Michael van Laack

Ein Aufschrei ungeheuren Ausmaßes kommt in diesen Tagen aus den Mündern zahlreicher lesbischer Aktivistinnen im sexuell-dekadenten Westeuropa. Wie Schuppen ist es ihnen nun aus den Augen gefallen: Die Regenbogen-Flagge, der ganze Stolz der LGBTIQ-Community ist ein ebenso transphobes wie rassistisches Zeichen, vermutlich nicht weit entfernt von der Hakenkreuzfahne.

Eine genaue Begründung für dieses vielleicht doch etwas zu harsche Urteil liefern die Damen zwar nicht, aber das ist ja auch egal. Denn sobald etwas als transphob oder rassistisch bezeichnet wird, wäre schon die Diskussion darüber, warum das so sei, voll Nazi.

Eine für Kampflesben unerträgliche Diskriminierung

Verstanden habe ich allerdings, dass sich schon vor einigen Jahren alle Lesben dieser Welt durch das Regenbogengedöns nicht angesprochen fühlten und deshalb auf Töne von zartrosa bis violett wechselten, die Regenbogenflagge aber weiterhin für ein Zeichen hielten, dass sich auf Demos neben der schwarz-weiss-roten Antifa-Flagge durchaus sehen lassen konnte.

Doch nun, nach Jahrzehten der grausamsten seelischen Unterdrückung und farbpolitischen Indoktrination durch andere Teile der queeren Community haben sich die “Butch” endlich erhoben… oder so! “Butch” sind sich zum weiblichen Geschlecht hingezogen fühlende Frauen, die ein maskulines Auftreten haben.

Vor 45 Jahren haben wir auf dem Schulhof solche Damen “Kampflesbe” genannt. Aber das wäre im offenen, toleranten und bunten Deutschland 2022 selbstverständlich ein Straftatbestand; außer – wie ich hoffe – in Zwischenüberschriften.

Wie auch immer, jedenfalls hat die Butch-Community erkannt, dass Rosatöne sie diskriminieren, weshalb rot, orange und weiß jene Farben sein werden, auf die sie ab jetzt stolz sind. Was das mit dem Vorwurf zu tun hat, die Regenbogenflagge sei rassistisch und transphob, wird nicht ganz klar. Aber mal ganz ehrlich: Das ist mir auch sch…egal!

Erreichen die “Butch”, was Lambrecht nicht schaffte? Stürzt Faeser über Flaggenaffäre?

Unserer geliebten Innenministein Faeser darf das allerdings keineswegs gleichgültig sein, setzt sie sich doch spätestens ab jetzt jedes Mal dem Vorwurf aus, transphob und rassistisch zu agieren, wenn sie sich mit der bunten LGBTIQ-Community ablichten lässt oder die Anordnung gibt, die Regenbogenflagge auf Bundes- und Landesgebäuden zu hissen.

Aus Kreisen verlautete bereits vorgestern, dass man sich der Problematik sehr bewusst sei und im Innenministerium einen Arbeitskreis gründen wolle, der sich – laienhaft ausgedrückt – mit der Frage der Flaggengerechtigkeit auseinandersetzen werden. Ebenfalls soll erwogen werden, einen Farbpsychologen zum Pride-Beauftragten der Bundesregierung zu machen, der mit den zahlreichen Communities im ständigen Austausch über etwaige wechselnde Buntheitsbefindlichkeiten bleiben wird. Schön, dass wir keine anderen Probleme in Deutschland und Europa haben!

*****

Sie lesen gern die Debattenbeiträge, Analysen, Satiren und andere Inhalte,

die wir Ihnen auf conservo bieten?

Dann können Sie unser Engagement hier unterstützen:

PayPal