Der bis heute ungeklärte Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel beschäftigt noch immer viele Menschen, vor allem auch die Medien. Dabei wird häufig nach dem Motte verfahren „Dichtung und Wahrheit“: „Nimm ein bißchen Wahrheit weg, tu etwas mehr Dichtung hinzu!“

Selbst seriöse Magazine, wie der „Focus“ in seiner letzten Ausgabe, scheinen nicht vor Meinungsmanipulation gefeit. Mit dem Text neben einem Photo von Barschel „Nur nichts zugeben. Uwe Barschel – Als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein gab er 1987 sein “Ehrenwort”, daß Manipulationsvorwürfe falsch seien. Akten belegten anderes“, erweckt „Focus“ den Eindruck, Barschel habe tatsächlich die öffentliche Meinung manipulieren wollen.

Der Vorsitzende der „Aktion Linkstrend stoppen“, Friedrich-Wilhelm Siebeke, Rechtsanwalt aus Mettmann, der sich intensiv mit dem sog. „Fall Barschel“ beschäftigt, weist die Meldung des „Focus“ mit Nachdruck zurück. Von Manipulationsvorwürfen dürfe man zwar durchaus reden, meinte Siebeke. Sie sollten sich aber an die richtigen Adressaten richten. Die damaligen Manipulationsvorwürfe seien nämlich „von der Fünferkette Pfeiffer/Nilius/Jansen/ Engholm/Böhme“ erhoben worden und „waren in der Tat falsch“. Dies war das Ergebnis des zweiten Kieler Untersuchungsausschusses, veröffentlicht in „Der Kieler Untersuchungsausschuss II”, Verlag Schmidt und Klaunig Kiel, 1996.

Die „von der Fünferkette raffiniert gesponnene Intrige“ hat das Land Schleswig-Holstein über zwei Jahrzehnte in ein sozialdemokratisch regiertes Land mit bundesweiten Auswirkungen umgewandelt. Tausende CDU-Mitglieder haben sich ob der “Enthüllungen” geschämt und der CDU den Rücken gekehrt. Noch heute wird Barschel ungeachtet der Aktenlage der Lüge bezichtigt.

Auch ernstzunehmende Medien wie die FAZ und die „Zeit“ fielen damals auf die Intrige rein, sind aber inzwischen, wenn auch recht mühsam, von ihren vorausgegangenen Berichten zum „Barschel-Skandal“ abgerückt. Robert Leicht schrieb in der „Zeit“ (im Oktober 2007) einen Artikel unter der Überschrift “Wo waren die Beweise”? In dem Artikel heißt es u.a.:

„Nirgendwo findet man bisher eine selbstkritische Auseinandersetzung der Journalisten mit ihrer Rolle in dieser Affäre, in der politische Einstellungen und schlichte Leichtgläubigkeit eine stärkere Wirkung entfalteten als nach jeder Seite hin kritische Ermittlungen. Und das betrifft nicht nur den Spiegel, sondern viele andere Zeitungen, in Teilen auch die „Zeit.“

Ausreichendes Material für die „Enthüllung einer politischen Intrige ohne Beispiel“ finde man, so Siebeke, in den beiden Berichten des Kieler Untersuchungsausschusses sowie in dem Buch “Gegendarstellung”. Die Autorin Sylvia Greene-Meschke hatte zusammen mit Pfeiffer in der Presseabteilung der Landesregierung gearbeitet. Ihr Bericht enthält viele unbekannte Fakten. Das Buch ist von der Öffentlichkeit jedoch wegen des entgegenströmenden Mainstreams nicht zur Kenntnis genommen worden. Das Gleiche gilt für das in hoher Auflage erschienene Buch des Vorsitzenden der Deutschen Konservativen e. V., Joachim Siegerist, „Das Erbe des Uwe Barschel“, erschienen im WPR-Verlag Hamburg – hunderttausendfach verkauft, von den Medien totgeschwiegen.

Es ist wie so oft: „Linke“ Meinungsmanipulation gibt´s nicht, sondern ist „Meinungsbildung“, „rechte“ Meinungsbildung ist Lüge oder Propaganda.

 

Von conservo

Conservo-Redaktion