Michael van Laack

“German Angst” – mehr fällt mir zum heutigen Morgenkommentar von Wulf Schmiese nicht mehr ein. Äußerste Geheimhaltung, denn der Zug in dem das Spitzenpersonal Italiens, Frankreichs und Deutschlands heute mit leeren Händen in die Ukraine fährt könnte angegriffen werden. Wurde er aber nicht. Die drei Herrschaften sind mittlerweile wohlbehalten angekommen.

Na ja, es gibt ja noch den Rückweg… Oder vielleicht will Putin mit einer Rakete den ukrainischen Präsidenten Selenskji abschießen und trifft dabei versehentlich das weise Haupt des Nachfolgers der letzten Verteidigerin der freien Welt…

Deutschland, nimm Dich nicht so wichtig!

Jetzt kommt mal alle wieder runter. Boris Johnsons Gefährdung war – zumindest auf dem Papier – wesentlich größer, als er nach Kiew gereist ist. Denn sein Land hatte bereits schwere Waffen geliefert und er war derjenige Staatschef Europas, der Putin mit den schärfsten Worten von allen kritisierte. Auch um die polnische, tschechische, slowakische, estnische, lettische und litauische Regierungsspitze hätte man sich größere Sorgen machen müssen. Ganz abgesehen von Frau von der Leyen, über die Lavrov und Medvedev bisher nichts Gutes zu berichten wussten.

Aber jetzt, wo Macron reist (der vor dem Gesichtsverlust Putins ausdrücklich gewarnt hat), Scholz (der Weltmeister bei der Ankündigung schwerer Waffen) und Draghi (der gern die Konferenz Minsk 3 schaffen würde, wo sich fremde Staaten mit über den Kartentisch beugen, die Landnahme Russlands teilweise akzeptieren und einmal mehr hohle Sicherheitsgarantien für die Ukraine abgeben würden)… Ausgerechnet den Tod dieser drei Herrschaften im Kriegsgebiet sollte Putin billigend in Kauf nehmen oder gar betreiben wollen? Sorry, aber der müsste er ja wirklich mehrfach als Kind zu heiß gebadet haben – Denn bessere klammheimliche Advokaten seiner “militärischen Sonderoperation” wird er in Europa auf lange Zeit nicht mehr finden.

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