Michael van Laack

“Hätte klappen können!”, werden sich nun wohl einige AfD-Granden, Blogger der “Freien Medien”, Philosophen und andere “Friedensfreunde” denken, die im rechten Block, der die Wahlen in Italien am Sonntag klar gewann, einen neuen Verbündeten identifiziert hatten, der mit ihnen Seit an Seit für Putin marschieren würde.

Dem ist definitiv nicht so, wie Giorgia Meloni vor wenigen Stunden klargestellt hat. “Italien zuerst” bedeutet für die zukünftige erste Frau im Staat eben keineswegs “Italien, sonst nichts!”.

Der Flügel muss eine neue Erzählung finden

Ein weiterer Rückschlag für den real immer noch existierenden Flügel der AfD. Die Sabotage an Nord Stream 1 und 2 zwingt sie bereits, mit Blick auf die Demos im Oktober (aber auch grundsätzlich) strategisch umzudenken, weil “Öffnet Nord Stream 2” zu skandieren nun zumindest für mehrere Monate keinen Sinn mehr macht, nachdem irgendwer mit dem nötigen Equipment und hoher Logistikfähigkeit (USA, Russland, die NGO Greenpeace in Kooperation mit FfF oder vielleicht sogar Nordkorea?) Löcher in die Leitungen gesprengt hat.

Zweifellos werden Meloni und ihre Koalitionspartner härtere Töne gegenüber der EU anschlagen, die immer häufiger Regierungen auf der Nase herumtanzen möchte; ebenso zweifellos werden Themen wie Abtreibung, LGBTI, Islam, Migranten, Energiewende usw. zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Brüssel und Rom führen.

In der Ukraine-Frage aber wird die neue Regierung den Schulterschluss mit ihren westlichen Freunden und Verbündeten üben. Gewiss spielt in dieser haltungsfrage auch Pragmatismus eine Rolle, aber nicht nur. Meloni und die Ihren sind Realisten genug, zu erkennen, dass Putin nachgeben sich in mittlerer Zukunft Russland unterwerfen bedeutet. Und das wollen die stolzen Italiener ganz gewiss nicht!

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