Die HAGIA SOPHIA als Moschee – Ein Monument islamischer Kulturdefizienz

(www.conservo.wordpress.com)

Von Dr. Udo Hildenbrand

Islam heißt „Unterwerfung“, nicht Frieden. Der Name ist Programm. Dementsprechend ist die 1400-jährige Islam-Geschichte auch weithin eine Geschichte von Eroberung und Unterwerfung. Als architektonisches Symbol steht dafür die HAGIA SOPHIA mit ihrer Eroberungsgeschichte, die vom Autor dieser Darstellung in vier vorausgehenden Artikeln skizziert wurde (siehe Links am Schluß dieses Artikels).

Durch die vor wenigen Monaten vollzogene national und international sehr umstrittene Umwidmung der HAGIA SOPHIA von einem Museum zu einer Moschee war dieses religiös und kulturgeschichtlich außerordentlich bedeutsame Gebäude zumindest kurzfristig im Blickfeld der Weltöffentlichkeit.

Vom türkischen Staatpräsidenten Recep Erdogan und seiner Regierung wurden die beiden Feiern am 27. Mai und am 24. Juli 2020 anlässlich dieser Umwandlung des Rechtsstatus zweifelsfrei als willkommene Gelegenheit genutzt zur demonstrativen Inszenierung der islamischen Eroberungs- und Unterwerfungsdoktrin. Unübersehbar waren die dabei verwendeten symbolträchtigen Gesten, Handlungen und Darstellungen sowie auch die Auswahl der Texte, analysiert in den oben genannten Artikeln. 1. Ein Monument des Sieges und der kulturellen Unzulänglichkeiten zugleich

Die erneute Umwidmung der HAGIA SOPHIA zum Monument des Sieges über das Christentum sowie zum Monument des Sieges über den Laizismus in der Türkei: Eine beglückende Vorstellung, wohl ganz und gar nach den Wünschen und Träumen Erdogans und seiner immer noch beachtlichen Anhängerschaft, die dem orthodox-islamischen, nationalistischen Spektrum zuzurechnen ist.

Die gegenläufige Vorstellung jedoch dürfte ihm und den Seinen weniger bzw. überhaupt nicht gefallen: Die HAGIA SOPHIA als Monument islamischer Kulturdefizienz, also ein Monument, das auf die Unzulänglichkeiten in der islamischen Kultur verweist.

2. Eine ungebührliche Stigmatisierung eines ungewöhnlichen Bauwerkes? Wie aber kommt man auf diese doch ziemlich despektierliche Bezeichnung eines architekturgeschichtlich so bedeutsamen Bauwerkes? Schließlich gehört doch die HAGIA SOPHIA zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird als „Monument von weltweiter Bedeutung“ sowie als 8. Weltwunder, auch als „Petersdom der Ostkirche“ bezeichnet. Vor allem aber ist die HAGIA SOPHIA für die orthodoxe Christenheit von einzigartiger spiritueller, künstlerisch-kultureller und historischer Bedeutung.

Die ehemalige Bischofskirche wurde im Jahre 537 Jesus Christus, dem Erlöser, geweiht. Nach christlichem Verständnis ist er selbst in Person die heilige Weisheit (griechisch: Hagia Sophia). Die „Sofienkirche“ gilt als erstes Beispiel byzantinischer Architektur und wurde etwa 1000 Jahre lang bis zum Bau des Petersdomes (1506-1626) als größte Kirche der Welt angesehen.

Bis zu ihrer Eroberung durch die Muslime (1453) hatte die HAGIA SOPHIA den Status der Reichskirche des griechisch-orthodoxen Kaiserreichs Byzanz und zugleich den der Krönungskirche der byzantinischen Kaiser. Während der Zeit der Kreuzzugsbewegung diente das Gotteshaus nach der Eroberung durch die Kreuzfahrer im Jahre 1204 bis zum Jahr 1261 den venezianischen Geistlichen als römisch-katholische Kirche.

Die HAGIA SOPHIA – einst ein christliches Gotteshaus von ganz und gar einmaliger Bedeutung, heute (wieder) eine Moschee, die bei aller bleibenden architektonischen und historischen Bedeutsamkeit hier als Monument der islamischen Kulturdefizienz bezeichnet wird. Für manche Zeitgenossen wohl eine ungebührliche, deplatzierte Bezeichnung.

  1. Ein christliches Gotteshaus als Vorbild vieler Moscheen?

Doch Reflexionen der verschiedenen Vorgänge, die sich jüngst an und in der HAGIA SOPHIA und um sie herum ereigneten, haben dem Autor dieser Ausführungen den Blick geöffnet für ein Thema, das im Zusammenhang steht einerseits mit der christlichen Geschichte des Ursprungs und der 1000-jährigen Nutzung dieses außerordentlichen Bauwerkes und andererseits mit der islamischen Doktrin, nach der die Kultur der Muslime die beste aller Kulturen sei. Dabei stellten sich ihm folgende Fragen:

* Wie kann muslimischerseits erklärt werden, dass die HAGIA SOPHIA, die im Jahre 537 n. Chr. – Jahrzehnte also vor der Geburt Mohammeds – als christliches Gotteshaus eingeweiht wurde und etwa 1000 Jahre in dieser Funktion verblieb, seit der Eroberung durch die Muslime im Jahre 1453 zum architektonisches Vorbild vieler Moscheen im Osmanischen Reich wurde, den Zentren muslimischer Glaubensver-kündigung und politischer Indoktrination?

* Aus welchen Gründen hat die islamische Kultur, die nach dem Selbstverständnis der Muslime „die beste aller Kulturen“ ist, im Laufe vieler Jahrhunderte nicht die kreative Kraft zur Entwicklung eines eigenständigen islamischen Sakralbaus entfaltet, der sich erkennbar abhebt vom christlichen Gotteshaus?

* Inwiefern kann deshalb berechtigterweise die HAGIA SOPHIA als Moschee aufgrund ihres christlichen Ursprungs und ihrer 1000-jährigen Nutzung als christliches Gotteshaus heute als architektonische Verkörperung, als sichtbarer Nachweis der kulturellen Defizienz des Islams bezeichnet werden?

* Inwiefern wird diese Defizienz nicht auch noch dadurch verstärkt, dass zusammen mit der HAGIA SOPHIA auch der Felsendom in Jerusalem, der älteste Sakralbau und eines der Hauptheiligtümer des Islams, sowie auch das Minarett als bauliches Attribut der Moschee von ihrer jeweiligen baulichen Konzeption her keinen originär islamischen, sondern einen christlichen Ursprung haben?

* Welche anderen Lebensbereiche gibt es, die auf eine kulturelle Überlegenheit des Islams über alle anderen Religionen und Kulturen hinweisen, oder ist dieses Überlegenheitsdenken lediglich Ausfluss des korankonformen Herrschafts- und Totalitätsanspruches sowie des Dominanzverhaltens der Muslime allen Andersgläubigen/denkenden gegenüber?

* Welche zivilisatorischen Werte, welche geistig-kulturell prägenden Leistungen und Errungenschaften hat der Islam eigentlich in seiner 1400-jährigen Geschichte für die Weltkultur insgesamt, aber auch für die Entwicklung der Kultur Europas bis auf den heutigen Tag erbracht?

4. Die islamische Kultur „die beste aller Kulturen“?

Zur Beantwortung dieser Frage gilt es, zunächst den theologisch-ideologischen Hintergrund der Rede vom Islam als der besten Kultur zu beleuchten in den Blick zu nehmen. Nach dem Selbstverständnis der Muslime ist der Islam die einzig wahre Religion, der sich alle anderen Religionen und Weltanschauungen unterzuordnen, mehr noch, zu unterwerfen haben. Denn der Islam ist sei allen und allem überlegen. Nichts darf ihm übergeordnet werden. Nach einer Formulierung des Islamwissenschaftlers A.T. Khoury erhebt der Islam den Anspruch, „seiner Lebensordnung die Oberhoheit zu verschaffen in aller Welt“.

Zu diesem islamischen Gedankengebäude zählt auch die eigenartige Behauptung, der Mensch werde als Muslim geboren. Das wahre Menschsein bestehe folglich darin, ein Muslim zu sein und zu bleiben. Zudem sei der Islam die Lösung aller Probleme überall in der Welt.

Diese islamischen Superlative setzen sich fort vor allem auch in den Behauptungen, die muslimische Glaubensgemeinschaft sei die beste aller Gemeinschaften, die Scharia sei das beste Rechtssystem der Welt. Folglich sei schließlich auch die muslimische Kultur die beste aller Kulturen.

Dieses Überlegenheits- und Dominanzdenken überträgt sich sogar auf die Ebene der islamischen Bauvorschriften, nach denen die Minarette höher zu sein haben als die Kirchtürme und die Häuser der Muslime höher als die der Nichtmuslime.

Vor allem auch: Nach islamischer Doktrin hält der Koran alles Wissen dieser Welt parat und ist somit natürlich auch den heiligen Büchern aller anderen Religionen überlegen.

In diesem „edlen Koran“ wird ausdrücklich dieses religiös-kulturelle Überlegenheitsdenken gegenüber anderen Religionen und Kulturen proklamiert. Nach diesen verschiedenartigen Top-Vorstellungen über ihre eigene Religion ist für Muslime die islamische Glaubensgemeinschaft gleichsam ein Modell für die gesamte übrige Menschheit, und die islamische Kultur als „beste aller Kulturen“ DAS Modell für die Weltkultur schlechthin.

Superlative, wohin man im Islam schaut. Gleichzeitig aber wird mit diesem Anspruch die nichtmuslimische Welt ausdrücklich diskreditiert, abgewertet und bewusst auch gedemütigt. Der Islam immer ganz oben, immer elitär! Wirklich?

5. Höchster Anspruch und frustrierende Wirklichkeit

Stimmt dieses alles umfassende Überlegenheitsdenken, diese eigenartige Selbstüberhöhung, stimmen diese durchgängigen islamischen Superlative auch mit der Wirklichkeit in der islamischen Welt selbst, aber auch im Vergleich zur nichtmuslimischen Welt überein?

Klaffen im Falle der Religion Mohammeds Anspruch und Wirklichkeit nicht meilenweit auseinander? Stehen die vielen nachweisbaren Unzulänglichkeiten in den islamischen Ländern in sozialer, kultureller und ökonomischer Hinsicht nicht im eklatanten Widerspruch zu dieser selbstüberhöhenden islamischen Doktrin?

Es klingt nach „Schönreden“ der Defizite und Unzulänglichkeiten in der islamischen Welt und wohl auch nach dem Wunsch: „Wie schön wäre es, wenn die islamische Kultur doch die beste aller Kulturen wäre.“

Zur Beantwortung der Frage nach Anspruch und Wirklichkeit müssten die zivilisatorischen, kulturellen und sozialen Leistungen von universeller Bedeutung aufgezeigt werden, die im Raum des Islams von Muslimen erbracht worden sein sollen und mithin auch nachweisbar sind. Dabei wären die spezifischen und grundlegenden Beiträge der muslimischen Welt für die Weiterentwicklung der Menschheitsfamilie etwa auf folgenden Gebieten nachzuweisen und darzustellen:

Philosophie, Theologie – Politik, Recht – Mathematik, Astronomie – Physik, Chemie – Medizin, Psychologie, Krankenpflege/Spitalwesen – Biologie, Ernährung, Ökologie – schulische und universitäre Bildung – Ökonomie, Verwaltung – Technik, Architektur – Bildhauerei, Zeichnung, Malerei – Musik, Literatur, Theater – Grafik, Buchkunst – Infrastruktur, Geographie, Verkehr.

Zu fragen wäre dabei vor allem auch nach den großen Bereichen der Erfindungen, Entwicklungen, Innovationen, die u. a. auf islamische Denker, Wissenschaftler, Forscher, Erfinder, Politiker Künstler und Techniker zurückzuführen wären, die in islamischen Ländern lebten und dort auch – ungehindert von hinderlichen islamischen Vorschriften – ihrer Arbeit nachgehen konnten. Welche Bilanz zivilisatorischer und kultureller Wertigkeit könnte also der Islam vorlegen, der doch weltweit nach dem Christentum (im Verhältnis 1,5 zu 2,1 Milliarden Anhänger) zumindest die zweitgrößte Religionsgruppe ist?

6. Verschiedene Antworten – und das mehr als nur ernüchternde Resultat

(1) Der pakistanischer Atomphysiker Pervez Hoodbhoy macht zu dieser Problematik eine Feststellung, die für viele Muslime sehr ernüchternd sein dürfte, verbunden mit der bitteren Erkenntnis, dem eigenen hohen Anspruch auch nicht nur annähernd gerecht zu werden:

„Es gibt rund 1,5 Milliarden Muslime in der ganzen Welt – aber sie können in keinem Bereich eine substantielle Errungenschaft vorweisen. Nicht im politischen Bereich, nicht in gesellschaftlicher Hinsicht, weder in den Naturwissenschaften noch in der Kunst oder in der Literatur. Alles, was sie mit großer Hingabe tun, ist beten und fasten.“

(2) Diese für Muslime vielleicht auch provozierende Erkenntnis des Muslims Hoodghoy ist auch den rhetorischen Fragen des türkischstämmigen Bestsellerautors Akif Pirincci zu entnehmen:

„Hat man im letzten Jahrtausend je von einer Erfindung, gar einer epochemachenden, aus einem islamischen Land gehört? Gibt es nur einen einzigen Staat, über dem Allah schwebt, der es mit der Wirtschaftskraft des so unscheinbaren Norwegen aufnehmen könnte? … Geben sie [die islamischen Länder] wenigstens kulturell den Ton an, bei der Veröffentlichung von Büchern, bei der Musik, beim Film, im Philosophischen?“.

(3) Über die desolate Bildungssituation in islamischen Ländern berichten B. Tellia/B.Löffler:

„Ein weiteres Problem der islamischen Länder sind die Massen von Analphabeten; Schul- und Hochschulwesen befinden sich geradezu in einem archaischen Zustand … Ein Bericht der Weltbank zur Bildungsreform in Nordafrika und im Nahen Osten ist im Februar 2008 zu der Schlussfolgerung gekommen, dass der Bildungssektor in der arabischen Welt im Vergleich zu anderen Regionen weit zurückgeblieben ist.“

(4) Der amerikanische Physikprofessor Bill Warner, Experte für den politischen Islam, verweist auf die Tatsache, dass bei etwa 1,5 Milliarden Muslimen in der Welt unter den Nobelpreisträgern nur eine minimale Anzahl von Muslimen zu finden sind: „Bisher hat noch kein Muslim je einen Nobelpreis in den Naturwissenschaften, der Chemie oder der Medizin erhalten. 8 Muslime erhielten Nobelpreise für ihre Arbeit mit nichtmuslimischen Wissenschaftlern in nichtmuslimischen Ländern. Noch nie wurde jedoch ein Nobelpreis an einen Muslim und seine wissenschaftliche Arbeit in einem muslimischen Land vergeben.“

Auch an folgenden Fakt sollte an dieser Stelle erinnert werden: Seit 1901 sind über 900 Personen mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Davon waren mindestens 20% Juden (= 180 Personen), obwohl die jüdische Bevölkerung weniger als 0,2% und die muslimische etwa 25 % der Weltbevölkerung ausmacht.

7. Errungenschaften, Beiträge der islamischen Kultur?

Auf die Frage, welchen Beitrag die islamische Kultur zur Weltkultur tatsächlich geleistet hat, seien hier einige Problemfelder skizziert, aus denen ersichtlich wird, dass bestimmte kulturelle Errungenschaften keineswegs – wie ständig behauptet – als Resultat genuin islamischer Kultur reklamiert werden können:

(1) Die sogenannten arabischen Ziffern, auf denen unser heutiges Rechensystem basiert, haben ihren Ursprung nicht in der islamischen, sondern in der indischen Kultur des dritten Jahrhunderts v. Chr. Die indischen Zahlen gelangten im 7. Jahrhundert n. Chr. über Syrien in den arabischen Raum. Dabei unterscheiden sich die heute (in der westlichen Welt) verwendeten „arabischen“ Zahlen offensichtlich in auffallender Weise von den Zahlen, die in arabischen Ländern verwendet werden.

(2) In der Astronomie hatten die Inder und die Perser die größten Kenntnisse. Die Medizin war unter den Muslimen eine Domäne der Christen wie auch zahlreiche andere verantwortungsvolle Berufe in der Wissenschaft, im Finanzwesen und in der Verwaltung. Auf vielen technischen Gebieten waren die Muslime „weit im Rückstand“ (Rodney Stark).

Auf die Frage nach der Vermittlung altgriechischer Philosophie durch den Islam durch die Übersetzung der griechischen Handschriften verweist Remi Brague, von 2002-2012 Inhaber des Romano-Guardini-Lehrstuhles für Philosophie der Religionen in München, nicht auf muslimische, sondern auf christliche Übersetzer:

„Kein einziger Übersetzer des neunten Jahrhunderts war Muslim. Es waren alles Christen bis auf ein oder zwei, die der Gemeinschaft der Sabier angehörten.… Je weiter man zeitlich zurückgeht, umso mehr trifft man dabei auf Christen … Und da es schon vor der islamischen Eroberung eine Übersetzungstradition vom Griechischen ins Syrische gegeben hat, galt es nur, diese fortzusetzen. Die Übersetzer waren somit die Erben des griechischen Wissens, jedoch christianisiert in den syrischen Schulen.“

(3) Die immer wieder vernehmbare These, Europa verdanke die Kenntnis der antiken Kultur und Wissenschaft weitgehend dem Islam, bezeichnet Martin Rhonheimer, Professor für Ethik und politische Philosophie, als „eine der zahlreichen Mythen“.

„Ohne die Übersetzungsleistung arabisch sprechender christlicher und jüdischer Gelehrter, die unter syrischen Christen florierende griechische Bildung und die im damaligen Irak existierenden christlichen Schulen und Kloster … hätte der mittelalterliche Islam seine großen Wissenschaftler und Philosophen kaum hervorbringen können. Diese befruchteten zwar dann ihrerseits wieder die christlichen Philosophen und Theologen des Mittelalters, standen aber oft … mit den Vertretern der islamischen Orthodoxie … im Streit oder wurden gar verfolgt (,) … mussten … zuweilen mit dem Leben bezahlen … Vor allem aber gelang es dem Islam nicht, ein dem christlichen Abendland ähnliches Universitätswesen und ein gegenüber den religiösen Autoritäten institutionell unabhängiges akademisches Leben … ins Leben zu rufen.“

An anderer Stelle hält Martin Rhonheimer fest, dass: „uns die islamische Welt kulturell, wissenschaftlich oder technisch je überlegen war, ist eine Legende, die wir uns selbst gern erzählen.“

(4) Im Blick auf zivilisatorische und kulturelle Entwicklungen in Europa ist darauf hinzuweisen: Längst vor der Zeit Mohammeds (570/73- 632) und seiner von ihm gestifteten Religion gab es im frühen Mittelalter sowohl im Osten wie auch im Westen bereits die Institution der klösterlichen Gemeinschaften zunächst als Orte des geistlichen Lebens und Zentren der christlichen Religion. Sie entwickelten sich zugleich zu Zentren der Kultur und Wissenschaft, Bildung und Kunst mit erheblicher zivilisatorischer und kultureller Ausstrahlung.

Wie keine andere Institution prägten die Klöster das mittelalterliche Europa. Sie waren die Zentralen der damaligen Gesellschaft und bildeten untereinander ein Kommunikations-netz über den ganzen Kontinent. Der evangelische Theologieprofessor Jörg Lauster, der das christliche Kloster als „Wiege des Abendlandes“ bezeichnet, notiert:

„Eine der folgenreichsten Institutionen, die im Übergang der Epochen (im 4. Jahrhundert: ergänzt v. U.H.) entstand, war das Kloster. In die Einrichtung der Klöster flossen die vornehmsten Motive antiker Lebensphilosophie, asketischer Spiritualität und ernsthafter Christusnachfolge ein. Diese Synthese verlieh dem Kloster eine Kraft, die es über Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Antriebszentren der abendländischen und christlichen Kulturgeschichte machte.“

Zur Prägung Europas durch das Christentum bemerkt der kirchenkritische Schriftsteller Martin Walser: „Mich wundert, dass die Kirchen nicht dauernd darauf aufmerksam machen, wo Europa ohne die christliche Kunst und Kultur wäre“.

8. Zwei abstruse Meinungen zu angeblichen muslimischen „Großtaten“

Zu den abstrusen Meinungen türkischer Muslime gehören folgende zwei Behauptungen, aus denen deutlich das gewohnte Überheblichkeitsdenken herauszuhören ist:

(1) Muslimische Gastarbeiter aus der Türkei hätten nach dem Zweiten Weltkrieg das zerstörte Deutschland wiederaufgebaut. Doch das zerstörte Deutschland wurde zu einem ganz wesentlichen Teil von den sog. „Trümmerfrauen“ wiederaufgebaut. In Westdeutschland (mit Westberlin) wurde die Wirtschaft durch ein von den USA initiiertes Wirtschaftsförderungsprogram (Marshall-Plan von 1948) und durch die richtigen politisch-ökonomischen Weichenstellungen angeschoben. So war bereits anfangs der 1950-er Jahre in Westdeutschland ein rasanter Aufschwung festzustellen. Dieses Jahrzehnt wird deshalb auch als „Wirtschaftswunder-Zeit“ umschrieben. Die ersten türkischen Gastarbeiter aber kamen frühestens ab 1961 nach Westdeutschland.

(2) Präsident Erdogan verkündete 2014, muslimische Seefahrer hätten nach Meinung „vieler Gelehrter“ bereits 1178, also 314 Jahre vor Kolumbus, Amerika entdeckt. Kritikern seiner Aussage warf er vor, sie trauten den Muslimen nicht zu, Amerika erobert (!!) zu haben. Eine mehr als peinliche Geschichtsfälschung!

9. Kulturzerstörende Handlungen aus jüngster Zeit

In diesem Zusammenhang sollte auch nicht vergessen werden, dass

– Muslime im Jahr 2001 in Afghanistan die 38 und 55 Meter hohen Buddha-Statuen von Bamian aus dem 6. Jahrhundert zerstört haben;

– Muslime in Timbuktu, Mali, das Ahmed-Baba-Zentrum niedergebrannt haben, in dem sich Zehntausende alter arabischer Manuskripte befunden haben sollen;

– im Jahr 2015 sog. IS-Kämpfer die Ruinen-Stadt von Nimrud, eine alte assyrische Kultstätte im Nordirak, zerstört haben;

– im Jahr 2015 Muslime die Fassade des antiken Klosters St. Georg in Mossul verwüstet haben;

– viele Kirchen und Klöster unter muslimischer Herrschaft allein im Mittelmeerraum dem Verfall preisgegeben worden sind.

10. Verschiedene Kulturen als Fundament der islamischen Kultur

Die mittelalterliche islamische Kultur ruht auf dem Fundament der Erkenntnisse und Errungenschaften der persischen und indischen Kultur, ebenso auf dem Fundament der klassischen Antike, die ihr meist von christlichen und jüdischen Gelehrten übermittelt wurde. Auch die Araber hatten lange vor dem Islam bereits eine reiche Geschichte wie auch der Buchtitel „Prachtvolles Arabien vor dem Aufstieg des Islam“ von Berthold Seewald signalisiert.

Die Muslime verdanken einen Großteil ihrer oft gepriesenen (arabisch-maurischen) Kultur, die im Zusammenwirken mit anderen Kulturen auch beachtenswerte Kulturleistungen hervorgebracht hat, insbesondere den Eliten der Dhimmis, den „schutzbefohlenen“ Juden und Christen, aber auch den Persern und Hindus.

Von daher hat also auch die jüdisch-christliche Kultur einen unübersehbaren und gewichtigen Anteil an der islamischen Kultur. Das so oft gepriesene „Goldene Zeitalter“, auch „Blütezeit des Islams“ genannt (750-1258), die sich mit den Städten Bagdad, Cordoba und Granada verbindet, ist jedenfalls weder ein Beleg für die außergewöhnlichen intellektuellen Leistungen von Muslimen noch ein Beweis für ein multikulturelles Paradies unter der Religion Mohammeds.

Das vermeintliche „Goldene Zeitalter“ des Islams ist ganz offensichtlich ein Mythos, geschaffen u. a. von Intellektuellen wie dem britischen Historiker Edward Gibbon und dem Philosophen Voltaire. Dem verhassten Katholizismus sollte durch die Überhöhung der islamischen Kultur Schaden zugefügt werden. Deren Nachfolger im Geiste arbeiten sich auch heute noch am Mythos vom Islam als Überbringer des Geistes der Antike und am Mythos des „Goldenen Zeitalters“ ab. .

11) Zwei Stimmen zum Niedergang der „besten Kultur“ im Spätmittelalter

(1) Hans Küng, Theologieprofessor, der bestimmte Probleme mit dem Islam nicht selten ignoriert, beantwortet die Frage nach den Ursachen der Stagnation und dem Zurückbleiben der „aufs Ganze gesehen eher politisch schwachen, wirtschaftlich armen und geistig-kulturell vielfach stagnierenden Zivilisation …“ des Islams mit folgender Feststellung: „Es waren … nicht, wie Muslime lange Zeit meinten, nur äußere Kräfte, Kreuzzüge, Mongoleninvasionen, Kolonialismus, die den Niedergang des Islam im Spätmittelalter zur Folge hatten. Es war wesentlich ein Austrocknen von innen und der Sieg einer vernunft- und freiheitsfeindlichen Orthodoxie über Philosophie und Theologie, die … die Entwicklung einer modernen Wissenschaft und Technik im Bereich des Islam grundlegend blockierte.“

(2) Hamed Abdel Samad, Publizist, verweist auf geschichtsfälschende Informationen auf muslimischer Seite: „Wenn Muslime mit der Geschichte ihres eigenen Zerfalls konfrontiert werden, behaupten sie oft, die christlichen Eroberer seien daran schuld. In den Geschichtsbüchern findet man kaum ein Wort über den Überfall der Mongolen und die totale Zerstörung Bagdads. Dabei haben vor allem sie die Wissenskultur der Araber massiv und nachhaltig zerstört. Die zentralasiatischen Eroberer entfernten im Jahr 1258 alle Bücher aus den Bibliotheken von Bagdad und warfen sie in den Euphrat. Denker und Wissenschaftler wurden hingerichtet, Handwerker nach Zentralasien verschleppt. Doch in den Schulen lernen die jungen Araber mehr über die bösen Kreuzritter und den Kampf um Jerusalem. Das liegt daran, dass die Mongolen später zum Islam übertraten und man ihre Eroberungskriege sozusagen rückwirkend mit einem neuen Etikett versehen konnte. Im Namen des Dschihad und der Ausbreitung des Islam.“

.12. Verhinderung der kulturellen Entwicklung durch die kriegerischen Expansionen In diesem Kontext stellt sich auch die Frage, inwiefern es überhaupt möglich gewesen wäre, dass der Islam als „beste aller Kulturen“ eine von allen Kulturen losgelöste eigenständige Kultur, eine über alle anderen Kulturen erhabene „Superkultur“ hätte entwickeln können. Angesichts der materiellen und geistigen Kräfte, vor allem auch der menschlichen Ressourcen, die bei der außergewöhnlich rasanten kriegerischen Ausbreitung der Religion Mohammeds in Afrika, Asien und Europa jahrhundertelang gebunden waren, war die Entwicklung einer eigenständigen islamischen Kultur als „beste aller Kulturen“ von Anfang an nicht zu erwarten.

13. Verschiedenen Kulturen als Fundament auch der christlichen Kultur

Doch sei an dieser Stelle zugleich erwähnt: Auch die christliche Kultur ruht auf den Fundamenten anderer Kulturen. Papst Benedikt XVI. beschrieb vor dem Deutschen Bundestag im Jahre 2011 das historische Werden der europäischen Kultur mit den Worten:

„Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden.“

Zu diesem aus der Antike kommenden „Dreigestirn“ des europäischen Wurzelgrundes ist Jahrhunderte später die Reformbewegung der Aufklärung (1720-1800) hinzugekommen. Aus diesem Vierer-Kompositum hat sich die heutige europäische Identität entwickelt.

In der Tradition dieses Vierer-Kompositums steht auch die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der UN (1948), die ihrerseits aber im unüberbrückbaren Gegensatz steht zur schariatischen „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ (1990).

14. Die Entwicklung der europäischen Kultur im Widerstand zum Islam

Vom 8. bis zum 17. Jahrhundert hat die Religion Mohammeds gegen Europa und seine Kultur angekämpft. Jahrhundertelang war der europäische Kontinent im Zangengriff des Islams. So gesehen, hat sich die europäische Kultur geradezu im Widerstand gegen die islamische Religion entwickelt.

Jedenfalls ist die Entwicklung der Kultur Europas hin zu ihrer heutigen freiheitlich geprägten Form mit dem Prinzip der rechtlichen Gleichheit der Geschlechter, der Rassen und der Religionen, ebenso mit dem Prinzip der Freiheit der Ideen, der Gedanken-, Meinungs- und Pressefreiheit mitgeprägt worden – auch in Abgrenzung gegenüber den totalitären Bestimmungen und Forderungen des Islams. Die islamisch dominierte Welt des 21. Jahrhunderts in den 57 islamischen OIC-Staaten ist der sprechende Beweis dafür.

Deshalb ist für viele Informierte auch die These zwingend: Der Islam ist definitiv kein Teil unserer europäischen christlich-abendländisch geprägten Kultur. Er gehört so auch nicht zu Deutschland. Jene, die behaupten: „Der Islam gehört zu Deutschland, hat Europa mitgeprägt“, sind aufgefordert, die Frage zu beantworten, welche konkreten Anregungen und Werte, welche geistig-kulturell prägenden Leistungen der Islam für das Werden des freiheitlich-demokratischen Europas in der Vergangenheit eingebracht hat bzw. heute einbringt.

So ist die These: „Der Islam gehört zu Deutschland“, die lediglich von 22 % der befragten Bundesbürger/innen bejaht wurde, nach Auffassung von Kardinal Karl Lehmann

„…ein unbestimmtes Schlagwort: Europa ist bis in viele geistige und gesellschaftliche Eigenheiten hinein tief und nachhaltig geprägt vom Judentum-Christentum. Die simple Gleichung der Zugehörigkeit des Islam ist historisch und im Blick auf die aktuelle geistig-gesellschaftliche Situation unzureichend und sogar falsch.“

Übrigens sind es meist dieselben Leute, die mit großem Nachdruck behaupten: „DER ISLAM gehört zu Deutschland“, doch wenige Augenblicke später in einem anderen Kontext (der Islam-Diskussion) entrüstet dagegenhalten: „DEN ISLAM gibt es nicht“. Die Unlogik, den schnell erkennbaren Widerspruch ihrer Behauptungen erkennen sie offensichtlich immer noch nicht.

15. Die islamische Kulturdefizienz: Eine inhumane, unchristliche Bloßstellung?

Es ist nicht human und keineswegs christlich, Menschen mit ihren Schwächen, Unzulänglichkeiten und Misserfolgen bloßzustellen. Im Blick auf Menschen mag diese Aussage grundsätzlich berechtigt sein. Anders sieht es aus z. B. bei Ideologien, Weltanschauungen und Religionen. Aber auch Menschen, die bei jeder Gelegenheit selbstbewusst hinausposaunen: „Ich bin der Beste, der Größte und der Schönste“ und von sich selbst überwiegend in Superlativen sprechen, sind aufzufordern, den Beweis ihres hybriden Denkens und Redens anzutreten.

Wer darüber hinaus noch – z. B. als Muslim mit dem Koran in der Hand – seine Mitmenschen in ihrem Menschsein herabsetzt, muss unmissverständlich gesagt bekommen:

„Zeig und beweise uns doch, worin deine so großartigen, für andere unerreichbaren Qualitäten liegen. Zeig uns, worin sich deine Religion bzw. deine Kultur als die beste erweist“!

Dies gilt umso mehr, wenn er seine diskriminierende Überheblichkeit auch noch mit massiven Drohungen für Leib und Leben gegen Andersgläubige und Atheisten verbindet und sie z. B. als „Kuffar“, als „Lebensunwürdige“ bezeichnet. Deshalb ist eine Rücksichtnahme auf die weithin vom korankonformen Dominanz- und Überheblichkeitsdenken geprägte Mentalität vieler Araber und Türken bzw. großer Teile der muslimischen Welt schlichtweg falsch. Schon um der (historischen) Wahrheit, aber auch um der Gerechtigkeit willen ist sie in keinster Weise angebracht.

In diesem letzten der insgesamt fünf Artikel, die vom Verfasser dieser Ausführungen zu den Ereignissen bei der Umwandlung der HAGIA SOPHIA von einem Museum in eine Moschee vorgelegt worden sind, wird die Bedeutung der HAGIA SOPHIA als überragendes Zeugnis der christlich-byzantinischen Baukunst aus dem 6. Jahrhundert und als besonderer spiritueller Ort der Orthodoxen Christenheit erneut deutlich, zugleich aber auch der Affront eines muslimischen Herrschers insbesondere gegen die christliche Welt.

Die verschiedenen Vorgänge in Istanbul anlässlich der Umwidmungsfeiern haben der gesamten Welt die islamische Eroberungs- und Unterwerfungsdoktrin in Worten, Gesten und Handlungen unübersehbar vor Augen geführt, wodurch die HAGIA SOPHIA als „Symbol der islamischen Eroberungsideologie“ bezeichnet werden kann.

Doch dieses Bauwerk mit seinem christlichen Ursprung und seiner nahezu 1000-jährigen christlichen Geschichte lenkt zugleich den Blick auch auf die kulturellen Unzulänglichkeiten dieser Religion bis hinein in unsere Gegenwart. So wird die HAGIA SOPHIA als Moschee gleicherweise zu einem Monument, das diese islamischen Unzulänglichkeiten symbolisiert und verkörpert.

Die weltweit anerkannte Würde und die Bedeutsamkeit dieses ehemaligen christlichen Gotteshauses wird jedoch durch die Kennzeichnung „Monument islamischer Kulturdefizienz“ keineswegs gemindert. Präsident Erdogan aber und die jüngsten Vorgänge rund um die HAGIA SOPHIA als Moschee haben der Weltöffentlichkeit nachhaltig-bedrückende, zugleich jedoch auch erhellende Einblicke in den wahren, nämlich in den real existierenden Islam gegeben. Ob diese Einblicke den Menschen insbesondere auch in unserem Land und in den Ländern Westeuropas die Augen geöffnet bzw. noch mehr geöffnet haben??

———-

Hier die Links zu den vorherigen Artikeln des Autors:

* https://www.conservo.blog/2020/08/24/die-hagia-sophia-zum-monument-der-islamischen-eroberungsideologie-entwuerdigt/

* https://www.conservo.blog/2020/08/12/symbolisches-in-der-hagia-sophia-imam-mit-schwert-allahu-akbar-rufe-und-verhuellte-bilder/

* https://www.conservo.blog/2020/09/16/erdogans-herrschaftsdemonstration-instrumentalisiertes-beten-bei-der-umwidmungsfeier-in-der-hagia-sofia/

* https://www.conservo.blog/2020/09/18/symptomatisches-in-der-hagia-sophia-truegerisches-reden/

* https://www.conservo.blog/2020/09/18/symptomatisches-in-der-hagia-sophia-truegerisches-reden/

www.conservo.wordpress.com    12.10.2020
Über conservo 7863 Artikel
Conservo-Redaktion