SWR-Elefantenrunde ohne Rüssel?

(www.conservo.wordpress.com)

Alle gegen eine – der Versuch, die AfD auszugrenzen

Von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm
Thomas Böhm

So viel ist schon mal klar. Diejenigen die hier noch ernsthaft daran glauben, in einer Demokratie zu leben, sollten sich den aktuellen Beitrag in der „Stuttgarter Zeitung“ genau durchlesen:

Wahlkampfzeiten sind aufgeregte Zeiten, auch für den Südwestrundfunk (SWR). Mit Argusaugen wachen die Politiker darüber, wie sie sich vor allem im Fernsehen präsentieren können. Zweimal schon gab es mit Blick auf die Landtagswahl 2016 größeren Wirbel um den Sender. Als er allen Ernstes nur CDU, SPD und Grüne zur TV-Runde der Spitzenkandidatenzulassen wollte, ging die Opposition erfolgreich auf die Barrikaden. Ergebnis: auch der Frontmann der FDP solle dabei sein. Kürzlich sorgte zudem eine interne Direktive für Irritationen, die AfD solle – etwa in der „Landesschau“ – fortan nicht mehr automatisch mit dem Zusatz „rechtspopulistisch“ versehen werden.

Das AfD-Kleeblatt – ´mal rein, ´mal raus

Nun hat der SWR wieder Ärger, wegen der Diskutanten und der AfD gleichermaßen. Als sich die Fernsehleute kürzlich mit Parteienvertretern trafen, um über den Wahlkampf zu sprechen, war die Besetzung der „Elefantenrunde“ plötzlich wieder offen. Gesetzt seien die Spitzenkandidaten der vier Landtagsparteien, hieß es wie vereinbart. Aber dabei müsse es nicht bleiben: je nach Stand der Umfragen Anfang 2016 könnte die Runde erweitert werden, kündigte die zuständige SWR-Hierarchin an. Um wen, war unausgesprochen klar: den Spitzenkandidaten der zuletzt auf acht Prozent taxierten „Alternative“, Jörg Meuthen.

Die Vertreter von Grünen und SPD alarmierten ihre Spitzenleute, Winfried Kretschmann und Nils Schmid waren sich rasch einig: Wenn Meuthen wirklich eingeladen werde, blieben sie der Runde fern. Man werde die AfD nicht durch einen solchen gemeinsamen Auftritt aufwerten. Entsprechende StZ-Informationen bestätigten Sprecher beider Landesparteien. Dem SWR habe man dies klar signalisiert… (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neuer-streit-um-tv-runde-zur-wahl-absage-wegen-afd-angedroht.8dc87fb9-c32f-413b-96b0-9c81506bf3fa.html)

Demokratieverständnis der etablierten Parteien – gleich null!

Aber vielleicht sollte man auch ein wenig Verständnis für diese Art und Weise zeigen, Konkurrenten vorab schon mal aus dem Weg zu räumen. Dem roten Block geht der Arsch mächtig auf Grundeis. Fast überall in Europa erblüht der Patriotismus von Neuem, werden die gehirnkaputten Sozialisten an den Rand gedrückt. Ketschmann & Co wissen genau – geht das Flüchtlingsdrama in die nächste Runde und punktet die AfD im Fernsehen, ist ihre Macht ernsthaft in Gefahr.

Vielleicht haben die Etablierten auch einfach nur Angst, dass ihnen der Wind aus den Segeln genommen wird. Wer keine Argumente hat, fängt an zu schwitzen.

Wir sind gespannt, wie der Staatssender reagiert! Aber scheiß drauf, oder? Sollen die Grünen, die SPD und die CDU doch draußen bleiben. Wer braucht schon Versager!

*) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo

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11.12.2015

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