1 Bildungsplan„Ideologie ist beliebig und blendet“

Von Klaus Hildebrandt

Den folgenden Offenen Brief eines besorgten Familienvaters sowie kompetenten Leserbriefschreibers (s.u.) an den Kultusminister Baden-Württembergs, Andreas Stoch, möchte ich Ihnen und euch exemplarisch zum Mitlesen zukommen lassen; denn er enthält eine Anzahl wichtiger und grundsätzlicher Aussagen, die ich teile.

Ideologie ist beliebig und blendet, wie wir alle aus unserer Geschichte hoffentlich gelernt haben. Und genau darum gibt es neben dem Grundgesetz ja auch die Landesverfassungen. Lasst euch nicht einschüchtern. Umso wichtiger, dass wir in dieser Sache zusammenstehen und uns zum Schutze unserer Kinder der “Demo für Alle” anschließen! Es gibt überhaupt keinen plausiblen Grund, sich seitens der Politik dieser exotischen Sexualthemen und -Praktiken unter dem Deckmantel einer völlig verzerrten und überzogenen Auslegung von “Toleranz” gegenüber den Themen Homosexualität und “sexueller Vielfalt” anzunehmen.

„Sex ist privat“

Sex ist privat und auch intim, und dazu zählt auch die Homosexualität. Sie gehört inkeinen schulischen “Bildungs”-plan und schon gar nicht in systematischer Form. Wie oft Menschen ihre Unterhose wechseln, muss ihnen überlassen sein und fällt bei Kindern bestenfalls in die Zuständigkeit von Mama und Papa. Was die Landesregierung von Baden-Württemberg hier mit aller Gewalt unter die Leute zu bringen versucht, hat auch mit “Kultur” („ Kultusmi-nisterium“) nicht das Geringste zu tun. Wer 192.000 Unterschriften besorgter Bürgerinnen und Bürger ignoriert, als gäbe es sie einfach nicht, vertritt keine Kultur.

„Aber unsere Kinder bekommt Ihr nicht!“

Was hat das noch mit Bürgernähe zu tun, mit der SPD und Grüne bei jeder Gelegenheit öffentlich und lautstark werben und auch für sich beanspruchen? Ich kenne kein besseres Gesellschaftssystem als die Demokratie, und dafür müssen wir Bürger leider etwas tun. Hier geht es um die Verteidigung von essentiellen Grundrechten (Familie, Ehe, Religions- und Meinungsfreiheit).

Unterstützen wir gestandene und mutige Leute wie Birgit Kelle, die sich am 21. März vor mehr als 2.000 friedlichen Demonstranten anlässlich der letzten Demonstration auf dem Stuttgarter Schillerplatz völlig zurecht mit den Worten: “.. aber unsere Kinder bekommt ihr nicht!” an die B.-W. Landesregierung wandte   Die nächste Landtagswahl für Baden-Württemberg findet übrigens schon im Frühjahr 2016 statt.

Offener Brief an Kultusminister Stoch: PROTEST

Thomas M. Adam schrieb besorgt (und erzürnt) an den Baden-Württembergischen Bildungsminister einen Offenen Brief:

Sehr geehrter Hr. Minister Andreas Stoch,

unter Bezugnahme auf die Korrespondenz von Hr. Hildebrandt und Ihnen bzw. Ihrem Mitarbeiter Hr. Hermann möchte ich als kritischer Bürger, Unternehmer, kirchlich Engagierter in diversen Ehrenämtern und Vater von 3 Kindern und 6 Enkelkindern kurz Stellung nehmen.

Auch wenn ich kein Bürger Ihres geschätzten Bundeslandes bin, geht mich die Sache etwas an, weil hier in einer grundsätzlichen Art und Weise und mit Einfluss auf andere Bundesländer Politik gemacht wird, die ich in dieser Form für sehr schädlich halte und ablehnen muss.

Es geht hier nicht um die Beseitigung von Diskriminierung und die Verfestigung von Toleranz. Dieses Ziel ist weitgehend erreicht. Dies werden die meisten, so auch ich, unterstützen. Es geht hier um völlig überzogene ideologieüberfrachtete und einseitige Regelung, wie diese sich in Ihrem Konzept ausdrücken. Die Erziehung der Kinder in weltanschaulichen Fragen ist ein Vorrecht der Eltern was grundgesetzlich verankert ist. Dieses wird defakto durch Ihr Konzept ausgehöhlt und muss klar so benannt und politisch und rechtlich bekämpft werden. Ein besonders empfindlicher Teil hiervon ist die Sexualerziehung, die Sie zudem viel zu früh und in einer nicht akzeptablen, indoktrinären Weise beabsichtigen. Auch Ihr Verlangen nach Akzeptanz aller Praktiken ist zu tiefst undemokratisch und totalitär im Denkansatz, was Sie selbst vermutlich ablehnen. Seit wann verordnet der demokratische Staat was die Bürger alles für „gut“ zu halten haben? Denken Sie an das bedeutende Zitat von Prof. Böckenförde, dass der Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Oder erinnern Sie sich bitte an die beachtlichen Ausführungen von Benedikt XVI vor ihren Kollegen im Bundestag zum Thema Naturrecht, die über alle Parteigrenzen hinweg Zustimmung oder Respekt fanden. Aus diesen Gründen lehne ich das Falsche und Schädliche in Ihren Plänen ab und empfehle den Verantwortlichen die Ausschöpfung aller rechtlichen und demokratischen Möglichkeiten. Hier ist die Landesregierung in sehr unangemessener Weise ins Abseits geraten und muss damit rechnen, dass die Bürger und Wähler dies zur Kenntnis nehmen und spätestens bei der nächsten Wahl berücksichtigen. Rechnen Sie ruhig damit, dass die kritischen Bürger, die Sie sich ja immer wünschen, keine Ruhe mehr geben werden. Das Thema wird Ihnen wie ein „Kaugummi am Schuh“ kleben bleiben und Sie werden politisches Kapital verspielen. Eine entschiedene und befriedende Kurskorrektur Ihres so wichtigen Landes würde die demokratische Glaubwürdigkeit Ihrer Regierung stärken und hätte zweifelsohne Signalcharakter für andere Länder. Also machen Sie aus der Not eine Tugend und hören Sie auf Ihre wohlmeinendsten Bürger.

Abschließend gesagt kann ich nach reiflicher Überlegung nicht wirklich erkennen, warum die bewährte und anerkannte „Keimzelle der Gesellschaft“, die klassische Familie von Vater, Mutter und Kindern nicht als Ideal und Vorbild auch in Zukunft erhalten bleibt sondern relativiert und anderen weniger idealen Lebensformen gleichgestellt werden soll. Kinder haben einen Anspruch auf einen möglichst idealen geschützten Raum, in dem sie aufwachsen und erzogen werden. Es ist wissenschaftlich belegt, das die klassische Familie dies am besten bzw. am ehesten bieten kann. Diesen Schutzraum darf eine abgeirrte, ideologisierte Politik, die aus den umstrittenen Quellen des Gender-Mainstreaming schöpft, ihr nicht streitig machen. Im Gegenteil muss die „Ideal-Familie“ wo immer möglich gefördert werden.

In diesem Sinne appelliere ich an Sie, sich den bewährten Prinzipien wieder zu öffnen und Ihre in dieser Hinsicht schädlichen Regelungen fallen zu lassen.

Meine Familie und ich wünschen Ihrem schönen und wichtigen Bundesland alles Gute, aber vor allem Gottes Segen, Thomas M. Adam

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Von conservo

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