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Von Klaus Hildebrandt *)

Den kritischen Worten der Vorsitzenden des Europäischen Ethikrats, Frau Susanne Woopen, sowie der Bundesvorsitzenden der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, kann ich nur zustimmen. Bei solchen tiefgreifenden Themen muss eine intensive gesellschaftliche Diskussion erfolgen, denn die Reichweite solcher Maßnahmen ist vielen Bürgern nicht bewusst. Ohnehin muss alles was aus Brüssel kommt, mit großer Skepsis betrachtet werden. Ich möchte nicht, dass hier wieder gegen den Willen des Volkes ein Gesetz schon nach 30 Min. Diskussion im Deutschen Bundestag (s. Beispiel Homo-Ehe) verabschiedet wird, nur weil gewisse Lobbys sich für etwas stark machen und möglicherweise wieder wie wild mit der Diskriminierungskeule um sich schlagen. Deutschland ist für seinen Hang zur Sauberkeit mithilfe medizinischer Technik bekannt!

Hier geht um die Menschheit, und nicht um angebliche Menschlichkeit.

Der ALFA-Beitrag enthält auch einen Hinweis auf den diesjährigen Berliner Marsch für das Leben am 16.09.2017. Bitte nehmen Sie zahlreich daran teil. Unsere Gesellschaft braucht dringend wieder ein besseres Verständnis für das Leben. Zum Schutz dessen müssen manchmal auch Grenzen gesetztwerden. Zurzeit werden die natürlichen Grundlagen unserer Gesellschaft durch die Politik gezielt abgebaut. Dazu zählt auch die Zerschlagung der Familie, an der sich inzwischen alle Parteien, – auch die CDU -, beteiligen. Abhilfe dagegen kann nur das Volk selbst bringen, indem es sich zu Wort meldet. Kritische Stimmen werden dabei regierungsseitig gerne wegzensiert.

CRISPR/Cas9: Forscher verändern Erbgut

Berlin (ALfA) In Deutschland ist eine bioethische Debatte um den Einsatz des sogenannten Genome-Editings beim Menschen mit Hilfe der CRISPR/Cas9-Technologie entbrannt. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“.  Am Mittwoch hatte ein Team von Wissenschaftlern um den Klonforscher Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health and Science University in Portland im Fachmagazin „Nature“ berichtet, es habe das Erbgut im Labor erzeugter menschlicher Embryonen erstmals erfolgreich mit Hilfe der CRISPR/Cas9–Technologie verändert und in 42 von 58 Embryonen erfolgreich ein mutiertes Gen korrigiert, das eine hyperthrophe Kardiomypathie auslösen kann, die zu einem plötzlichen Herzstillstand führen kann.

Nachdem bereits chinesische Forscher zweimal die CRISPR/Cas9-Technologie an menschlichen Embryonen getestet hatten, brachte das Team von Forschern aus den USA, Südkorea und China, die neuartigen molekularen Genscheren erstmals in die noch unbefruchtenen Eizellen ein. Anschließend befruchteten sie diese mit Samenzellen, deren Träger das mutierte Gen besaßen, das korrigiert werden sollte. Nach der genetischen Korrektur wurden die Embryonen noch bis zum fünften Tag am Leben gelassen. In den USA ist es verboten, genetisch manipulierte Embryonen in die Gebärmutter einer Frau zu transferieren.

Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrats (EGE), die Kölner Medizinethikerin Christiane Woopen, sprach von einem „eindrucksvollen Beispiel für gesellschaftsvergessene Forschung und die Isolation eines Forschungssystems von der Gesellschaft, in die es eigentlich eingebettet ist“. Die langjährige frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats fordert eine intensive gesellschaftliche Diskussion, bevor durch einzelne Wissenschaftler Tatsachen geschaffen werden.

Während der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, der protestantische Theologe Peter Dabrock von „unseriösen Heilungsversprechungen“ sprach und kritisierte, dass Wissenschaftler anscheinend „keine Grenzen mehr kennen“, erklärte die Göttinger Medizinethikerin Claudia Wiesemann, Stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, das Bundesregierung und Parlament in bioethischen Fragen berät, die Studie zeige, dass das Verfahren beim Menschen grundsätzlich einsetzbar sei. Die Frage, ob die Technik wünschenswert ist, könne nicht pauschal beantworten werde, sondern hänge vom Einzelfall ab. Grundsätzlich verwerflich finde sie die Forschung nicht. „Wer das Verfahren mit dem Argument möglicher Folgen kritisiert, muss zumindest begrüßen, dass man diese Folgen untersucht“, so Wiesemann. Verbote auf Vermutungen zu stützen, sei unseriös.

Der katholische Moraltheologe Franz-Josef Bormann, ebenfalls Mitglied des Deutschen Ethikrates, sagte dem Kölner domradio, das Ziel der Versuche sei „moralisch nicht zu beanstanden“. Es sei legitim, Menschen zu helfen, die an einem genetischen Defekt litten. Problematisch sei jedoch, „dass man eine Technik, über deren Nebenwirkungen man noch gar nicht ausreichend Bescheid weiß, jetzt schon in einem so sensiblen Feld wie der menschlichen Embryonenforschung zum Einsatz bringt“. Eine solche Technik könnte erst einmal in Tierexperimenten zu einer größeren Reife entwickelt werden, bevor sie im Humanbereich angewandt werde. Zudem habe das US-Forscherteam bestimmte Embryonen gezielt hergestellt, um sie nach dem Experiment wieder zu vernichten. Nach deutschem Recht sei eine solche „verbrauchende Embryonenforschung“ verboten.

Die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, wertete die Forschungsergebnisse als „gefährlichen Auftakt für unbegrenzte Manipulationen am menschlichen Genom“. „Auch wenn die Hauptargumentation – wie auch in diesem Falle – immer eine angestrebte Verhinderung oder Beseitigung von bestimmten Erbkrankheiten ist, geht es doch im Kern bei dieser Gentechnik um die Schaffung eines neuen Menschen, um Designerbabys, die ganz bestimmte Merkmale tragen oder nicht haben sollen.“ Ziel sei offensichtlich eine industriell anmutende, qualitätsgeprüfte, familienunabhängige „Reproduktion des Menschen durch den Menschen“, wie dies schon Karl Marx als Vision in seinen „Frühschriften“ ausgedrückt habe.

Eingriffe in die Keimbahn: Wissenschaftsorganisationen mahnen zur Vorsicht

Maryland/Bethesda (ALfA) Eine internationale Gruppe von elf Fachgesellschaften aus dem Bereich der Genetik hat sich in einem im „American Journal of Human Genetics“ veröffentlichten Positionspapier gegen den vorzeitigen Einsatz des Genom-Editings in der Reproduktionsmedizin ausgesprochen. Die Wissenschaftsorganisationen fordern aber eine verstärkte und mit öffentlichen Mitteln geförderte Grundlagenforschung in diesem Bereich. Das berichtet das Online-Portal des Deutschen Ärzteblatts.

Einen gentechnisch veränderten Embryo in die Gebärmutter einer Frau zu transferieren und somit eine Schwangerschaft herbeizuführen, sei „derzeit unangemessen“, schreiben die Organisationen in der Fachzeitschrift „The American Journal of Human Genetics“. Es gebe jedoch keinen Grund, eine Genveränderung im Reagenzglas „mit angemessener Aufsicht und Zustimmung“ zu verbieten. „Während die Grundlagenforschung zur Bearbeitung von Genen in den kommenden Jahren voranschreiten wird, fordern wir alle Beteiligten dazu auf, diese wichtigen ethischen und sozialen Diskussionen zusammen zu führen“, schreiben die Wissenschaftler um Kelly Ormond von der Stanford University.

Die Erklärung wurde unter anderem von der American Society of Human Genetics, der Canadian Association of Genetic Counsellors und der International Genetic Epidemiology Society unterzeichnet. Auch länderübergreifende asiatische Verbände sowie solche aus Großbritannien und Südafrika schlossen sich an.

Wie die Forscher schreiben, sei das Positionspapier zwischen August 2015 und Januar 2017 entwickelt worden.

Chile: Neues Abtreibungsrecht nun doch durch’s Parlament

Santiago de Chile (ALfA). Abtreibungen sind in Chile unter bestimmten Bedingungen nun doch straffrei. Ab sofort gelten vorgeburtliche Kindstötungen als legal, wenn sie das Leben der Mutter gefährden, beim Kind ein schwerwiegender Gendefekt vorliegt, der dessen Überleben nach der Geburt unwahrscheinlich macht oder wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung verursacht wurde.

Nachdem Mitte der Woche zuerst das Repräsentantenhaus dem Gesetzentwurf zustimmte, votierte anschließend auch der Senat für das neue Gesetz. 22 Senatoren stimmten für das Gesetz, 13 dagegen.

Wie „Radio Vatikan“ berichtet, traf die Entscheidung des Parlaments auf heftige Kritik der chilenischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe Chiles bezeichneten das Gesetz als eine „ungerechte Diskriminierung wehrloser menschlicher Wesen, deren Leben der Staat garantieren und schützen sollte“. Außerdem sehen sie in der Teil-Legalisierung der Abtreibung keine „humanitäre Antwort auf die großen Dramen, die Frauen in Extremsituationen erleben“.

Vor zwei Wochen war die von Chiles sozialistischer Präsidentin Michelle Bachelet im Wahlkampf versprochene Novellierung der Abtreibungsgesetzgebung noch an einer fehlenden Stimme im Repräsentantenhaus gescheitert.

Die konservative Opposition hat nun das Verfassungsgericht des Landes angerufen, das das Gesetz begutachten soll. Chile war jahrzehntelang eines der wenigen Ländern, in denen vorgeburtliche Kindstötungen unter allen Umständen verboten war.

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In eigener Sache

Freitag, 15. September 2017, Berlin BVL-Fachtagung „Fachgespräch Bioethik und Menschenwürde“ Beginn: 14:00 Uhr Ende: 17:00 anschl. Gemeinsames Abendessen für Interessierte ———————–

Samstag, 16. September 2017, Berlin Marsch für das Leben Beginn: 13:00 Uhr, vor dem Reichstag

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*) Klaus Hildebrandt ist bekennender, streitbarer Katholik und seit langer Zeit Autor bei conservo

www.conservo.wordpress.com   7.8.2017

Von conservo

Conservo-Redaktion