China hat längst Abschied von der Dritten Welt genommen. Doch viele bei uns tun noch immer so, als ob es sich um ein Schwellenland handele. Aufwachen bitte!

Natürlich hat China noch sehr viele wirtschaftliche und soziale Probleme. Aber in der Weltpolitik spielt das Land „vorne“ mit. Für etliche im Westen (und im Osten – Japan, Thailand und Co.!) eine schmerzliche Erkenntnis. Denn über das Weltgeschehen – politisch und ökonomisch – wird zunehmend in Peking und weniger in Washington entschieden.

Hinter diesem Wandel steckt eine Entwicklung, die in westlichen Staaten weitgehend in Vergessenheit geraten ist: Chinas junge Führungselite ist bestens gerüstet für eine globale Rolle, hat an Elite-Universitäten Economy, Finanzmanagement, Jura etc. studiert. Während in Deutschland ein großer Teil der Elite auswandert, saugt China Wissenschaftler und Businessleute aller Art auf – und  dreht den Spieß um: Sie unterstützen das wankende Europa sowie die USA, nicht aus Mitleid, sondern weil die „alte Welt“ für China als wichtiger Absatzmarkt herhalten bzw. beibehalten werden soll. So ist die chinesische Unterstützung des Euro nur logisch, nicht nur weil China einer der bedeutendsten Gläubiger ist.

Die Zusammenarbeit bringt beiden Seiten Gewinn und wird für Europa wie für China beispielhaft sein. Aktive und gezielte Investitionen vor allem auf dem hochtechnisierten Produktionssektor sowie auf dem Feld der Umwelt und der Energie bringen chinesische Unternehmen in einem „großen Sprung nach vorne“ in den nächsten (etwa) zehn Jahren an die Spitze der Weltwirtschaft. Das, nebenbei bemerkt, hätte sich Mao Tse-tung bei seinem „großen Sprung nach vorne“ nicht träumen lassen.

Wir werden uns noch umschauen (müssen). Die noch junge Garde bestens gerüsteter Nachwuchspolitiker strotzt vor Selbstbewußtsein und Patriotismus. Sie werden bald die Macht in China übernehmen. „If you can´t beat them join them!“

 

Von conservo

Conservo-Redaktion