Es ist immer wieder erhellend festzustellen, wie manche Meldungen entweder verschwiegen oder „ganz hinten“ platziert werden. Eine solche Nachricht ist die über Andrea Nahles´s Versuche, ein neues SPD-Netzwerk bei den Funkmedien zu knüpfen. Als gäbe es der grünen und linkslastigen Medienmenschen noch nicht genügend, sollte deren Einfluß – meinte Nahles – durch ein solches Absprache-Organ gestärkt werden. Eine pfiffige Idee, wenn denn alle mitmachten. Es kam anders.

Die SPD hatte vor Beginn des heißen Wahlkampfs, im Juni d. J., die „lieben Mitglieder von Rundfunkräten und des ZDF-Fernsehrates“ zu einer Telefon-Schaltkonferenz „eingeladen“. Die Absicht war gar nicht zu übersehen, stieß aber wohl einigen „lieben Räten“ auf: „Noch vor der heißen Phase der Bundestagswahl“, so das Rundmail aus der SPD-Zentrale, wolle man darüber reden, wie man „die Kommunikation verbessern“ könne.

Das war an Deutlichkeit nicht zu übertreffen. Ein neues Netzwerk der SPD aus Rundfunkräten – das hat ´was! Die Zahl der SPD-nahen Rundfunkräte dürfte bei knapp 100 liegen. An der ersten Schaltkonferenz nahmen aber nur knapp 20 Interessierte teil. Die Teilnehmerzahl der folgenden Zusammenschaltungen wurden nicht mehr bekannt. Da bleibt Frau Nahles noch viel Arbeit. Und überdenken sollte sie zumindest die immer wieder heruntergebetete Leier, daß die SPD „keinen Einfluß auf die Arbeit in den Redaktionen“ nähme. Geschenkt!

…und Medien-Verluste

SPD und Medien, das ist eine ziemlich zwiespältige Geschichte. Auf der einen Seite der nicht zu übersehende Einfluß SPD-angehauchter Journalisten und der SPD-Medienholdung DDVG (einer der größten Verlage des Landes), der fast 10 Prozent medialer Einrichtungen (Zeitungen, Rundfunkbeteiligungen etc.) gehören. Auf der anderen Seite immer wieder horrende kaufmännische Verluste, die den SPD-Vorstand zur Verzweiflung bringen. Wie im ganz gemeinen politischen Alltag: Die SPD kann nicht mit Geld umgehen.

Allein im vergangenen Jahr hat die DDVG einen Verlust von 14 Millionen Euro produziert. Dieses Geld geht nun dem SPD-Vorstand ab; denn der kriegt gemeinhin den Löwenanteil eines DDVG-Gewinnes. (Zum Trost der Genossen sei aber vermeldet, daß die noble DDVG den SPD-Vorstand nicht ganz leer ausgehen läßt: Sie schüttet eine Dividende von 1,8 Millionen € aus, die sie aus der Substanz nimmt.) Hohe Beteiligungsverluste u. a. bei der Frankfurter Rundschau und aus einem abstrusen Kreuzfahrtgeschäft sprechen eine klare Sprache. Nicht nur wegen erwiesener Unfähigkeit, sondern auch der politischen Hygiene wegen sollte sich die SPD vom Medienmarkt zurückziehen. Sie ist die einzige Partei, die dort so engagiert ist – eine bedenkliche Vermischung von Partei und Geschäft.

Am Rande notiert: Gößtes Hindernis für Wahlsieg der SPD?

Es ist ja schon ein Gassenhauer, darauf hinzuweisen, daß die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten mehr Probleme und weniger Freude im Wahlkampf hat(te). Deshalb stellte t-online ihren Nutzern (am 6.9.13) eine nicht uninteressante Frage: „Was/Wer ist Ihrer Meinung nach das größte Hindernis für einen Sieg der SPD?“ Auf die zum Anklicken vorgegebenen Antworten entfielen u. a. (nicht repräsentativ): („Das größte Hindernis ist…“)

–        die SPD                    : 28,2 %

–        der Kandidat selbst  : 44,3 %

Fast dreiviertel aller Befragten sehen also die Gründe für das Tief der SPD im eigenen Lager. Gut so!

Von conservo

Conservo-Redaktion