Nun ist es offensichtlich: Für Grüne und Piraten bedeutet „Toleranz“ die hemmungslose Durchsetzung ihrer eigenen Vorstellungen. Antifa und Antichrist gehen eine unselige Allianz ein. Und sie zeigen dies zum Beweis ausgerechnet und provokativ am höchsten christlichen Gedenktag, dem Karfreitag.

Manche Leser werden sich erinnern: Zu Karfreitag des letzten Jahres (2011) forderten die Grünen eine Aufhebung des Tanzverbotes an diesem „stillen“ Feiertag. Um dies zu demonstrieren, wurde in Frankfurt die traditionelle kroatische Karfreitags-Prozession auf dem Römer massiv gestört. Zwar hatte damals die Vizepräsidentin des hessischen Landtages und heute Dezernentin für Frauen und Bildung in Frankfurt, Sarah Sorge, die Respektierung des „stillen Feiertages“ zugesagt, die Grüne Jugend Hessen organisierte aber via Flashmop eine massive und obszöne Störung der Karfreitags-Prozession. Selbst die „Kommunale Ausländervertretung“ der Stadt hatte die „antichristlichen Tendenzen“ der Grünen scharf verurteilt, zumal gerade unter Migrantengruppen jedweder Kultur oder Religion die Verhöhnung des Glaubens aufs schärfste abgelehnt wird.

Die auch von Frau Sorge daraufhin getroffene Zusage, in diesem Jahr den Karfreitag unangetastet zu lassen, wurde gebrochen, nachdem die „Piraten“ einen Aufruf zum Karfreitagstanz in Frankfurt gestartet hatten. Klar wurde dabei: Grüne und Piraten wollten damit nicht nur gegen eine hessisches Feiertagsgesetz demonstrieren. Zur „besseren“ Provokation suchten sie sich gezielt den heiligsten Gedenktag der Christenheit aus – den Tag der Kreuzigung Jesu – und verletzten durch die Wahl der Demonstrationsorte die religiösen Gefühle gläubiger Christen in schamloser Weise. Davon fühlten sich besonders die zu fast 90 Prozent katholischen Kroaten betroffen, die traditionell ihre Gottesdienste im Frankfurter Dom und eine öffentliche Karfreitags-Prozession abhalten.

Drastischer, verhöhnender könnten die Grünen und Piraten kaum demonstrieren, daß sie zwar Toleranz predigen, tatsächlich aber absolut intolerant sind. Wer vor unserer über Jahrhunderte gewachsenen Kultur und vor dem christlichen Glauben eine solche Verachtung zeigt, wird nicht davor zurückschrecken, die letzten Bastionen von Sitte und Moral zu schleifen, bis das Erbe unserer Kultur zur Kapitulation gezwungen wird. Hätten die Grünen und Piraten nur die Absicht, das Feiertagsgesetz zu schleifen, könnten sie dies auf parlamentarischem Weg versuchen – und vielleicht auch erreichen. Ihnen geht es aber offensichtlich um die reine Verächtlichmachung des Glaubens und die Vernichtung traditioneller Werte. Merkwürdig nur, daß sie bloß gegen das Tanzverbot demonstrieren, die Feiertage an sich aber behalten wollen. Dies wiederum ist typisch „grün“: Alles bekommen, alles genießen, aber nichts dafür opfern – ein markantes grünes Merkmal, ein Ausweis der Spaßgesellschaft. Offensichtlich geht es den Grünen-Piraten im Kern darum, die Kirche selbst bzw. ihre Privilegien anzugreifen. Zur „Begleitmusik“ gehört denn auch ihre Aufforderung zum „Tanz auf der Kölner Domplatte“ – unter dem verächtlich machenden Motto: „Zum Teufel mit dem Tanzverbot!“ Das spricht für sich.

Nun bleibt noch zu fragen, wo der Protest der Kirchen bleibt. Man hört nichts. Bloß nicht anecken, bloß nicht gegen den Zeitgeist stemmen! Wo, muß man etwas lauter fragen, bleibt der Protest der Ober-Grünen Karin Göring-Eckardt, Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages? Wo bleibt der Protest des zuständigen, sonst so wortgewaltigen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst? Da bleibt wenig Hoffnung auf die Widerstandskraft der christlichen Kirchen. Und gerade deshalb: Hochachtung vor dem Mut der kroatischen Katholiken, ihre Prozession gerade am Karfreitag durch die Frankfurter Innenstadt zu führen. Piraten und Grüne haben offenbar noch nicht begriffen, daß sie in ein Hornissennest greifen, wenn sie meinen, sich in Glaubensfragen mit den katholischen Kroaten anlegen zu können. Dieses tapfere Volk hat vierzig Jahre dem Kommunismus getrotzt, und viele Kroaten sind lieber in den Tod gegangen, als ihren christlichen Glauben zu verleugnen. Wann springt ihr Funke auf unsere Kirchen über?

Von conservo

Conservo-Redaktion