Deutschland droht die Energiewende – und den Fledermäusen das Aus. Da erinnert man sich sofort an den Streit zwischen dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck und den Grünen des Landes, die die Fledermaus durch den Ausbau des Flughafens Hahn bedroht sahen. Nun ging es damals um die Spezies „Mopsfledermaus“, für deren Erhalt die Grünen sich stark machten. Das gefiel dem um seine Mehrheit bangenden, aber damals noch nicht abgehobenen Beck ganz und gar nicht. Er lasse sich von keiner einzigen Mopsfledermaus den Wahlkampf verderben, wird kolportiert, weil er ja immer „nah bei de Leut“ sein wollte. In dem, was nun zu berichten ist, geht es aber nicht um Becks Möpse – obwohl besser zu ihm passend – sondern mehr um die Spezies „Zwergfledermaus“ sowie um die Kleinen und Großen Mauersegler. Der Reihe nach:

Ob Stuttgart 21, Atomkraftwerke oder Flughäfen – allüberall protestieren die Grünen traditionsgemäß gegen die Bedrohungen der Menschheit: Zerstörte Biotope, Elektrosmog, Leukämie, Lungenkrebs, Herzinfarkte etc. seien die Folge der Bauwut der Fortschrittsgläubigen. Nun holt die Grünen ihre eigene Ideologie ein: Rund 3.800 Kilometer Trassen müssen künftig durch unser Land gezogen werden, um den Strom von Nord nach Süd transportieren zu können. Viele Anlieger protestieren schon jetzt gegen die Verschandelung („Verspargelung“) der Landschaft, die rücksichtslos vorangetrieben wird. Es droht eine Unzahl von lauter kleinen „Stuttgart 21“-Demonstrationen und Widerstandsbewegungen, geführt von Grünen – gegen Grüne. Und jetzt auch das noch:
Die Windkraftanlagen bedrohen in gefährlichem Maße das Leben Hunderttausender Fledermäuse, die in den kälteren Wintermonaten aus Osteuropa vorzugsweise nach Süddeutschland ziehen und dort Opfer der Windkraftanlagen werden. Die Rotoren erzeugen einen Druck von bis zu 300 km/h, der die Innereien, besonders die Lunge, der Fledermäuse bersten lassen. Fachleute schätzen, daß jährlich etwa 200.000 Fledermäuse, vor allem Zwergfledermäuse, so ihr Leben aushauchen. Fledermäuse sind aber sehr nützliche Tiere, die Schadinsekten vertilgen und somit Feld und Flur vor Ernteschäden schützen. Fallen sie aus, sind Agrar- und Forstwirtschaft in hohem Maße gefährdet.

Das ist ein ernüchterndes Ergebnis grüner Energiewende. Doch ich höre keinen Protest gegen die Niedermetzelei der possierlichen Tierchen, keinen Aufschrei der Gutmenschen, wie wir ihn sonst gewohnt sind. Es herrscht buchstäblich Schweigen im Walde. In Deutschland wird es bald dunkler. Nach uns die Sintflut!

Von conservo

Conservo-Redaktion