Menschen aus allen Nationen zu einer neuen Rasse  verschmolzen werden. Gerade das ist doch gescheitert, oder? Bidens weihrauchgeschwängerte Rede, mehr noch seine von „Diversity“ nur so strotzende Regierung sollen anscheinend trotzdem den Weg dahin weisen. Der „amerikanische Traum“  als alter Albtraum in neuer illusionsreicher Verpackung?

Man scheint sich dennoch auf dem richtigen Wege zu wähnen, auch wenn es erneut ein Irrweg sein könnte.  Ähnlich wie einige umerzogene oder geistig umnachtete Bio-Deutsche bereits ein Ende eines deutschen Deutschlands herbeiwünschen, so erhoffen sich viele nicht nur farbige Amerikaner den Beginn eines anderen, eines nicht weiß dominierten Amerika, das symbolisch mit einer Präsidentin Harris eingeläutet werden sollte und könnte. So weit, so gut es sein mag, aber vielleicht nicht ganz nach dem Geschmack der konservativen Förderer Trumps, der als Türöffner eines völlig anderen politischen und vielleicht auch gesellschaftlichen Umbruchs vorangestellt wurde. Möglicherweise zu spät, denn in dieser Frage wird die Demografie oder, wenn man so will, die Kraft der Biologie mehr als nur ein Wörtchen mitzureden haben, und so könnte die „Phase der Veränderung“ von der die schräge „Lady Gaga“ anlässlich der Inauguration sprach, eines fernen Tages in einer Teilung des Landes und womöglich auch in einem neuen Bürgerkrieg münden.

Biden und Trump repräsentieren also zwei sehr unterschiedliche, ja in mancher Hinsicht völlig gegensätzliche politische Modelle. Außenpolitisch allerdings wird auch der neue, vom Pentagon angeblich wenig geschätzte und bereits düpierte Präsident nicht an einem „America first“ herumkommen. Sahra Wagenknecht hat in ihrem Kommentar (siehe Video am Schluss) sehr präzise und glaubwürdig die beiden Politiker vorgestellt und deren Wirken analysiert. Dass dabei Mister Biden so gar nicht gut wegkommt, wird nicht nur viele ihrer politischen Freunde irritiert haben. Aber bei allem möglichen Verdienst des Politikers Biden, kann eben nicht übersehen werden, dass er unter Obama nicht nur ein Kriegstreiber,  sondern auch Befürworter der Kürzung von Sozialleistungen war. Da mag man seine Neigung, Mädchen und jungen Damen etwas zu nahe zu treten, eher noch als lässliche Sünde eines alten gebrechlichen Herrn abtun.

Aber jetzt, absichtlich ignoriert vom medialen „Mainstream“ dort wie hierzulande, fällt über den Neuen schon zu Beginn seiner Amtszeit der düstere Schatten seines im Zwielicht stehenden Sohnes und dessen dubiose geschäftliche Aktivitäten, von denen der Vater wissen musste. Auch profitierte?  Da mag er sich noch so geschäftig aber in verdächtiger Eile im „Oval Office“ zeigen, er wird nicht verhindern können, dass sich über kurz oder lang ein drohendes Gewitter nicht nur über dem Haupt seines Sohnes entlädt. Dasselbe ihn selbst lähmen und Kamala Harris (wie sicher längst beabsichtigt)* an die Spitze bringen könnte. Von den Machenschaften seines Sohnes, die derzeit untersucht werden, einmal abgesehen, lauern im Hintergrund ja außerdem noch immer aufklärungsbedürftige, von der gleichgeschalteten westlichen Journaille ignorierte oder heruntergespielte massive Wahlunregelmäßigkeiten. Aber da werden die Republikaner um Trump voraussichtlich nicht locker lassen.

Der in die Capitol-Falle gelockte Trump kann also, so er nicht von anhängigen Verfahren zu sehr belastet wird, in Ruhe seine weitere politische Zukunft planen. Die Zeit wäre reif für ein Aufbrechen des herrschenden in Richtung eines Mehrparteiensystems. Und ist es nicht Trump, der sich auf der republikanischen Seite als Eisbrecher erweist, so wird es mit einiger Sicherheit ein anderer sein. Nach mehreren Versuchen diverser alternativer Parteigründer in der Vergangenheit könnte es dieses Mal gelingen. Aber nicht nur bei den Republikanern, auch bei den Demokraten ist der Spaltpilz drinnen, der, je nach Amtsführung des Präsidenten, früher oder später eine Abspaltung, etwa des linken Flügels, herbeiführen könnte.

Vorerst aber wurde noch der gemeinsame „amerikanische“ Geist beschworen. Ob der über die Inauguration hinausreichen wird, bleibt abzuwarten. Es mutet aber bereits so an, als könnte man dem drohenden Unheil nur mehr leere Worthülsen entgegensetzen. Die Veränderung könnte daher für viele anders als erwünscht und schmerzhaft sein. Nicht absehbar ist ob das Land in der Zukunft, ohne in einen Krieg hinein gezogen zu werden, der chinesischen Herausforderung ökonomisch noch auf gleicher Höhe begegnen wird können. Dass in diesem Zusammenhang auch unter Biden das Nordstream2-Projekt bekämpft und des Weiteren die Europäer in Sachen NATO zur Ader gelassen und, wie in der Nahost-Frage, in einen Konflikt hineingezogen werden sollen, ist offensichtlich.

Und Europa? Zwar eröffnete die sich verändernde US-innenpolitische wie auch – global gesehen – die geopolitische Lage den Europäern die Möglichkeit sich nach und nach aus der Umklammerung des Hegemon zu lösen, doch steht dieser Option ein Hindernis im Weg: Es mangelt an fähigen politischen Führern. Die herrschende politische Klasse in den meisten europäischen Ländern ist von wenigen Aussteigern abgesehen eine von der herrschenden globalen Elite handverlesene die dem Diktat des großen Geldes auf die eine oder andere Weise weiter folgen wird, von dem sie abhängig und dem sie hörig ist. Widerstand von unten wäre jetzt zwar eine nicht zu unterschätzende Antwort, doch mit gut gemeinten Demonstrationen allein wird ein Putsch der Superreichen ( z.B.„Great Reset“) wohl nicht mehr zu verhindern sein. Was sich diesseits und jenseits des Atlantiks nur als Albtraum erweisen könnte.

*Ein you tube-Video,  das ich vor Tagen sah, zeigt den Ehemann von Kamala Harris, wie er vor Freude in die Luft springt und dabei geradezu entlarvend ausruft: „Ich habe die Präsidentin der USA geheiratet!“

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Sahra Wagenknecht-Kommentar  https://youtu.be/0mU5_aIBc-8

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Eine Auswahl von Kommentaren zu „USA nach Trump:Traum oder Albtraum?“

A.S.:

Danke für Ihren sachlichen Beitrag. Auch Sarah Wagenknecht nennt Fakten. Die Euphorie, die mit der Wahl von Biden bei der EU eingekehrt ist, teile ich nicht. Die habe ich schon damals nach der Wahl von Obama nicht geteilt.
Ebenfalls ist mir die Euphorie der Bundestagsabgeordneten nach Zeichnung des dubiosen ESM-Vertrages, den die meisten „Volksvertreter“ gar nicht kapiert oder gelesen hatten, suspekt gewesen. Schlichtweg die Entwicklung bis zum letzten Akt des sogenannten Globalisierungspaktes völlig der 3-Affen-Politik eines hörigen Parlamentes zu unterwerfen – wo soll das enden?
In grenzenlose Unterwerfung.

Waltraut Kupf:

Ein außerordentlich wichtiger Beitrag zum Verständnis der Situation ist der auf youtube abrufbare Vortrag des Journalisten Paul Schreyer (gilt lt. Wikipedia als eher links) mit dem Titel Pandemie – Planspiele. Es fällt einem dabei wie Schuppen von den Augen, und Zusammenhänge, die man so irgendwie erahnt hat, liegen in aller Klarheit da. Zwei meiner Enkel (Mitte zwanzig und wie fast alle jungen Leute vom linken Mainstream stark beeinflußt) sahen sich das ca. einstündige Video konzentriert an, wobei ihnen anscheinend ein Licht aufgegangen ist. Zum Zeitpunkt des Vortrags war noch keine Rede von der Verknappung des Impfstoffs, die jetzt eingetreten ist und offenbar mit zum Programm gehört. Jetzt steht es Spitz auf Knopf.

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(Original: https://helmutmueller.wordpress.com/2021/01/24/usa-nach-trumptraum-oder-albtraum/#comments)
www.conservo.wordpress.com     31.01.2021

Von conservo

Conservo-Redaktion