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Von Alex Cryso

Recep Tayyip Erdoğan
Bild: Адміністрація Президента України, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die grauenhaften Bilder von Gelsenkirchen sind noch gar nicht aus den Köpfen raus (und das sollten sie auch niemals!), da meldet sich schon der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit einer ungeheuren Behauptung zu Wort: So gebe es zwischen Moslems und Juden eigentlich gar keinen Unterschied. Im Gegenteil: Laut dem 67-Jährigen sind die Muslime in Europa in der gleichen Situation wie die Juden in der Zeit vor dem Holocaust. Sprich: Die Gaskammern warten schon, Rechte wollen den armen Arabern ans Leder, kauft nicht bei den Teppichhändlern ein! Das Ganze mutet wie ein geschmackloses Märchen aus „1000 und eine Nacht“ an.

Erst kürzlich zeigte sich Erdogan noch für den Beitritt der Türkei in die EU, heute ist Europa „ein Gefängnis für Muslime“. Dass diese immer noch in Scharen als scheinbare Flüchtlinge zu uns kommen hat ihm wohl noch keiner erzählt. Und auch nicht, wie sehr sie die Sozialsysteme belasten, das Niveau nach unten ziehen und die innere Sicherheit gefährden. Im Gegenteil: Europa habe ein Rassismusproblem, so die ewig gleiche Leier. „Die derzeitige Entwicklung ist eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Muslime in Europa“, lamentierte der türkische Staatschef in einer Rede am Mittwoch. Und weiter: „Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Klima des Hasses auf die Juden vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Klima, das heute gegen die Muslime geschürt wird“, behauptete Erdogan allen Ernstes. Dass der Antisemitismus durch immer neue Islam-Importe erst wieder salonfähig gemacht wurde, interessiert ihn nicht.

Bereits im Herbst letzten Jahres warnte er vor einem Holocaust gegen seine Glaubensbrüder: „Die Muslime erleben heute eine Lynchkampagne, wie sie gegen Juden in Europa zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg geführt wurde.“

Gegen Trump, der niemals Krieg führte, wurde unisono gehetzt – einer wie Erdogan darf schlichtweg alles von sich geben. Eine nach links entrückte Welt macht dies möglich. Dem 67-Jährigen ging es dabei um die Beschlüsse der französischen Regierung, um künftig härter gegen radikale Islamisten vorzugehen. Vereine und Moscheen sollen schneller geschlossen werden, wenn dort eindeutiger Hass gepredigt wird.

Erdogan hatte daraufhin zum Boykott französischer Produkte aufgerufen und dem Staatschef Emanuel Macron geraten, mal zum Arzt zu  gehen: „Welche Probleme hat diese Person namens Macron mit den Muslimen und dem Islam? Macron braucht psychiatrische Behandlung.“ Einmal in Fahrt, legte Erdogan nicht nur eine Schippe drauf: „Das Virus der Islamophobie, das genauso gefährlich ist wie das Coronavirus, verbreitet sich rasend schnell, vor allem in europäischen Ländern“. Soziale Krankheiten wie Diskriminierung würden grassieren: „Europa, wo 35 Millionen Muslime leben, darunter sechs Millionen Türken, verwandelt sich immer mehr in ein Freiluftgefängnis für unsere Brüder und Schwestern“, klagte der ewig pöbelnde türkische Staatschef.

Alex Cryso

Links:

https://www.mopo.de/news/politik-wirtschaft/-kein-unterschied–erdogan-vergleicht-muslime-in-europa-mit-juden-vor-dem-holocaust-38387040

https://de.euronews.com/2020/10/26/erdogan-europas-muslime-behandelt-wie-juden-vor-dem-2-weltkrieg

https://www.handelsblatt.com/politik/international/tuerkei-erdogan-nennt-europaeische-politiker-faschisten/26309632.html?ticket=ST-4168342-LJIPOmJrJ5h1yOkz3Rzi-ap2

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