Dr. Wolfgang Thüne
Dr. Wolfgang Thüne

Die wohl älteste gezielt vom Menschen getätigte Naturbeobachtung ist die Beobachtung der Sterne, den Gang der Himmelskörper am Himmelsgewölbe. Laut Genesis heißt es. „Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen.“ Aus der Beobachtung des Himmels erwuchs als älteste Wissenschaft die Astronomie, die über „Sternbilder wie Sternzeichen“ eine Orientierung in der Zeit wie die Navigation im Raum und damit vor allem die Erkundung und „Eroberung“ der Meere möglich machte.

Es ist immer wieder wichtig darauf hinzuweisen, dass alle Naturerkenntnis auf einer sorgfältigen Naturbeobachtung, der Aufzeichnung des Beobachteten wie einer akribischen Interpretation der vielfältigen Erfahrungstatsachen beruht. Auf diese Weise entstand die „Neolithische Revolution“, der Übergang von vom Jäger- und Sammlerdasein zu „Ackerbau und Viehzucht“ vor etwa 8.000 vor Christus.

Dies war kein „ungeplanter, naturwüchsiger historischer Vorgang“, wie der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ (s. htpp://www.welt.de/13397280) behauptet. Dies war eine wissenschaftliche Glanzleistung von Menschen, die gerne als primitiv hingestellt werden. Sie beruhte auf einer natürlichen Neugierde, einem analytisch arbeitenden Verstand, hoher experimenteller Probierkunst und pflanzenphysiologischer Kenntnisse, um aus wild wachsenden Gräsern „Getreide“ zu züchten und Brot zu backen. Würde heute der Mensch so viel naturwissenschaftliche Disziplin üben und nicht ideologisch-utopischen Träumen nachjagen, es gäbe viele „Probleme“ nicht, die uns als Probleme eingeredet werden und die zu lösen, sich „Experten“ bei den Mächtigen dieser Welt andienen und verdingen.

Davos 2014 und „Die Neugestaltung der Welt“!

Seit vielen Jahren treffen sich Ende Januar im Schweizer Kurort Davos „privat“ tausende von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum „Weltwirtschaftsforum“, um intern über die Weltpolitik zu beraten. In diesem Jahr hieß das Motto „Die Neugestaltung der Welt!“ Es ist schon eine Anmaßung, in kleinen illustren Kreisen über 7 Milliarden Menschen und 200 Nationen hinweg „Pläne“ zu diskutieren und zu entwickeln, wie die „Große Transformation“ umgesetzt, propagandistisch durchgesetzt und akzeptanzfähig gemacht werden kann.

Wie schreibt der WBGU? Im Gegensatz zu den bisher ungeplanten, naturwüchsigen historischen Vorgängen, zu denen auch die „Industrielle Revolution“ gezählt wird, müsse das Konstrukt „Große Transformation“ bewusst geplant und gesteuert werden. Sie sei ein historisches Novum. Alle Nationen müssten ihre Eigeninteressen zurückstellen und zu einer neuen Form kollektiver Verantwortung für das „Klima“ finden. „Klimaschutz“ müsse allgemeines Staatsziel werden. Dazu müsse ein „Weltsicherheitsrat“ für Nachhaltigkeit gegründet werden, der alle Staaten auf Kurs bringt. Nur ein weltumspannender starker „Ökostaat“, der den Menschen einen „Allgemeinwillen zum Klimaschutz“ unterstellt, könne den Klimawandel stoppen und die Klimakatastrophe noch verhindern.

Um diese Szenario auch weltpolitisch umsetzen zu können, müssen alle Register der Propaganda gezogen werden. Es müssen alle möglichen Ängste erzeugt werden, publizistisch müsse eine Art Weltuntergangsstimmung erzeugt werden, so dass die „Rattenfänger“ als „Heilsbinger“ herbei gesehnt und als „Erlöser“ und „Führer“ aus der Not gefeiert würden. Doch geht es um Erlösung oder nur um globale Macht und Herrschaft für bestimmte „Kreise“?

Wie sublim die Vertreter einer globalen „Ökodiktatur“ vorgehen, zeigt eine „Außenansicht“ der Rechtswissenschaftlerin Anna Grear von der Universitär Cardiff in der Süddeutschen Zeitung vom 27. November 2013: „Wie Leben und Tod verteilt werden – Wer reich ist, kann die Erderwärmung überstehen, wer arm ist, stirbt – Der Klimawandel ist auch ein Gerechtigkeitsproblem“! Sie entwirft Schreckensvisionen, propagiert die Idee der Klimagerechtigkeit und beklagt die „Klima-Ungerechtigkeit“ auf der Welt: „Die Muster der Klima-Ungerechtigkeit zeigen, dass die Klimakrise auch eine Krise menschlicher Hierarchie ist“.

Es ist in der Tat eine „Krise menschlicher Hierarchie“, wenn eine „Rechtswissenschaftlerin“ über ein Sujet lamentiert, von dem sie keinerlei Ahnung hat. Diese Art ahnungsloser „Experten“ als servile Erfüllungsgehilfen mächtiger politischer wie wirtschaftlicher global vernetzter Interessen gibt es wie Sand an Meer. Sie bevölkern die publizistischen Bühnen der Welt und sondern in eigens inszenierten „Talkshows“ ihr gelehrt klingendes Unwissen ab.

Das Naturverständnis der ionisch-griechischen Philosophen

Beginnend mit dem Blick zum Himmel, der Beobachtung der Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen, bekamen die frühen orientalischen Kulturen bald ziemlich konkrete Vorstellungen von der Form der Erde. Anhand der Vorstellung, dass die Erde eine „Kugel“ sei, entwickelte man die sphärische Geometrie, die Kartographie und Geographie. Man definierte einen Äquator, Breiten- und Längengrade und erkannte, dass sich durch die Drehbewegungen der Erdkugel permanent der Neigungswinkel der Sonnenstrahlen in Bezug auf einen festen Punkt auf der Erde änderte. Da gab des den Tag-Nacht-Rhythmus und den jahreszeitlichen Rhythmus bedingt durch die „Schiefe der Ekliptik“ von 23,5 Grad. Der Klimawandel ist von Natur aus vorgegeben!

Da das Wort „Neigung“ im Griechischen „Klima“ bedeutet, teilten die Griechen die Erdoberfläche in Neigungszonen oder Klimazonen ein. Den Bereich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis bezeichneten sie „äquatoriale Klimazone“, die Bereiche nördlich und südlich des 66. Breitengrades als „polare Klimazonen“. Die Bereiche dazwischen nannten sie „gemäßigte Klimazonen“. Dies ist eine logische Einteilung nach rein geometrischen Kriterien, die auch heute allen Klimadefinitionen zugrunde liegt. Dass der Neigungswinkel der einfallenden Sonnenstrahlen sowohl die Tageslänge als auch die Beleuchtungsstärke bestimmt, und damit die Menge an Wärmeenergie pro Flächeneinheit, ist es am Äquator heiß und an den Polen kalt, gibt es einen vom Äquator zu den Polen gerichteten Temperaturgradienten.

Diese ganz natürliche „Klima-Ungerechtigkeit“ führt zur „Allgemeinen Zirkulation“ und zu den unterschiedlichen Wetterzonen auf der Erde. Wenn eine Juristin hiervon keine Ahnung hat, dann sollte sie lieber schweigen, statt von „Klimagerechtigkeit“ und „Klima-Ungerechtigkeit“ zu faseln und politische Gleichmacherei zu fordern. Es ist absolut lächerlich zu glauben, politische Wünsche und Beschlüsse könnten an Erdgestalt und Erdumdrehung irgendetwas ändern. Aber „Experte“ ist ein ungeschützter Begriff, dessen Trägern es gelungen ist, sich den Mantel der Unfehlbarkeit umzuhängen. Die Welt ist voll von „Kaisern ohne Kleider“!

Auch die „Klimaexperten“ sind nackt und blind!

Es hat schon immer unterschiedliche Natur- und Weltanschauungen gegeben und damit Konflikte wie zwischen Empiristen und Rationalisten. Doch beide vereinte die Theorie, dass es keinen Konflikt zwischen einer auf Sinnesdaten gestützten Erkenntnis und vernünftigem Nachdenken geben könne. Von Immanuel Kant (1724-1804) stammt der Satz: „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

Nach Kant und seiner „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) erfolgte ein Umbruch in der Philosophie, das „Ding an sich“ wurde beseitigt. Es war Friedrich Wilhelm Schelling (1775-1845), der gemäß Platon das „schöpferische Ich“ zum obersten Prinzip machte. Schelling ist der Schöpfer des „transzendentalen Idealismus“ (1800), der die Identität der realen und idealen Sphäre als lediglich zwei verschiedene Ansichten eines und desselben Absoluten behauptete. Dies veröffentlichte er 1801 in seiner „Zeitschrift für spekulative Physik“! Hieran knüpfen die Vertreter der „Klimaphysik“ an, indem diese in der realen und stets veränderlichen Welt einen „Idealzustand“ propagieren. Darin soll ein „Wetter- und Klimagleichgewicht“ bestehen, sollen Wetter (Ding) und Klima (Ding an sich) identisch sein. Dahinter verbirgt sich der ohnmächtige Wunsch, durch den Schutz des Klimas auch das Wetter beeinflussen und Wetterextreme mildern und verhindern zu können. Dich dies ist ein absolut wirklichkeitsferner Traum und eines Naturwissenschaftlers unwürdig.

Um seine Theorie, die Identität von Subjekt und Objekt zu wahren, ordnete Schelling den Geist vollständig in die Natur ein. Exakt dies machen auch die Klimaexperten. Sie wissen zwar um die Definition des Begriffes Klima, wissen, dass es statistisch vom Wetter abgeleitet und damit nach Kant ein „Ding an sich“, ein nicht existentes Abstraktum, ist, verbreiten aber die Mär, das Klima wäre ein lebendiger Naturvorgang wie das Wetter. Hierin liegt der eigentlich unverzeihliche intellektuelle Betrug! Über ihre Klimamodelle bauen die Experten ihren Geist in die Natur ein und behaupten hellseherisch, das Klima in Gestalt der Fiktion „Globalklima“ auf 100 Jahre vorhersagen zu können. Das Problem ist, dass der Staat als Dirigent der „Klimapolitik“ und Finanzier der „Klimaforschung“ diesen eigentlich offensichtlichen Betrug nicht nur toleriert, sondern fördert und als Nutznießer strafrechtlich bisher außer Strafe gestellt hat.

Die klassische Klimatologie kann für ihren Missbrauch nichts.

Mit der Entwicklung meteorologischer Instrumente, dem Beginn von systematischen Messungen und der kartographische  Darstellung von Druck-, Temperatur- und Windfeldern wurde das Wetter beschreibbar, darstellbar und in engen Grenzen vorhersagbar. Aus der statistischen Bearbeitung des Wetters entstand die Klimatologie als „beschreibende Wissenschaft“ im Rahmen der Geographie. Man klassifizierte das Wetter nach „Großwetterlagen“ und ordnete dem „mittleren Wettergeschehen“ ein „Klima“ zu, als „Oberbegriff“. Im Jahre 1935 definierten die Wetterdienste in Warschau die Periode 1901 bis 1930 als „Klimanormalperiode“. Der Mensch erhob sich zum Lehrer und begann, dem Wetter Noten zu erteilen. Es entstand der Begriff Wetteranomalie. Doch des Wetters Norm ist die Abweichung von der Norm!

Man teilte die Welt in „Klimazonen“ ein und entwarf „Klimaatlanten“. Im Jahre 1936 publizierte Wladimir Peter Köppen (1846-1940) sein Werk „Systematisches System der Klimate“. Die von Köppen, er wurde 1875 Leiter der Deutschen Seewarte in Hamburg,  erarbeitete Klimaklassifikation nennt man „effektiv“, da sie auf messbaren Daten wie Temperatur und Niederschlag beruhte und auch die Vegetation einbezog, die ja in besonderem Maße von dem Wechselspiel zwischen diesen beiden Wetterelementen abhängig ist und dem „Klima“ ein Gesicht gibt.

Doch Friedrich Schelling verdient noch eine Ehrenrettung angesichts des gezielten Missbrauchs seiner Philosophie. Er sah die Aufgabe der Philosophie darin, „in einem freien Denken in urkundlicher Folge das in der Erfahrung vorkommende nicht als das Mögliche, sondern als das Wirkliche“ aufzuzeigen. Diese Aufgabe ignorieren die „Klimaexperten“, weil sie so gar nicht in ihr ideologisches Denkgebäude passt. Sie leben in ihrem geistigen „Treibhaus“ und haben keinen Kontakt zur Außenwelt, zur Wirklichkeit. Das über Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte erfahrene Wetter ist das Wirkliche. Neben dieser Wirklichkeit gibt es keine zweite Wirklichkeit. Die Wetterwirklichkeit ist die einzig wahre Wirklichkeit! Die Sünde der „Klimaexperten“ ist, die Menschheit mit Klimaängsten zu drangsalieren, zu Klimasündern abzustempeln, Klimagerechtigkeit zu versprechen und über die „Energiewende“ die Menschen wieder in die totale Abhängigkeit vom Wetter zu zwingen, das ist ein Vorgang, der die Parole von Karl Marx widerlegt: „Geschichte ist ein Fortschrittsgesetz!“

Nach der Aufklärung folgte die Romantik mit der Dialektik und mit Marx und Engels begann das Zeitalter wechselvoller Ideologien. Das Kommunistische Manifest begann mit der Worten: „Ein Gespenst geht um in Europa“. Heute wird ein Klimagespenst um die Welt gejagt! Wie lange noch?

Oppenheim, den 6. Februar 2014                               Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne

Von conservo

Conservo-Redaktion