Erdogans teuflische List: ethnische Säuberung von Anfang an geplant

(www.conservo.wordpress.com)

(eigener Bericht *)

Wie die Voice of Amer­i­ca selb­st am 23. Jan­u­ar 2019 berichtete, war Erdo­gans Plan, drei Mil­lio­nen oder mehr Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens in diese “Sicher­heit­szone” umzusiedeln, die sich 20 Meilen tief nach Syrien hinein erstreckt. Zwanzig Meilen mögen nicht viel klin­gen, aber – wie die VOA zu erwäh­nen ver­gaß – fast alle kur­dis­chen Städte im Nor­dosten Syriens liegen in diesem Gebi­et. Erdo­gans Absicht, die kur­dis­che Präsenz in diesem Gebi­et zu ver­nicht­en und durch andere zu erset­zen, war also seit Anfang 2019 man­i­fest.

Eine ganze Rei­he von Trumps repub­likanis­chen Unter­stützern im Sen­at äußerten ihre Empörung über seine Entschei­dung, ange­fan­gen mit Lind­sey Gra­ham (“Betet für unsere kurdis­chen Ver­bün­de­ten, die scham­los von der Trump-Regierung im Stich gelassen wur­den”) und weit­er mit Mitch McConnell, dem Mehrheits­führer des Sen­ats, der bemerk­te: “Wie wir während der Obama-Regierung auf die harte Tour gel­ernt haben, wird amerikanis­chen Interessen am besten durch amerikanis­che Lead­er­ship gedi­ent, nicht durch Rück­zug oder Ausstieg.”

Es ist nun klar, dass der türkische Präsi­dent Recep Tayyip Erdo­gan bere­its vor zwei Jahren die Ver­nich­tung der syrischen Kur­den im Sinn hat­te.

Darüber hin­aus sind seine Pläne dem US-Militär Anfang 2019 bekan­nt gewor­den und wur­den Präsi­dent Trump zu diesem Zeit­punkt über­mit­telt.

Um seine Pläne zu ver­ber­gen, enthüllte Erdo­gan sie Schritt für Schritt, indem er zuerst geringere und dann immer höhere Anforderun­gen an das US-Militär stellte, denen Trump zustimmte – manch­mal im Rah­men von Tele­fonge­sprächen mit Erdo­gan. So war Erdo­gan in der Lage, das US-Militär bis Jan­u­ar 2019 zu täuschen und Trump bis zur aktuellen Inva­sion zu täuschen: Trump wider­set­zte sich entsch­ieden gegen­teili­gen Ratschlä­gen des Mil­itärs (und allen anderen).Erdo­gan forderte zunächst nur die Besei­t­i­gung der kur­dis­chen Milizen west­lich des Euphrats. Dies war das erk­lärte Ziel sein­er so genan­nten Oper­a­tion Euphratschutzschild und Oliven­zweig (die Vertrei­bung von Hun­dert­tausenden von Kur­den aus dem Afrin-Gebiet).

Als er das erre­icht hat­te, begann er, eine türkisch kon­trol­lierte “Sicher­heit­szone” östlich des Flusses zu fordern, die 32 Kilo­me­ter tief sein sollte. Die USA reagierten mit Zus­tim­mung zu gemein­samen US-amerikanischen und türkischen Patrouillen in der Region. Erdo­gan forderte, dass die kur­dis­chen Städte in der Region die Befes­ti­gun­gen abbauen soll­ten, die sie zur Vertei­di­gung gegen den islamis­chen Staat (ISIS) errichtet hat­ten. Die Kur­den stimmten zu, beruhigt vom US-Militär, dass dieser Schritt jede Ausrede für eine türkische Inva­sion beseit­igen würde.

Schließlich, im Okto­ber 2019, bat Erdo­gan Trump in einem weit­eren Tele­fonat, US-Truppen aus den Patrouillen zu ent­fer­nen, und Trump stimmte zu, da er glaubte, dass er durch Drohungen gegen die Türkei auf Twit­ter eine türkische Inva­sion ver­hin­dern könne. Die Invasion begann umge­hend. Sie ist vielle­icht jet­zt zum Still­stand gekom­men, nach­dem die Kur­den die Armee des Assad-Regimes ein­ge­laden haben, sich im gesamten Nor­dosten Syriens bis an die irakische Gren­ze zu sta­tion­ieren. Wenn ja, dann wird der Iran, der Erzfeind Amerikas, zu den Begün­stigten gehören, der nun seine ersehnte Auto­bahn von Teheran nach Quneitra an der Gren­ze zu Israel kom­men sieht.

Zeitplan für die Vernichtung

Für diesen Zeit­plan gibt es keinen Bedarf an Doku­men­ta­tion, die zu den in vie­len Medi­en mehrfach berichteten Infor­ma­tio­nen ver­linkt. Zu empfehlen sind jedoch ins­beson­dere die Artikel von Seth Frantz­man, der sowohl die Gegend als auch die führen­den kur­dis­chen Partisa­nen per­sön­lich gut ken­nt.

Sep­tem­ber 2014-April 2015. Die kur­dis­che Stadt und Region von Kobani wur­den von ISIS-Streitkräften gestürmt, mit ein­er Flucht von 400.000 Kur­den. Aber ein­er kur­dis­chen Miliz, den Kur­dis­chen Volkss­chutzein­heit­en (YPG), gelang es (mit Unter­stützung der US-Luftwaffe), ISIS zu vertreiben – wenn auch unter großen Ver­lus­ten und der Zer­störung des größten Teils der Stadt. Jet­zt (Okto­ber 2019) hat die Türkei Kobani ange­grif­f­en und die Bewohn­er sind wieder geflo­hen.

Okto­ber 2017. Nach ein­er lan­gen Kam­pagne eroberten die syrischen demokratis­chen Kräfte (SDF) – eine Koali­tion aus der YPG und anderen ara­bis­chen und christlichen Milizen – die ISIS-Hauptstadt Raqqa. In nach­fol­gen­den Oper­a­tio­nen eroberte die SDF alle anderen ISIS-Hochburgen und ver­haftete Tausende von ISIS-Terroristen und ihre Fam­i­lien. Etwa 11.000 Kur­den opfer­ten ihr Leben. Sie waren von der US-Luftwaffe und ein­er winzi­gen Boden­truppe von Spezialein­heit­en der USA, franzö­sis­chen und britis­chen Stre­itkräfte unter­stützt wor­den, die nur wenige Opfer erlit­ten. Die ganze Zeit über behauptete Erdo­gan jedoch, dass die SDF Ter­ror­is­ten seien, die so böse seien wie ISIS, und behauptete – ohne jeglichen Beweis – dass ihre YPG-Komponente gle­ichzeit­ig die Rebel­lion der Kur­den in der Türkei anheize.

Januar-März 2018. Unter­stützt von türkisch­er Luft­waffe, Artillerie und Rüs­tung eroberte die Free Syr­i­an Army (FSA) – eine in der Türkei aus­ge­bildete Miliz mit islamistis­chen Flüchtlingen – das Gebi­et von Afrin, der Stadt am west­lich­sten Ende der­jeni­gen Teile Syriens, in denen sich eine große kur­dis­che Bevölkerung befind­et. Seit 2012 war Afrin unter dem Schutz der YPG und später des SDF eine der weni­gen friedlichen Enklaven während des schreck­lichen Bürg­erkriegs in Syrien. Die von der Türkei unter­stützte Inva­sion hat nicht nur die SDF-Miliz, son­dern schätzungsweise 400.000 zivile Kur­den ver­trieben. In ihren früheren Häusern siedelte die türkische Freie Syrische Armee gle­ich­gesin­nte islamistis­che Flüchtlinge, die vom syrischen Regime mit rus­sis­ch­er Unter­stützung aus Ost-Ghouta ver­trieben wor­den waren, an. Die Neuankömm­linge führten ein hartes Scharia-Regime ein, das auch lokale Chris­ten zur Flucht zwang. Dies war eine Gen­er­al­probe für die aktuelle türkische Offen­sive vom Okto­ber 2019.

April 2018. Präsi­dent Trump kündigte seine Absicht an, alle US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Sein eigen­er Vertei­di­gungsmin­is­ter James Mat­tis, seine per­sön­lichen Berater und seine wichtig­sten Unter­stützer im Kongress, wie Sen­a­tor Lind­sey Gra­ham, forderten ihn auf, zumin­d­est zu warten. Ein Gatestone-Artikel fragte: “Ist Trump dabei, Oba­mas schlimm­sten Fehler zu wieder­holen?” Er prog­nos­tizierte, dass das Ergeb­nis ein türkisch­er Ver­such sein würde, die gesamte kur­dis­che Präsenz in Syrien zu ver­nicht­en. Der Artikel fügte hinzu, dass der Iran, da er die türkische Oper­a­tion in Afrin angeprangert hat­te, durch seine Präsenz in Syrien das Land sein kön­nte, an das sich die Kur­den zu ihrer Ret­tung wen­den müssten. Die Hauptver­bün­de­ten der USA haben, um zu über­leben, vielle­icht keine andere Wahl, als sich an den Haupt­geg­n­er der USA zu wen­den.

Dezem­ber 2018. Die Türkei dro­hte, ihre Afrin-Operation in Man­bij nahe dem West­ufer des Euphrats zu wieder­holen. Das US-Militär schwank­te, wie es seine SDF-Verbündeten und die Kur­den von Man­bij schützen kön­nte. Es war dann über­rascht und bestürzt, als die SDF die Armee des syrischen Regimes mit rus­sis­ch­er Unter­stützung auf­forderte, ihre Stel­lun­gen zu übernehmen. Die Türkei hat ihre Pläne aufgegeben, aber heute dro­ht sie Man­bij wieder. Ein weit­er­er Gatestone-Artikel trug den Titel “Amerikas treue syrische kur­dis­che Ver­bün­dete entkom­men der Ver­nich­tung – während die US-Streitkräfte im Irak mit der Ausweisung konfron­tiert sind”. Er wies Trumps Behaup­tung zurück, er könne die Ereignisse in Syrien irgend­wie über die US-Präsenz im Irak aus der Ferne kon­trol­lieren; er stellte fest, dass ger­ade diese Präsenz auf­grund der lokalen Oppo­si­tion dort jed­erzeit enden kön­nte, was zu einem Zusam­men­bruch der US-Politik im Nahen Osten führen würde. Trumps Behaup­tung wurde im Okto­ber 2019 unmit­tel­bar wider­legt. Was einen Zusam­men­bruch der US-Politik bet­rifft, so deutet Trumps jüng­ster Tweet an, dass “die Türkei, Europa, Syrien, Iran, Irak, Rus­s­land und die Kur­den nun die Sit­u­a­tion her­aus­find­en müssen”, dass es ihm egal ist.

Jan­u­ar 2019. Nach­dem Mat­tis als Vertei­di­gungsmin­is­ter wegen Trumps Syrien­poli­tik zurück­ge­treten war, kündigte Erdo­gan seine Absicht an, eine “Sicher­heit­szone” von 32 Kilome­tern hin­ter der türkischen Gren­ze zu Syrien zu schaf­fen. Wie die Voice of Amer­i­ca selb­st am 23. Jan­u­ar berichtete, war Erdo­gans Plan, drei Mil­lio­nen oder mehr Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens in diese “Sicher­heit­szone” umzusiedeln, die sich 20 Meilen tief nach Syrien erstreckt. Zwanzig Meilen mögen nicht viel klin­gen, aber – wie die VOA zu erwäh­nen ver­gaß – fast alle kur­dis­chen Städte im Nor­dosten Syriens liegen in diesem Gebi­et. (Die einzige bemerkenswerte Aus­nahme ist Hasa­ka, das viele Kur­den hat.)

Erdo­gans Absicht, die kur­dis­che Präsenz in diesem Gebi­et zu ver­nicht­en und durch andere zu erset­zen, ist also zumin­d­est seit Anfang 2019 man­i­fest.

Okto­ber 2019. Von Erdo­gan in einem Tele­fonge­spräch am 6. Okto­ber gedrängt, beschloss Trump, die winzige Anzahl von US-Soldaten, die an den gemein­samen US-amerikanischen und türkischen Patrouillen beteiligt waren (nicht mehr als 50), zur völ­li­gen Über­raschung von (unter anderem) Vertei­di­gungsmin­is­ter Mark Enser und Jim Jef­frey, dem Son­der­beauf­tragten der Regierung für das Syrien-Engagement, abzuziehen. Die Türken invadierten rasch und benutzten die Freie Syrische Armee als Boden­truppe, unter­stützt von Artillerie und Bombe­nan­grif­f­en aus der Luft.

Kur­dis­che Führer klagten, dass das US-Militär sie nicht nur im Stich gelassen, son­dern sie daran gehin­dert habe, sich an Rus­s­land und das syrische Regime zu wen­den (wie im Falle von Man­bij). Dann kon­nten Hun­derte von Häftlin­gen eines kur­disch geführten Gefan­genen­lagers für ISIS-Gefangene durch türkische Bombe­nan­griffe in der Region oder durch einen Angriff der Freien Syrischen Armee entkom­men (die Berichte unter­schei­den sich).

Als Enser erkannte, dass bald noch Tausende weit­ere ISIS-Gefangene frei herum­laufen könnten, evakuierte er hastig die restlichen etwa tausend US-Truppen in der Gegend. Nachdem dieses Hin­der­nis aus­geräumt war, forderten die Kur­den das syrische Regime auf, mit rus­sischer Unter­stützung zu Hil­fe zu kom­men. Es sollte gesagt wer­den, dass, so sehr viele Menschen Bashar Al-Assad, der für Massen­mord ver­ant­wortlich ist, ver­ab­scheuen, man hofft, dass er die ver­lasse­nen amerikanis­chen Ver­bün­de­ten wieder ret­ten wird.

Impotente Tweets und republikanische Empörung

Dies ist das Paar Tweets, mit denen Trump dachte, dass er Erdo­gan von seinen völkermörderischen Plä­nen abschreck­en kön­nte:

“Wie ich bere­its deut­lich gesagt habe, und nur um es zu wieder­holen: Wenn die Türkei etwas tut, was ich in mein­er großen und unver­gle­ich­lichen Weisheit für tabu halte, werde ich die Wirtschaft der Türkei völ­lig zer­stören und aus­löschen (das habe ich schon ein­mal getan!). Sie müssen zusam­men mit Europa und anderen.….

“.…auf die gefan­genen ISIS-Kämpfer und Fam­i­lien auf­passen. Die USA haben weit mehr getan, als irgend­je­mand hätte erwarten kön­nen, ein­schließlich der Ein­nahme von 100% des ISIS-Kalifats. Es ist jet­zt an der Zeit, dass andere in der Region, einige von großem Reich­tum, ihr eigenes Ter­ri­to­ri­um schützen. DIE USA SIND GROß!”

Es ist kaum möglich, in diesen Tweets etwas zu find­en, das keinen großen Zweifel aufkommen lässt. Man kann sich die Freude vorstellen, mit der Erdo­gan auf Twit­ter Ver­ach­tung für die Tweets zeigte und sich beeilte, seine sorgfältig aus­gear­beit­eten Pläne umzuset­zen. Was “große und unübertrof­fene Weisheit” bet­rifft, so bestätigten so viele von Trumps ehe­ma­li­gen Beratern und Anhängern ihre Angst vor unübertrof­fen­er Torheit.

Die ISIS-Gefangenen haben bere­its begonnen, sich zu befreien. Sie beste­hen aus 11.000 Kämpfern und 70.000 Fam­i­lien­mit­gliedern, die von Tausenden von SDF-Soldaten bewacht wur­den. Diese SDF-Soldaten müssen nun ihre eige­nen Häuser und Fam­i­lien vertei­di­gen.

Wie wenig die US-Bodentruppen zur Gefan­gen­nahme des islamis­chen Kali­fats beige­tra­gen haben und wie groß die Opfer der syrischen Kur­den waren, wurde bere­its fest­ge­hal­ten. Die wohlhaben­den Golf-Scheichtümer, in denen teil­weise Aus­län­der 80% oder 90% der Bevölkerung aus­machen, wer­den vor dem Iran nur durch US-Basen geschützt. Saudi-Arabien, das über ein umfan­gre­ich­es Mil­itär ver­fügt, kämpft gegen die Houthis im Jemen. Und das Wer­fen der treuen kur­dis­chen Ver­bün­de­ten der USA vor die Hunde ist kein Beweis der Größe der USA.

Nach­dem die Verge­blichkeit, Erdo­gan mit Tweets zu dro­hen, aufge­flo­gen war, redete Trump in ein­er Pressekon­ferenz, in der er ver­suchte, den Ruf der syrischen Kur­den zu beschmutzen, indem er sich beschw­erte, dass sie im Zweit­en Weltkrieg nicht an den Lan­dun­gen in der Normandie teilgenom­men hät­ten. Was auch immer er über das heutige Syrien weiß oder nicht, er weiß nichts über Vichy Syrien, dem Regime der franzö­sis­chen Kol­lab­o­ra­teure mit Deutsch­land, das Syrien nach dem Zusam­men­bruch Frankre­ichs 1940 regierte. Als britis­che Empire-Truppen in Syrien ein­marschierten und das Vichy-Regime dort abset­zten, hat­ten sie keine Mit­tel, es zu erset­zen, und erlaubten es so syrischen Poli­tik­ern, die Unab­hängigkeit zu erk­lären. Unter bei­den syrischen Reg­i­men hat­te die kur­dis­che Min­der­heit wed­er die Möglichkeit, noch die Aus­bil­dung, noch eine sinnlose Ein­ladung, in Europa zu kämpfen.

In der­sel­ben Pressekon­ferenz behauptete Trump ver­wirrt, die USA hät­ten in Syrien mit der PKK, ein­er kur­dis­chen Ter­ro­ror­gan­i­sa­tion in der Türkei, zusam­mengear­beit­et – genau das, was Erdo­gan als Ausrede für seine Inva­sion vorgibt. Trump behauptete auch, die syrischen Kur­den mit Waf­fen über­schüt­tet zu haben, um sich zu vertei­di­gen. Die Türkei set­zt natür­lich Panz­er, Artillerie und Flugzeuge ein, auf die die Kur­den keine Antwort haben.

Eine ganze Rei­he von Trumps repub­likanis­chen Anhängern im Sen­at äußerten ihre Empörung über seine Entschei­dung, ange­fan­gen mit Lind­sey Gra­ham (“Betet für unsere kur­dis­chen Ver­bün­de­ten, die scham­los von der Trump-Regierung im Stich gelassen wur­den”) und weit­er mit Mitch McConnell, dem Mehrheits­führer des Sen­ats, der bemerk­te: “Wie wir während der Obama-Regierung auf die harte Tour gel­ernt haben, wird amerikanis­chen Inter­essen am besten durch Lead­er­ship gedi­ent, nicht durch Rück­zug oder Ausstieg.” Sowohl sie als auch führende House-Republikaner beeil­ten sich, Sank­tio­nen gegen die Türkei und Erdo­gan einzuführen.

Mil­itärische Per­sön­lichkeit­en fügten ihre Kri­tik an Trump hinzu, begin­nend mit James Mat­tis, aber auch Joseph Votel, dem Gen­er­al, der von März 2016 bis März 2019 das US-Zentralkommando leit­ete und die Zusam­me­nar­beit mit den syrischen Kur­den überwachte, und Vier-Sterne-Marine-General John Allen, der sagte, dass die Fol­gen von Trumps Entschei­dung “völ­lig vorherse­hbar” seien, und:

“An Trumps Hän­den klebt Blut, weil er unsere kur­dis­chen Ver­bün­de­ten im Stich gelassen hat. Ich sagte, es würde Blut geben, aber ich hätte mir dieses Ergeb­nis nicht vorstellen kön­nen. Es bestand keine Chance, dass Erdo­gan sein Ver­sprechen hal­ten würde, und die von der Türkei unter­stützten Milizen führen derzeit eine umfassende eth­nis­che Säu­berung durch. Das passiert, wenn Trump seinem Instinkt fol­gt und wegen sein­er Aus­rich­tung auf Autokrat­en.”

Das sind kür­zlich pen­sion­ierte, lei­t­ende Offiziere. Füge ihnen eine Rei­he von Nachricht­en hinzu, die von Jen­nifer Grif­fin, die vor Ort berichtet, von einem aktiv­en Spe­cial Ops Offizier (dessen Namen sie offen­sichtlich nicht preis­geben kon­nte) an sie weit­ergeleit­et wur­den. Dies war ein­er der tausend US-Armeeangehörigen, die, wie wir gese­hen haben, plöt­zlich aus dem Gebi­et abge­zo­gen wer­den mussten:

“Ich schäme mich zum ersten Mal in mein­er Kar­riere. Die Türkei tut nicht, was sie zuge­sagt hat. Es ist schreck­lich. Wir haben jede einzelne Sicher­heitsvere­in­barung erfüllt. Die Kur­den haben jede einzelne Vere­in­barung einge­hal­ten. Es gab KEINE Bedro­hung für die Türken – KEINE – von dieser Seite der Gren­ze aus. Das ist Wahnsinn. Ich weiß nicht, was sie Grausamkeit­en nen­nen, aber sie geschehen. (Trump) ver­ste­ht das Prob­lem nicht. Er ver­ste­ht nicht, welche Auswirkun­gen das hat. Erdo­gan ist ein Islamist, kein besonnen­er Schaus­piel­er. Die Kur­den sind dem west­lichen Denken im Nahen Osten so nahe wie über­haupt jemand. Es ist eine Schande. Es ist schreck­lich. Das hil­ft dem Kampf gegen ISIS nicht weit­er. Viele [von den ISIS-Häftlingen] wer­den in den näch­sten Tagen und Wochen frei sein.”

Auch evan­ge­lis­che Chris­ten, die bish­er zu den stärk­sten Unter­stützern von Trump gehörten, sind bestürzt. Dazu gehören Mike Huck­abee, Pat Robert­son (Trump ist “in Gefahr, das Man­dat des Him­mels zu ver­lieren”), John Ston­estreet und Tony Perkins. Ihre Sorge spiegelt die Botschaften syrisch­er Chris­ten in den kur­dis­chen Gebi­eten wider:

  • “Es ist sehr wahrschein­lich, dass der amerikanis­che Rück­zug aus der Region zum Ausster­ben des Chris­ten­tums in der Region führt.”
  • “Die Türkei will uns töten und zer­stören und den Völk­er­mord an unserem Volk been­den.”
  • “Das türkische Regime basiert auf bewaffneten extrem­istis­chen und radikalen Grup­pen, die Ver­brechen gegen Zivilis­ten und die Men­schlichkeit bege­hen. Solche Bedro­hun­gen gefährden das Leben der syrischen Bevölkerung in der Region.”

Nun zu Fox News, auf das sich Trump mehr als die meis­ten anderen für eine faire und genaue Berichter­stat­tung ver­lassen hat. Wie hat Fox News also reagiert?

Ein Blick über die Reak­tio­nen auf Trumps Entschei­dung im Mei­n­ung­steil zeigt fol­gen­des (in der Rei­hen­folge des Auftritts):

  • Tuck­er Carl­son (“Empörung über Trump’s Syrien-Entscheidung zeigt Wash­ing­tons per­verse Pri­or­itäten”)
  • James Carafano (“Ist es Trump ernst mit Syrien? Hier ist, was Sie sich immer merken müssen”)
  • Marc Thiessen (“Trumps Auf­gabe der Kur­den ist ein Rezept für end­losen Krieg, keine Strate­gie, um einen zu been­den”).
  • Jim Han­son (“Um den Kampf zwis­chen der Türkei und den Kur­den in Syrien einzustellen und die Rück­kehr von ISIS zu ver­hin­dern, müssen die USA DIES tun”).

Nur schon die Über­schriften von Thiessens Artikel zeigen, dass er mit Trumps Weisheit im Wider­spruch ste­ht. Carl­son hielt fest, während er Trump vertei­digte:

“Wir wür­den Ihnen gerne sagen, dass es nur die Linken-Hacks auf CNN waren, die ver­langt haben, dass wir für immer in Syrien bleiben. Aber lei­der war es nicht so. Nicht ein­mal annäh­ernd. Eine Tonne Repub­likan­er auf dem Capi­tol Hill wiesen auf genau das­selbe hin.”

Carafano fragte: “Die Frage ist also, bedro­ht die türkische Oper­a­tion, wenn sie in der Art und Weise durchge­führt wird, wie die türkische Regierung behauptet, eines der US-Interessen in Syrien?” und antwortete mit “Ver­mut­lich nicht”. (In der Zwis­chen­zeit glaubt Trump natür­lich selb­st nicht, dass die Oper­a­tion “so durchge­führt wird, wie es die türkische Regierung behauptet”.)

Han­sons “DIESES” beste­ht darin, einen Waf­fen­still­stand, Sank­tio­nen gegen die Türkei, Flüchtlingslager für die flüch­t­en­den Kur­den, die Durch­set­zung von Flugverbots- und Fahrverbot­szo­nen gegen die Türkei in Syrien und die “Genehmi­gung ein­er Res­o­lu­tion des UNO-Sicherheitsrates zur Verurteilung der Kriegsver­brechen und der eth­nis­chen Säu­berung der Türkei” zu fordern.

Aber er beste­ht auch darauf: “Die Türkei ist Amerikas NATO-Verbündeter, und wenn wir gezwun­gen sind, zwis­chen den Kur­den und der Türkei zu wählen, müssen wir uns an die Seite der Türkei stellen.”

Offen­sichtlich ist Han­son rat­los und bit­tet die USA, sich sowohl stark auf die Türkei als auch auf ihre andere Seite zu stützen.

Der bekan­nte Jurist Andrew McCarthy hat Ver­ständ­nis für Trumps Wun­sch, ferne Kriege aufzugeben. Doch sein Schw­er­punkt liegt woan­ders: Fes­thal­tend, dass es ältere Repub­likan­er sind, die jet­zt wütend sind auf Trump, fuhr er fort:

“Durch die Ver­set­zung einiger Dutzend amerikanis­ch­er Trup­pen in Syrien half der Präsi­dent ein­er türkischen Inva­sion des von den Kur­den beset­zten Ter­ri­to­ri­ums…”

“Es gibt Wut über Trumps Entschei­dung. Es ist Wut über eine poli­tis­che Entschei­dung, nicht über hohe Ver­brechen und Verge­hen. Nur die blind­esten Wüten­den kön­nen an der Recht­mäßigkeit der Ver­schiebung der US-Soldaten durch den Ober­be­fehlshaber zweifeln, obwohl sie den türkischen Weg durch die Kur­den unver­mei­dlich macht­en… Was zählt, ist, dass Präsi­dent Trump seine Unter­stützung unter den Repub­likan­ern des Sen­ats beschädigt hat. Wie schlimm, wird sich zeigen.”

Trump hat in sein­er “unübertrof­fe­nen Weisheit” keinen Makel anerkan­nt, son­dern verunglimpft jeden, ange­fan­gen bei den muti­gen syrischen Kur­den selb­st, die seine Weisheit in Frage stellen.

Mal­colm Lowe ist ein wal­i­sis­ch­er Gelehrter, der sich auf griechis­che Philoso­phie, das Neue Tes­ta­ment und christlich-jüdische Beziehun­gen spezial­isiert hat.

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Politisches & Wissenswertes Veröffentlicht am 23. Oktober 2019 von Daniel Heiniger 23.Oktober 2019  

Mal­colm Lowe, 16.10.2019, Gate­stone Insti­tute
aus dem Englis­chen von Daniel Heiniger, Erstveröf­fentlichung hier. Repro­duk­tion mit fre­undlich­er Genehmi­gung des Gate­stone Insti­tuts.

conservo.wordpress.com     24.10.2019
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