Conservo-Redaktion

Auf dem “Synodalen Weg” war viel von “gelingenden Beziehungen” die Rede, wobei die Delegierten hauptsächlich homosexuelle Beziehungen im Blick hatten und wohl auch weiterhin haben werden. Auch das Thema Abtreibung stand von Beginn des Prozesses an nicht auf der Agenda, denn man möchte es sich nicht mit der tiefgläubigen hedonistischen Gesellschaft verderben.

Und selbstverständlich auch nicht mit Irme Stetter-Karp, der Vorsitzenden des Zentralkommitees Deutscher Katholiken, die sich vor einigen Wochen für ein flächendeckendes Angebot zur Möglichkeit der Abtreibung eingesetzt hat. Ihr späterer Versuch, das Wording argumentativ aus der Welt zu schaffen, mißlang gründlich.

Unsere langjährige Gastautorin Dr. Juliana Bauer hat dankenswerterweise einige aktuelle und auch etwas ältere Äußerungen des ehemaligen Erzbischofs von Paris – Michel Aupetit – zum Thema “Beziehungen” ins Deutsche übertragen und mit teils kommentierenden Überleitungen versehen.

“Martin Buber zeigt, dass die Geburt des Selbst nur aus einer Beziehung erwächst. In der Tat ist das Leben ein Geschenk, das aus einer Liebe entstand, die vor uns existierte. Die sexuelle Beziehung ließ unser Leben beginnen, aber es ist die Liebe, die der Ursprung unserer Existenz als menschliche Person war.”

Mgr. Michel Aupetit, Tweet vom 10. September 2022

Diesem Tweet kann ohne weiteres ein anderer angefügt werden, den Michel Aupetit zwei Monate vorher, nicht ohne feine Ironie, schrieb:

In der Garage fand ich einen alten Larousse [Anm. d. Übersetzerin: das umfassende französische Wörterbuch, als Großwörterbuch bezeichnet] meiner Eltern. In der Rubrik „Heirat“ findet man geschrieben: „Legale Verbindung eines Mannes und einer Frau.“ Was hat sich verändert? Die Beziehung oder die Legalität? Der Mann oder die Frau?

Mgr. Michel Aupetit, Tweet vom 7. Juli 2022

In einer vielbeachteten Predigt, die der damalige Erzbischof von Paris, Aupetit, vor drei Jahren hielt, in der er u. a. die Missachtung der Schöpfung sowie die heute hofierte Abweichung von der in der Schöpfung angelegten Mann-Frau-Beziehung thematisierte, trat er klar und deutlich für den „Liebesakt zwischen einem Mann und einer Frau“ ein (Homélie 1. September 2019, Saint-Germain-l’Auxerrois, Paris).

Zu dem Thema äußerte er sich mehrfach; in der Liebe zwischen Mann und Frau erkennt er das Abbild Gottes laut dem Buch Genesis: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch… (Gen.1,27-28).

Kostbar: Die Absicht Gottes

Ein Jahr früher betonte er in einer Predigt zu Genesis 2 und Mk 10,2-16, wo Jesus über Ehe und Scheidung spricht, die „Absicht Gottes“, wie sie in Genesis 2 überliefert und von Jesus erneuert wurde. Zur Veranschaulichung zitierte er die Worte eines bedeutenden Rabbiners, Worte, die die Liebe eines Paares Mann – Frau ausdrucksvoll darlegen:

Wenn Gott bei der Erschaffung der Frau einen Knochen aus dem Haupt des Mannes genommen hätte, würde sie ihn dominieren. Das ist das Matriarchat. Hätte Gott zur Erschaffung der Frau einen Knochen vom Fuß des Mannes genommen, würde er seine Frau verachten. Das ist das Patriarchat. Nein, Gott nahm zur Erschaffung der Frau eine Rippe aus der Seite des Mannes, nahe seines Herzens, dass der Mann seine Frau liebe, [die ihm als menschliches Wesen gleich sei.]

Homélie 7. Oktober 2018, Notre Dame

Betrachten wir dazu die weiteren Verse aus dem Buch Genesis, Kapitel 2, welche Gottes Intention verdeutlichen: „Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Männin/Frau soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen. ISCH und ISCHA. Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch“ (Gen. 2, 21-24).

Die Schöpfung Gottes, überliefert in der Hebräischen Bibel und im Neuen Testament, bleibt für Michel Aupetit eine Kostbarkeit:

Eines Tages fragte mich ein Journalist, ob ich konservativ sei. Ich antwortete: „Ja. Genau wie der Konservator im Louvre. Dieser bewahrt einzig das, was kostbar ist und was sich über die Zeiten bewährt hat, um es vor dem Verständnis und der Empfindsamkeit aller auszubreiten.

Mgr. Michel Aupetit, Tweet vom 24. August 2022

*****

Sie lesen gern die Debattenbeiträge, Analysen, Satiren und andere Inhalte,
die wir Ihnen auf conservo bieten?
Dann können Sie unser Engagement hier per PayPal unterstützen:

Von conservo

Conservo-Redaktion