Stell Dir vor, keiner will ins Fernsehen…

(www.conservo.wordpress.com)

Von altmod *)altmod

Glaubt man den Berichten, haben die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vom SWR ernsthaft gefordert, an der sog. Elefantenrunde im Fernsehen vor den Landtagswahlen keine AfD-Vertreter einzuladen, andernfalls würde man selbst fernbleiben.

Man wollte unter sich sein. Nur SPD, Grüne und CDU, die “Staatstragenden“ sollten dem Volk vor der Glotze geboten werden.

Der Intendant des SWR ist – angeblich mit „zusammengebissenen Zähnen“ – vor dieser Erpressung eingeknickt.

Da hat nun die durchaus Populismus-geübte CDU-Vorsitzende von RhPf. Julia Klöckner einen Treffer gegenüber dem Rot-Grün-Funk gelandet, indem sie ihrerseits auf eine Teilnahme an den Talkrunden vor Wahl verzichten will: „Mit unserer Teilnahme würden wir die skandalöse Einflussnahme der SPD und die so erzwungene, falsche Reaktion des SWR nur noch belohnen“, erklärte die CDU in Mainz.

Natürlich wollen jetzt die Verantwortlichen, die rote Manu und der grüne Winfried nichts von Erpressung oder Drohung getan haben und die Unabhängigkeit des Rundfunks gewahrt sehen. Nichtsdestotrotz haben sie dem SWR, der es vielleicht foch gerne ablehnen möchte, als Staatsfunk bezeichnet zu werden, „gezeigt, wo der Hammer hängt“.

Der mit Aplomb publizierte Verzicht der CDU geschah nicht wegen des undemokratischen Umgangs mit den ungeliebten politischen Mitbewerbern, sondern, um sich selbst mal als angeblicher Wahrer der öffentlich-rechtlichen Rundfunkfreiheit aufzuspielen. Wer soll einen hindern, je nach Bedarf sich den Schafspelz überzustülpen.

Wie wird das Ganze ausgehen? Das weiß man so genau noch nicht.

Der SWR solle nach dem Gerangel doch einfach diese Sendungen ausfallen lassen, so könne er wenigstens das Gesicht der Unabhängigkeit wahren – heißt es.

Ich fantasiere mir mal folgendes Szenario:

Die Sendungen finden wie geplant statt, nur ohne Vertreter der SPD, Grünen und der CDU. Es werden leere Stühle mit betreffenden Pappschildern gezeigt – neben den besetzten Stühlen mit Vertretern von AfD, FDP, Linken usw., welche nach den Umfragen über 5% liegen könnten. Der Moderator ruft einfach wie gewohnt die Parteienvertreter zu den einzelnen Fragen auf: jedes Mal jede Partei – wie üblich! Neutral formuliert könnte dann bei CDU, SPD oder Grünen vom Ansager festgestellt werden, dass sich die CDU, SPD und die Grünen dem (demokratischen) Meinungsaustausch nicht stellen wollten.

Das wäre eine Konkretisierung, die der Wahrheit für den Zuseher am nächsten kommt.

Wäre das nicht auch ein Zeichen der Unabhängigkeit des betreffenden Senders, eine Demonstration von Rückgrat und Eigenständigkeit?

Aber, können sich die Ideologie- und Quoten-gesteuerten Intendanten und Fernsehredakteure derartige Inszenierungen erlauben?

Vielleicht erwiesen sich dieser Art politische Sendungen auf einmal als diejenigen mit der höchsten Einschaltquote. Das Volk liebt doch Spektakel! Die richtige Inszenierung und Regie vorausgesetzt.

Erschiene uns das nicht endlich mal “ausgewogen und unabhängig”?

Man stelle sich vor, es sind Wahlen und CDU, SPD und Grüne halten mal die Klappe und verschonen uns mit ihren Lügen. Und dann verfolgen wir im Fernsehen einzig, wie „die Kleinen“ das demokratische Lügengeschäft verinnerlicht haben.

Ich würde dazu mal den Fernseher einschalten.

Aber höchstens ein Mal.

*) „altmod“ ist Facharzt, Philosoph und als Autor (altmod.de) häufig auf „conservo“ vertreten

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24.01.2016

3 Kommentare

  1. Das muss ich jetzt sofort loswerden : Soeben sagte eine Moderatorin bei den 13 Uhr Nachrichten von ARD und ZDF , dass heute wieder die Pegida demonstriert “ die sich besorgte Bürger nennen und die Medien als Lügenpresse bezeichen weil sie befürchten müssen dass ihre hanebüchenen Ideen mal auf den Prüfstand kommen „. Was ist nun wirklich hanebüchen , die Argumente von Pegida oder Aussage dieser Fernsehmoderatorin ? Dies zu beurteilen überlasse ich dem geneigten Leser.

  2. ……..angeblich mit „zusammengebissenen Zähnen“…….

    Aber wirklich nur “ angeblich “ Aber das Verhalten von Grünen und SPD hat auch einen für die echte Demokratie positiven Aspekt denn es offenbart immer mehr , dass der Linksblock argumentativ am Ende ist . Wenn es der SPD nie mehr gelingen wird , auf der Führungsebene Leute anzubieten die über mehr IQ verfügen als eine Frau Dreyer oder eine Frau Kraft dann war`s das mit dem Anspruch als “ Volkspartei “ , was sich für unser Land nur positiv auswirken würde.

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