Von Sven Geschinski

Der 12. Februar markiert ein Novum in der Heidelberger Demonstrationshistorie: Neben den etablierten Mittwochs-Demos fand nun auch zum ersten Mal an einem Samstagnachmittag eine Versammlung gegen Corona-Zwangsmaßnahmen und Angstpropaganda statt.

Winterlich kühl, sonnig bis leicht bewölkt zeigte sich das Wetter, als sich rund 450 Bürger auf der Neckarwiese versammelten, um für die Meinungsfreiheit und einen offenen Dialog Flagge zu zeigen. Von dort aus ging es über die Theodor-Heuss-Brücke am Bismarckplatz vorbei durch die Hauptstraße in Richtung Universitätsplatz.

Insbesondere in der Altstadt sorgte der Zug der Freiheit für großes Aufsehen. Die große Mehrheit der Passanten zückte spontan ihre Handys und filmte die Szene. Einige beobachteten mit verwundertem, fragendem Blick das Geschehen, während andere spontan Beifall klatschten.

Anhänger der Corona-Zwangsmaßnahmen waren nirgendwo zu sehen – mit einer Ausnahme: Auf der Hauptstraße, kurz hinter der Märzgasse, hatte sich ein blondes Mädel mit einem Schild postiert, auf dem es die Demonstranten beschimpfte. Es war keine Zeit sich zu fragen, wer das junge Mädchen angestiftet hatte, die Bürger, die „Angstfrei leben“ auf ihre Schilder geschrieben hatten, auf diese Art zu beleidigen, denn schon kam die Spitze des Zuges auf dem Universitätsplatz an.

Dort, unter der Inschrift „Dem lebendigen Geist“, hielt der erfolgreiche Buchautor und Arzt Dr. Gunter Frank eine packende Rede. Der Mediziner schlug einen Bogen von der Entstehung des Virus im chinesischen Wuhan bis zu den immer noch geltenden Corona-Zwangsmaßnahmen. Kern seiner Kritik war die bereits weit fortgeschrittene Entwicklung in unserem Land, in dem „bei wichtigen Themen immer mehr ideologische scheinbare Wahrheiten“ festgelegt werden „und eine Diskussion darüber, ob das überhaupt stimmt, gar nicht mehr möglich ist und unterdrückt wird“. Insofern sei Corona – neben der medizinisch relevanten Seite – ein Symptom für die Verhinderung eines freien und offenen Diskurses in unserer Gesellschaft.

Trotz alledem endete die Rede mit der hoffnungsvollen Aussicht auf das Ende der Freiheitseinschränkungen spätestens Ende März, wie Dr. Frank prophezeite.

Auch am heutigen Samstag (19.2.) lädt die Initiative für Demokratie und Aufklärung zu einer weiteren Demonstration ein, die um 14.30 Uhr auf der Neckarwiese beginnt und diesmal zum Friedrich-Ebert-Platz führt.