Brasilianische Kampfansage an den Zeitgeist

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Jair Bolsonaro

Auch das noch! Brasiliens neues Staatsoberhaupt Bolsonaro will der traditionellen Familie, Gott, der Nation und dem Militär wieder Geltung verschaffen – ein Tiefschlag für alle Sozialisten in der Welt! Schon unkt die linksgestrichene „Medien-Vielfalt“ unter den Gleichgerichteten, Brasilien sei damit auf dem Weg in die Vergangenheit.

Und erst einmal im Tiefschlag-Bereich angekommen, hetzen diese Weltverbesserer verbissen, des Präsidenten „Kulturkampf“ dürfte die „wirklich wichtigen Themen unserer Zeit“ verdrängen. Und was „wirklich wichtig“ ist, definiert natürlich der Medienmainstream. Und was dann kommt, ist die Gebetsmühle des Zeitgeistes:

Schrecklich, was da auf die Brasilianer zukommt:

– Der Klimawandel, Brasiliens Ureinwohner und der Amazonas dürften die tragischsten Verlierer der nächsten Jahre sein.

– Bolsonaro habe ein halbes Dutzend Militärs in seine Regierungsmannschaft berufen.

– Er habe das Umweltministerium unter Leitung eines Mannes gestellt, der auf Kleinbauern schießen lassen möchte.

– Das Familienministerium werde künftig von einer eine Frau geleitet, die gegen Gleichberechtigung ist.

– Die designierte Agrarministerin will mehr Pestizide auf die Felder sprühen lassen. usw.

– Und überhaupt habe Bolsonaro ein „Horrorkabinett“ aufgestellt. Seltsam, Brasilien bedarf der wirtschaftlichen Öffnung, und genau dafür hat sich der neue Präsident einen ausgewiesenen Fachmann geholt: Wirtschaftsminister Paulo Guedes. Mit ihm dürfte Brasilien ökonomisch wieder zulegen.

Die Linke könnte derweil die Zeit nutzen, im Spannungsfeld von Wirtschafts-wachstum und gesellschaftlichen Herausforderungen ihre Position neu zu bestimmen und Bolsonaro mehr als nur Lamento entgegenzusetzen.

Trennen wir uns bitte mal von der kleinen europäischen Sicht: Brasilien steht an der Schwelle zu einer Weltmacht

Brasilien ist die zweitgrößte Volkswirtschaft in Amerika, es ist das „B“ in den BRIC-Staaten, den aufstrebenden Wirtschaftsmächten. Es ist ein Koloß der Energiegewinnung, einer der größten Lieferanten von Nahrungsmitteln an China.

Die Amtseinführung des Ex-Militärs Bolsonaro hat Auswirkungen weltweit. US-Präsident Trump ist immer weniger isoliert in jenem Lateinamerika, wo man immer einen Groll gegenüber den USA gehegt hat und wo die wenigen Experimente der extremen Linken wie in Kuba und Venezuela zu Ende gehen.

Konservative Werte und Nationalismus auf der einen Seite – wirtschaftliche Freiheit auf der anderen

Eine klare Haltung zeigt Balsonaro schon seit längerem im Bereich Klimapolitik. Bisher spielte Brasilien da eine zentrale Rolle, als Bindeglied zwischen Industriestaaten und Schwellenländern. Die neue Führung hält die Erderwärmung dagegen für eine marxistische Verschwörungstheorie. Bolsonaro:

„Wir werden Änderungen des Pariser Abkommens vorschlagen. Wenn es nicht geändert wird, treten wir aus. Viele wichtige Länder haben es nicht unterzeichnet, warum sollte Brasilien politisch korrekt sein und sich einem Abkommen unterordnen, dass unsere Souveränität infrage stellen könnte.“

Die für November 2019 geplante Klimakonferenz in Brasilien hat Bolsonaro schon mal abgesagt. Vom Schutz des Amazonas-Regenwaldes hält er noch weniger als vom Multilateralismus – von daher auch sein neuer Spitzname „Tropen-Trump“.

„Die Welt ist entsetzt“…

… so oder ähnlich lauten denn auch die Kommentare der Anti-Trump- und Ant-Bolsonaro-Medien. Mit seinen Äußerungen gegen Bürgerrechte und die Demokratie habe Bolsonaro die Sorgen der „verantwortungsbewußten“ Politiker (also seiner Gegner) weiter genährt. „Seine Gegner“ – das sind zweifelsohne die vereinigten linken, sozialistischen Gutmenschen in der ganzen Welt, von denen gewiß die wenigstens eine Ahnung vom Land Brasilien und seinen Problemen, aber zu allem eine (vorgefertigte) Meinung haben dürften. Sie haben allesamt als Beweis ihrer gutmenschlichen Unfähigkeit wirtschaftliche und politische Ruinen geschaffen – siehe Kuba, Venezuela usw.

Und klar, sie befürchten jetzt, daß Bolsonaros Amtsantritt einen Wandel des Politikstils in Brasilien mit sich bringen könnte. Seine Vorliebe für einfache Botschaften über soziale Netzwerke und seine Leugnung des Klimawandels erinnern dabei zwangsläufig auch an Donald Trump – will heißen: schlechte Zukunftsaussichten für Sozialisten.

Hilflos und ohne parlamentarische Mehrheit werden sie wohl in den Teppich beißen müssen, der sich über ihre linken Wolkenkuckucksheime gelegt hat. Genauso hilflos sind ihre Reaktionen: Sie malen ein Menetekel des Gottseibeiuns an die Wand, um dem Teufel Balsonaro Paroli bieten zu können, und verkünden ihre Weltsicht auf den neuen Präsidenten.

Und die lieben Bolsonaro-Gegner legen noch eins drauf: Bolsonaros Wahl sei ein Zeichen der Zeit in einer Welt, in der bereits mehrere Politiker an die Macht gekommen sind, die den starken Mann markieren. In Kombination mit den seit langem etablierten autokratischen Regimen sei dies kein Jahresbeginn, den sich Befürworter liberaler Demokratien gewünscht hätten. Es drohe Instabilität auf der Welt. Gut gebrüllt, zahnloser Löwe!

In der Tat, Präsident Bolsonaro hat eine radikale politische Wende angekündigt

Bolsonaro wird nicht zögern, z. B. mit aller Gewalt gegen Banden, Diebe, Schmiergeldempfänger und Mörder vorzugehen. Er hat erklärt, gesetzestreue Brasilianer könnten ihre Waffen behalten können, und der Polizei hat er quasi grünes Licht gegeben, zuerst zu schießen. Zudem will Bolsonaro allzu liberale Gesetze zurücknehmen usw…

Das bedeutet in praxi, daß der neue Präsident den Zugang zu Waffen erleichtern möchte. Er werde jedem Bürger, der keine Vorstrafen habe, das Recht auf Waffenbesitz garantieren. Ein entsprechendes Dekret werde er gleich nach seinem Amtsantritt am 1. Januar erlassen. Bolsonaro hatte die Liberalisierung des Waffenrechts bereits im Wahlkampf angekündigt und erklärt, so könnten sich die Bürger besser gegen Kriminelle verteidigen. (Hintergrund: 2017 wurden in Brasilien mehr als 63.000 Menschen getötet.)

Er rief zum Kampf gegen Korruption, Kriminalität und politische Korrektheit auf. Die Zeit des Sozialismus und der politischen Korrektheit sei vorbei. Er werde die Korruption und Kriminalität eindämmen und wolle für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze sorgen.

Von den Schulen forderte Bolsonaro eine Abkehr von der, wie er formulierte, Gender-Ideologie, und eine Rückbesinnung auf jüdisch-christliche Werte.

Gegen „antidemokratische Regime“

Auch außenpolitisch dürfte es bald (keine) Überraschungen geben: US-Außenminister Pompeo traf sich anläßlich der Amtseinführung des Präsidenten mit seinem Amtskollegen neuen Araújo. Man habe darüber gesprochen, wie man gegen anti-demokratische Regime in der Region vorgehen könne, sagte Pompeo im Anschluß. Namentlich erwähnte er Venezuela, Kuba und Nicaragua – die Ikonen linker Pleitestaaten.

Da wird´s also auch für einige „liebe“ Nachbarn ungemütlich.

Aber auch Konflikte drohen

Nur gemütlich wird´s aber auch nicht in Brasilien selbst zugehen. Konflikte zeichnen sich schon jetzt ab – und die Welt wird beobachten, wie Bolsonaro damit umgehen wird. Zum Beispiel: US-Außenminister Pompeo sprach in Brasilien anläßlich des Amtsantritts Bolsonaros vor allem über Chinas Einfluß in der Region. Das größte Land Lateinamerikas ist Nebenschauplatz des Zollkonfliktes mit Peking. Brasiliens Sojaexporteure profitieren – ohnehin ist die Volksrepublik größter Handelspartner. Sie zu brüskieren, kann sich die neue Regierung in Brasilia nicht leisten – umso weniger, als sie zur Reform der maroden Wirtschaft auf Geld aus Peking und die Unterstützung der mächtigen Agrarlobby angewiesen ist.

Allen wird Bolsonaro es nicht recht machen können.

www.conservo.wordpress.com     7.1.2019

21 Kommentare

  1. Ich habe zu meinem Kommentar noch einen Nachtrag zu machen. Einen mächtigen Rüpel habe ich nämlich vergessen: Den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman. Zu Donald Trump fallen mir Parallellen zu Franklin D. Roosevelt auf. Dieser hat aus Sympathie zu Stalin diesem beinahe
    ganz Deutschland geschenkt. Trump zieht die US-Truppen aus Nordsyrien ab und überlässt seine kurdischen Verbündeten dort ihrem Schicksal. Damit läßt er den Despoten Erdogan und Putin in
    Syrien freie Hand. Wie kann man nur so blöd sein? Die US-Amerikaner und ihre verdammte
    Schaukelpolitik.

    1. Das „America first“ bedeutet eben auch das Ende der Einmischungspolitik in andere Länder und das Beenden der Rolle als Weltpolizei und das Investieren amerikanischen Geldes in Amerika. Es wird höchste Zeit, dass die anderen Länder sich um sich selber kümmern und nicht immer total egoistisch Hilfe von auswärts erwarten.
      Außerdem scheint Putin für sein Volk zu stehen und ist kein Ausbeuter und Zerstörer des eigenen Volkes wie Merkel.

      1. Putin und seine Vertrauten haben aus Russland eine Kleptokratie gemacht und Riesen-vermögen angehäuft. Außerdem hat er systematisch die russische Demokratie und Zivil-
        gesellschaft zerstört. In Russland ist es leider so, dass das einfache Volk der Elite bedingungslos ergeben ist. Das war auch schon in der Sowjetzeit so.

        1. Und was hat Merkel mit uns gemacht? Ich bin Deutscher und mich interessiert vor allen Dingen Deutschland! Wir Deutschen sollten unseren moralischen oder anderen Größenwahn ablegen und nicht andere Länder bevormunden oder uns dort einmischen. Wenn dort eine Kleptokratie herrscht, ist es Sache der Russen, das abzuschaffen.
          Merkel regiert uns wie eine absolutistische Sonnenkönigin. Mit ihren Klatschaffen. Ihre Kleptokratie ist viel größer, dagegen ist Putin kleiner Taschendieb. Sie und ihre Klatschaffen berauben nicht nur das eigene Volk zu ihren eigenen Gunsten, sondern zu Gunsten der übrigen 7 Milliarden Weltbürger:
          1. Griechenlandrettung mit Bruch des No-Bail-Out-Vertrags.
          2. Rettung von ganz Afrika (totaler Größenwahn) mit Bruch des Asylgesetzes Art. 16a GG.
          3. Entwicklungshilfe.
          4. Sozialstaat für Ausländer, die nie hier einbezahlt haben, sogar für Kinder, die gar nicht in Deutschland leben.
          5. Krankenkassenleistungen für türkische Verwandte in der Türkei.
          6. Erdogan Deal anstatt selbst die Grenzen zu sichern.
          7. Ukraine Konflikt: Die Verursacherin ist Merkel, denn mit ihrem dummdreisten Angebot wieder auf Kosten Deutschlands an die Ukraine, sich der EU anzunähern, hat sie die Ukraine gespalten in West- und Ostbefürwortern und der Konflikt ist überhaupt erst entstanden. Sie ist die Verursacherin, weil sie wieder mal deutsches Geld zum Fenster rausschmeißen wollte zu Gunsten der Ukraine.
          8. usw.
          Sie ist eine unmenschliche Ausbeuterin und Versklaverin des eigenen Volkes, 1000mal schlimmer als Putin. Und das berührt mich als Deutscher und geht mich als Deutscher an, was in Russland passiert, da haben die Russen die Pflicht und das Recht, sich darum zu kümmern. Und nicht ich als Deutscher. Schon wieder Deutscher Größenwahnsinn?! Moralische Überheblichkeit, in der ganzen Welt alles regeln zu wollen?!
          Auf diesen Größenwahnsinn habe ich keine Lust, und ich habe weder das Recht noch die Pflicht, anderen Ländern Regeln beizubringen.

  2. Wir leben im Zeitalter der mächtigen, brutalen und rüpelhaften Männer: Trump, Putin, Xi,
    Bolsonaro, Erdogan, Kim und der iranischen Ayatollahs. Das kann kein gutes Ende nehmen. Ich denke, die nächsten Jahrzehnte werden für die Menschheit und die Natur auf diesem Planeten
    sehr düster sein. Es wäre ein Wunder, wenn ein Katastrophe ausbliebe.

    1. Offen gesagt ist mir Trump erheblich lieber als das Kommunisten – MerKILL!

  3. Herr Helmes,
    ist Ihnen der Schutz des brasilianischen Regenwaldes, eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde, wirklich gleichgültig? Wenn ja, bin ich maßlos enttäuscht von Ihnen.

    1. @ Gerhard: Lieber Gerhard, davon kann keine Rede sein. Ich habe lediglich die Stimmung bzw. polit. Situation in Brasilien wiedergegeben. Viele Grüße! PH

  4. Was die Linken aus einem ehemals reichen Land gemacht haben, kann man in der Nachbarschaft von Brasilien, nämlich Venezuela, beobachten. Vom reichen Ölland zu einem Hungerstaat!

  5. Tja, schon bedenklich in den Augen der Zeitgeistigen, wenn jemand noch einigermaßen normal denken kann (wie Bolsonaro).
    Die These vom menschgemachten Klimawandel ist der gleiche geistige Dünnpfiff wie selbige von der alleinseligmachenden universalen Migration. Beides seit Jahren von den Geld- und Machteliten zum eigenen Wohl erfunden und mittels rein menschenfreundlicher NGO`s unters Volk gebracht. Und von der Qualitätspresse nachgebetet.
    Mit der Absage der „Klimaschutzkonferenz“ hat er schon mal jede Menge CO2 eingespart (ganz egal ob dies überhaupt das Problem ist), leider aber vielen Weltrettern und Gschaftlhubern damit den Ausflug und das Sightseeing verdorben.
    „Die Welt ist entsetzt“ : ein gutes Zeichen, denn „Welt“ bedeutet in diesem Zusammenhang : die denkabstinenten, nur gefühlten Gutmenschen.

    1. @oldman_2

      Jetzt zur Zeit passieren viel zu viele Bedenkliche Böse Dinge Gleichzeitig !!!!

      Russische Politikerin Veronika Krascheninnikowa machte einen Bösen Schlag ins Gesicht der AfD !!!!!

      https://www.youtube.com/watch?v=2qDAL1_oEjI

      AUCH DIESES JAHR 2019 HATTE ES DOCH SCHON WIEDER ISLAMISCHE KRIEGS-GEWALT IN BERLIN GEGEBEN !!!!

      Böse Schreckliche Silvester-Kriegs-Szenen aus Berlin am 01.01.2019 !

      1. Google Translate:

        Veronika Krasheninnikova ist Leiterin des Zentrums für internationalen Journalismus und Forschung in Rossiya Segodnya. Krasheninnikova war früher Präsident des Rates für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit USA-GUS.

        Seit 2006 ist sie Vertreterin von St. Petersburg in den Vereinigten Staaten, in der sie für die Koordinierung kommunaler, wirtschaftlicher, touristischer und kultureller Projekte und Programme zwischen St. Petersburg und US-amerikanischen Unternehmen verantwortlich ist.

        Krasheninnikova war von 2008 bis 2009 der Vertreter der Russkiy Mir Foundation in Nordamerika und Autor von Amerika-Russland: der Kalte Krieg der Kulturen (2007).

        Quelle: ->> Carnegie Council <<-

        Veronika Krasheninnikova is head of the Center for International Journalism and Research at Rossiya Segodnya. Krasheninnikova formerly served as president of the Council for Trade and Economic Cooperation USA-CIS.

        Since 2006, she has been St. Petersburg's representative to the United States, in which she is responsible for the coordination of municipal, business, tourism and culture projects and programs between St. Petersburg and U.S. companies.

        Krasheninnikova was the Russkiy Mir Foundation's representative in North America from 2008-2009 and is the author of America-Russia: the Cold War of Cultures (2007).

        https://www.carnegiecouncil.org/people/veronika-krasheninnikova

        Klar, die gehört zum Globalistenverein!

        1. Wenn ich schon „Islamophobie“ höre, weiß ich was dann kommt. Selbst für durchaus intelligente Leute kommt offenbar Gefühl vor Vernunft. Und : Globale Agenda – richtig. Mit allen Nebenwirkungen.

  6. Das gibt Hoffnung. Das Volk hat in Brasilien entschieden und genau das wird davon profitieren.
    Auch in Brasilien ist das Volk auf die Straße gegangen. Fangen wir damit an diese ganzen Kommunisten zum Teufel zu jagen, bevor sie alles was gut und sicher war in Deutschland zerstört haben.

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