Michael van Laack

Man gestatte mir den unschönen Vergleich, aber diese Meldung schlug ein wie eine Bombe. Nach einer eilig zusammengerufenen Sondersitzung der ukrainischen Regierung erklärte Wolodomyr Selenskyj: “Wir legen die Waffen nieder! Wofür sollen wir noch kämpfen? 2024 tritt Trump zur Präsidentschaftswahl an und wird gewinnen.

Wir gehen davon aus, dass er als erste Amtshandlung nach der Vereidigung Präsident Putin anrufen wird, falls er ihn nicht sogar zum Festakt einladen sollte und seine Gebietsansprüche anerkennen wird. Wozu also jetzt noch Menschenleben opfern, für eine Sache, die auf die Zukunft hin bereits verloren ist”

Auslöser der Sondersitzung waren (wie bei den ukrainischen Diensten üblich erst mit 24-stündiger Verspätung aufgelaufene) Informationen, die der enge Trump-Vertraute, manchmal zu brillante Stratege und Gründer der GETTR-Plattform (eine Alternative zur Zensur- und Sperrhölle Twitter) bei einem Treffen mit Freunden in einem abgelegenen weiträumigen Schrebergarten ohne Gärten und Datschen im Landkreis Dallgow-Döberitz ins Mikrofon eines arglosen(?) Journalisten hauchte.

Jason Miller, der meistunterschätzte US-amerikanische Stratege

Nachdem Miller sich mit Andreas Kalbitz (dem ehemaligen Milzhakenverteiler, noch Ex-AfDler und zukünftigen Hoffnungsträger der Chrupalla und Weidel zeitnah aus dem Amt jagenden Höcke/Krah-AfD) darüber ausgetauscht hatte, wie Deutschland noch gerettet werden und der Zugriff der linksgrünversifften Milieus auf die Schnittstellen der Macht ein für alle Mal abgeschnitten werden könnte, plauderte er in das Mikrofon eines selbstverständlich nur zufällig anwesenden BILD-Journalisten zur Frage einer erneuten Kandidatur Trumps: „Er hat es noch nicht bekannt gegeben, aber ich denke, er wird wieder antreten. Natürlich mochte er Merkel nicht, er kennt diese Leute hier auf dem Treffen nicht persönlich, aber er weiß, dass sie Patrioten sind. Ich werde ihm davon erzählen.“

Auf die Frage, wie Trump sich wohl als Präsident verhalten hätte, nachdem Putin seinen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hatte: „Ich glaube, er würde sagen: Selenskyj, komm an den Verhandlungstisch, du wirst dieses Ding nicht gewinnen, komm raus da.“.

Kein Gnadentod, bitte – Wir müssen für unsere Untaten leiden!

Die Botschaft, so Selenskyj weiter, sei beim Empfänger angekommen. Selbstverständlich auf Kosten der ukrainischen Regierung werde nun der historische Eisenbahnwagen von Compiègne angemietet, in dem das Deutsche Reich am Ende des Ersten Weltkrieges kapituliert hatte und einige Jahrzehnte später auch Frankreich gegenüber Hitlers um lediglich 988 Jahre kürzeren 1000jährigen Reich.  Mit diesem symbolischen Akt solle der ganzen Welt gezeigt werden, dass von der Ukraine nie wieder eine Gefahr ausgehen werde. Bundeskanzler Scholz wird bei dem Festakt die Tinte mit einem Roller trocknen und Präsident Macron das Petschaft halten, welches Putin dann feierlich ins Wachs drücken wird.

Jason Miller habe ihm die Augen geöffnet, so Selenskyi nachdenklich und traurig. Nach der Kapitulation werde die gesamte Regierung Asyl in der Westsahara erhalten. Stattdessen in russische Kriegsgefangenschaft zu gehen, sei zwar die angenehmere Alternative, aber: „Wir haben so viel unnötigen Widerstand geleistet, da ist eine längere Buße, die nicht wenige Tage nach einem Schnellgerichtsurteil mit der Todesstrafe endet, dringend erforderlich.“

Solche Helden braucht die Welt!

Aus Russland hören wir, dass Putin bereits in Berlin nachgefragt habe, ob die russische Siegesparade in Deutschland stattfinden könne. Die historische Strecke vom Tempelhofer Feld über das Brandenburger Tor bis zum Lustgarten böte sich da an. Die Zustimmung der Bundesregierung gilt als sicher.

Damit dürfte die unselige Diskussion über das Frieren für irgendjemanden ebenso vom Tisch sein wie die Angst vor einem Atomkrieg. Erstaunlich, was ein paar fast gedankenlos ins Journalistenmikrophon gehauchte Worte auslösen können. Jason Miller jedenfalls wird in die Geschichtsbücher eingehen als der Mann, der Hundertausenden das Leben gerettet hat. Vielleicht schafft er das ja in ein paar Jahren noch einmal, wenn es gelten könnte, die polnische Regierung zu überzeugen. Doch mit etwas Glück ist Trump bis dahin schon Präsident und übernimmt diese heldenhafte Aufgabe selbst.

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