Ist es denn möglich? Da gewinnt ein Konservativer – wie entsetzlich! – in seiner Heimat eine Zweidrittel-Mehrheit bei den Parlamentswahlen. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, muß es sich also wohl um einen Scharlatan, einen „Bösmenschen“, handeln. Die Gutmenschen sind entsetzt und versuchen mit allerlei Vorwürfen, die verirrte Wählerschaft über diesen „Undemokrat“ aufzuklären. Da Sachargumente nicht zur Verfügung stehen, wird tief in die „Haßkiste“ gegriffen. Orbán der Böse. Die (auf der Verliererseite stehende) Opposition kann ihm nicht verzeihen, die Mehrheit gefunden zu haben, und „alarmiert“ die europäische Öffentlichkeit gegen diesen „Schandfleck“ (Orbán).

Beredt verschweigen sie aber, wieso Orbán überhaupt einen solchen Wahlsieg erringen konnte: Die Vorgänger-Regierung Gyurcsány hatte Ungarn tief in die Sch…(Misere) geritten, was dieser in einer – allerdings geheimgehaltenen – Rede eingestehen mußte. Nun versucht Orbán zu verhindern, daß die alten und korrupten Funktionäre nochmals eine Chance erhalten, wieder ans Ruder zu kommen. Und die „lieben linken Freunde“ unterziehen ihn – natürlich „mit freundlicher Unterstützung geneigter Medien“ – mit einer vergifteten Kampagne von Halbwahrheiten und Entstellung über Tatbestände, die im Original kaum nachprüfbar sind. Denn leider kommt ihnen dabei zu Hilfe, daß die ungarische Sprache bei uns nahezu unverständlich, also zu Manipulationen offen ist. Gottseidank ist Orbáns Partei Mitglied der EVP (Konservativen), so daß er wenigstens seine Meinung dort äußern kann – was natürlich bei gewissen „Freunden“, und erst recht bei den Gegnern, auf Unverständnis stößt. Sie sähen am liebsten, daß Orbáns Partei aus der EVP ausgeschlossen würde.

Pech nur: Ich bin ziemlich sicher, daß Orbán bei Neuwahlen einer Mehrheit der ungarischen Bevölkerung immer noch sicher sein könnte – der beleidigten Opposition zum Trotz.

Von conservo

Conservo-Redaktion