Auf enormen 2/3tel Zeitungsseiten ist am 2.3. (Samstag) ein SZ-Artikel (Süddeutsche Zeitung) erschienen unter der Überschrift “Alleingelassen” und der 2. Überschrift “Was ist heute noch konservativ?“ Alles Geseiche. Eine längere Analyse lohnt sich nicht; es steht absolut nichts Neues drin. Man merkt halt allzu deutlich, wo der Autor hin will. Kein seriöser Journalismus, paßt aber in die SZ eines Herbert Prantl!

Der Artikel (Autor: Käppner) ist absolut oberflächlich. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Käppner versucht (zu offensichtlich), der Definition “konservativ” (s)eine Meinung unterzujubeln. Typisches Beispiel:

“…Konservativ sollte es sein, Lebensformen mit Kindern zu fördern und sich nicht das Maul zu zerreißen, wie diese Lebensformen auszusehen haben…”
Ja, verflixt, was meint er mit “Lebensformen mit Kindern”? In diesen Begriff passen z. B. auch die adoptierten Homo-Kinder. Mit mir nicht zu machen! Für uns Konservative darf es doch nur die Lebensform “Ehe” geben! (Und wenn sie durch welche Umstände auch immer zerbricht, bleibt doch der Grundsatz “Ehe” bestehen.) Eine homosexuelle “Ehe” kann nach unserer (konservativen) Auffassung nie eine “Ehe” sein.

Oder ein anderes Beispiel: “(Konservatismus müßte sich besinnen“…, schreibt Käppner) „…auf unsere Verantwortung in der freien Welt, statt obsoleten Modellen der Wehrverfassung nachzutrauern…” Das ist ein besonders infames Beispiel der Dialektik dieses Autors. Wir sollen uns besinnen auf unsere Verantwortung in der “freien Welt”…und deshalb spiele die Wehrverfassung keine Rolle mehr (oder so ähnlich, meint Käppner). Frage: Wo gibt´s denn heute die Käpplersche “freie Welt”? Und natürlich brauche ich in einer “freien Welt” keine Wehrverfassung. Die brauche ich nämlich da, wo unsere Freiheit oder die Freiheit anderer bedroht ist. Ziemlich verquast das Ganze.

Und dann haut uns der Autor zum Schluß noch eine “biblische” Weisheit um die Ohren – wie früher meine Oma: “Kind, paß auf Dich auf”. Käppler: “…Konservativ sein, das könnte im Guten bedeuten: einen konstruktiven Standpunkt zu haben, statt einer guten alten Zeit nachzutrauern, die es niemals gab.”

Wie gesagt, man merkt die Absicht. Jedenfalls mache ich diesen Modernisierungskram nicht mit, auch nicht – nein, erst recht nicht – wenn er von der CDU kommt. Umso angenehmer ist der Kommentar, den mir Wolfgang Thüne, promov. Philosoph und „Wetterfrosch“, gestern zu dieser Frage zukommen ließ:

„Konservativ ist aktiver lebensbejahender Schöpfungsschutz. Konservativ sein ist für mich das Natürlichste auf der Welt. Es ist eine Verpflichtung, die sich aus der biblischen Schöpfungsgeschichte ergibt und als ewige Verpflichtung gilt. Als Gott sah, daß sein Werk gelungen war und optimal funktionierte, stellte er den Menschen in die Natur mit dem Auftrag, die Schöpfung zu bewahren – die Erde zu bebauen, zu hegen und zu pflegen.
Das Leben war von Beginn abhängig von der Sonne. Damit deren Energie gleichmäßig über das Erdenrund verteilt werden konnte, schied Gott Tag und Nacht und stellte die Erdachse schief. Damit schuf er die Jahreszeiten, an die sich alles Leben anpaßte. Auf der Erde entwickelte sich eine Lebensvielfalt ohnegleichen.
Das lateinische Wort ‚conservare‘ bedeutet bewahren, erhalten, retten. Dazu muss man die Naturgesetzlichkeiten ebenso akzeptieren wie die Vergänglichkeit. Die Zeit flieht. Alles ist in Bewegung. Alles fließt. Nichts ist statisch. Alles ist dynamisch. Nichts ist gleich. Nichts ist im Gleichgewicht. Konservative sind keine Agenten des Stillstandes! Das Gegenteil ist wahr! Konservative lieben das Leben in all seiner außerordentlichen Schönheit und Vielfalt. Sie sind Feinde der Monotonie, von Eine-Welt-Bewegungen.
Konservative stehen aktiv im Leben, bejahen es und fügen sich in die natürlichen Lebenszyklen ein. Sie wollen nicht die Natur anhalten, streben kein völlig unnatürliches „Gleichgewicht“ an, denn Gleichgewicht bedeutet Bewegungslosigkeit, Stillstand, ja Tod. So betörend schön auch die Parole „ökologisches Gleichgewicht“ klingen mag, nur Ungleichgewicht garantiert die Vielfalt des pflanzlichen und tierischen Lebens, die Vielfalt des Wetters, die Vielfalt der Völker und Kulturen. Konservative sind tolerant. Sie sind Garanten für Freiheit und Würde des Menschen. Sie bejahen den Fortschrift, verneinen aber ideologischem Größenwahn und Intoleranz.“
SZ gegen Thüne: Manipulation versus schlichte Wahrheit! Intoleranz versus Toleranz! Ecco!

Von conservo

Conservo-Redaktion