Um Günter Grass (85) war es in letzter Zeit etwas ruhiger geworden. Das kränkte wohl die eitle Seele, und deshalb hat sich der Hofpoet der Salon-Sozialisten auf die politische Tagesbühne zurückgemeldet. Aber wie jämmerlich! Fast die ganze Welt fiel über ihn her. Selbst der sonst eher ergebene „Stern“ spottet über den Greis aus Lübeck: „GröDuDaZ“ – „Größter Denker und Dichter aller Zeiten“. Der so Verhöhnte sieht sich nun jedoch als Opfer einer Medienkampagne. Anerkennung erntete er nur bei den Mullahs in Iran.

Der Dichter und ehemalige iranische Botschafter in Berlin, Javad Asadian, greift Grass in der FAZ (12.4.12) ohne diplomatische Schnörkel an: „Lieber Günter Grass, Sie sind ein Meister des Schweigens: Die Mullahs vollziehen öffentlich das Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Iran. Mit Terror, Mord, Selbstmordanschlägen mischen sie sich in der ganzen Region ein, nur um die moderne Lebensform zu vernichten und die Scharia, die koranischen Gesetze, als Maßstab der Dinge zu bestimmen. Sie sind ein Meister der Verdrehung: Khomeini, Khamenei, Ahmadineschad betrieben innerhalb ihrer islamischen Herrschaft von Anfang an die Politik der Vernichtung Israels (…) neben Amerika als Hauptfeind der Mullahs deklariert. Die Vernichtung Israels ist Staatstheorie der islamischen Republik (…)

Sie haben den Repräsentanten eines Massenmörderregimes als „Maulhelden“ bezeichnet, also als jemanden, der seinen Worten keine Taten folgen läßt. Sie haben diesem Regime ideologische Waffen für seinen Terror gegen die Iraner geliefert, und die islamischen Schergen haben sich dafür umgehend bei Ihnen bedankt.“

Dieser Botschaft des Botschafters ist nichts hinzuzufügen. Grass ist gewiß ein weltbekannter deutscher Schriftsteller, aber vom hohen moralischen Sockel, auf den er sich gerne gestellt sah, ist er längst hinuntergestürzt – durch eigene Schuld. Als „Praeceptor Germaniae“ – als den er sich selbst gerne gesehen hätte – taugt er schon gar nicht. Er hat sich in seinen letzten Lebensjahren zu einem schmalkünstlerischen Stammtischparoliker entwickelt. Der Text des Grassen „Gedichtes“ erheischt nicht einmal eine literarische Auseinandersetzung. Typisch dazu der frühere FAZ-Feuilleton-Papst Marcel Reich-Ranicki: „Schrecklich! Ganz schrecklich!“ Oder um mit dem großen französischen  Novellisten Gustave Flaubert zu sprechen: „Er ist platt wie ein Trottoir“.

Von conservo

Conservo-Redaktion