Kriegerische Nationen 1 – Deutschland und andere europäische Nationen

(www.conservo.wordpress.com)

von altmod *)

Welches war/ist das aggressivste und kriegerischste Volk auf unserem Globus zu allen Zeiten?
Natürlich die Deutschen!
So ist es uns in die Köpfe eingepflanzt worden, mit Handhabungen, wie im vorausgehenden Artikel
https://www.conservo.blog/2020/08/04/what-to-do-with-germany ausgeführt.

Da wir 1945 „befreit“ und besiegt wurden, ist eine andere Sicht der Geschichte, als die im Sinne der Sieger kolportierte, nicht zugelassen. Durch die „Re-education“ von außen durch die USA und die Wirkung der „Frankfurter Schule“ von innen heraus, ist es fast gelungen, den Deutschen die Gewissheit eines angeblich kranken und ausgesprochen kriegerischen Volkscharakters einzuimpfen.Es wurde erfolgreich die Legende geschaffen, dass es sich bei Deutschland und den Deutschen um den kriegswütigsten und eroberungssüchtigsten Staat und Volk Europas handle.

Treten deutsche Historiker öffentlich gegen dieses Verdikt auf, gehen sie Gefahr, des „Revisionismus“ bezichtigt zu werden, wenn inzwischen nicht gar strafrechtlich der Vorwurf der „Volksverhetzung“ droht.

Ich bin kein Historiker, aber jemand mit guter Bildung und gesundem Menschenverstand, der eins und eins zusammenrechnen kann und der „Geschichte“ durchaus auch deuten kann – mit Fakten statt Meinungen!

Lassen wir die nackten Tatsachen sprechen, so sind die USA die aggressivste und kriegerischste Nation der Geschichte seit deren Gründung am 4. Juli 1776 (dazu Genaueres in Teil 2).

Doch bleiben wir zunächst bei den Deutschen und betrachten auch andere Europäer:

Ausgerechnet ein Amerikaner, der Politikwissenschaftler Quincy Wright, unter anderem Berater des Nürnberger Chefanklägers Robert H. Jackson, hat in seinem Werk „A Study of War” alle Kriege der elf wichtigsten europäischen Mächte zwischen 1450 und 1900 untersucht und kam für seine Beratungs-Klienten zu erstaunlichen Ergebnissen. Demnach befanden sich folgende Nationen durchschnittlich im Kriegszustand:

1. Spanien: in 33 – von 50 Jahren.
2. Türkei: 30,5
3. Russland: 30
4. Österreich: 27,5
5. Großbritannien: 25
6. Polen: 24,5
7. Frankreich: 23,5
8. Niederlande: 22
9. Schweden: 17,5
10. Preußen/ Deutsches Reich: 17
11. Dänemark: 11,5

Deutschland/Preußen liegt mit der Beteiligung an durchschnittlichen 23% aller – auch weltweiten – Schlachten, in dem untersuchten Zeitraum weit hinter Frankreich mit 43%.

Der russisch-amerikanische Soziologe Pitirim Sorokin rechnete den Anteil der Jahre aus, in welchen die großen europäischen Mächte seit dem elften Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts sich im Kriegszustand befanden:

Spanien 68%,
Polen 58%,
England 56%,
Frankreich 50%,
einsames Schlusslicht ist Deutschland mit all seinen Unter-oder Teilstaaten mit 28%.

Am Vorabend des Ersten Weltkrieges etwa standen fast genausoviele Franzosen unter Waffen wie Deutsche – bei nur etwa halber Bevölkerungsgröße. Anteilig an der Gesamtbevölkerung hatte Frankreich doppelt so stark aufgerüstet als Deutschland.

Deutschland war seit seiner Staatsgründung 1871 bis zu den beiden Weltkriegen lediglich beim Herero-Aufstand und bei der Beteiligung am internationalen Krieg gegen die Boxer in China in kriegerische Handlungen verwickelt.

Da liest sich die Bilanz der Briten ganz anders.

Kriegsbilanz Großbritanniens seit 1871:

1878-1890 Krieg in Afghanistan
1879 Krieg gegen die Zulu
1880-1881 Krieg gegen die Buren
1882 Krieg gegen die Urabi und Besetzung Ägyptens
1881-1899 Krieg im Sudan gegen die Mahdi
1885-1886 Krieg in Birma
1896 Krieg in Sansibar
1899-1902 Zweiter Burenkrieg
1899-1920 Krieg gegen die Derwische in Somalia
1903-1904 Krieg in Tibet
1914-1918 1. Weltkrieg
1919 Afghanischer Unabhängigkeitskrieg
1919-1921 Irischer Unabhängigkeitskrieg
1939-1945 2. Weltkrieg
1944-1947 Interventionen im griechischen Bürgerkrieg
1945-1948 Palästina
1945-1946 Südostasien
1948-1960 Malaya
1950-1953 Korea
1951-1952 Anglo-ägyptischer Krieg
1952-1956 Mau-Mau-Aufstand in Kenia
1955-1959 Zypern Krieg
1956 Suez / Sinai-Krieg
1957-1959 Intervention in Maskat und Oman
1958 Intervention in Jordanien
1960-1966 Indonesien
1964 Uganda
1964-1967 Aden Conflict
1969-1998 Nordirland
1982 Falklandkrieg
1991 1. Golfkrieg
1992 ff. Jugoslawien, Krieg und „Friedensmissionen“
2001 ff. Afghanistan
2003 ff. 2. Golfkrieg und Besetzung des Irak
2011 Bombardierung Libyens

Die heimliche Nationalhymne „Britannia rules the waves“ könnte in „Britannia rules the guns“ umbenannt werden. Oder?

*******************

Teil 2 behandelt die USA

13 Kommentare

  1. vor allem die perfide Haltung, sich 30 Jahre auf den kommenden Krieg vorzubereiten und die anderen in Sicherheit zu wiegen – zumal Deutschland von potentiellen Kriegsgegnern umzingelt war und jederzeit hätte können – anstatt der kriegerischen Gewohnheit ihren Lauf zu lassen, wie es der zivilisierten Weltgemeinschaft richtig ansteht !

  2. Die Einstufung aufgrund solcher Statistiken ist nicht unbedingt sehr aussagekräftig. Schon die Voraussetzung, Wehrhaftiigkeit sei schlecht oder stifte in der Welt Unfrieden, ist falsch. Noch abwegiger wird die Diskussion, wenn man sie nutzt, um Unruhestifter besser aussehen zu lassen. Das besondere an Deutschland ist vielleicht die militaristische Tradition Preußens, aus der immer wieder eine Bereitschaft zu besonders aggressiv-eigennützigen Kriegen hervorging. Es fing an mit der kaltschnäuzigen Annexion von Habsburger Provinzen, die den 7jährigen Krieg veranlasste und wohl machtpolitisch notwendig war, um Friedrich und seinen Nachkommen eine Zukunft zu sichern. Es kulminierte in dem Überfall auf die Sowjetunion, der einem ebenso rein machtpolitschen aber noch wilderen Kalkül von Ausrottung und Lebensraum diente.

    1. Preußen sei eine Armee mit einem Territorium, sagte ein französischer Zeitgenosse von Friedrich dem Großen. Auch das drückt die besondere Qualität des preußisch-deutschen Verhältnisses zum Krieg aus.

    2. Starikow „Wer hat Hitler gezwungen, Stalin zu überfallen“ lesen, und die Rolle der
      Briten und Franzosen seinerzeit besser durchschauen.

    3. floydmasika,
      Du meinst, die Motivation der Deutschen für den Feldzug gegen die SU sei „ein Kalkül von Ausrottung und Lebensraum gewesen“. Deine historische Hypothese ist Kriegspropaganda der Alliierten und sie ist völlig veraltet. Heute werden Dir nicht einmal mehr die beamteten Historiker zustimmen.
      Die gigantische Offensivplanung, -rüstung und -strategie der SU wird zuletzt detailreich und bis ins Einzelne plausibel dargelegt von KNIPPERS, „Deutschland im Visier Stalins“, Druffel, 2015.
      Die offensive Kriegsplanung begann 1925 mit dem Beginn der Aufstellung der größten Fallschirmtruppe. Bis 1941 erreichte diese Offensivwaffe eine Größe, die die entsprechenden Truppen Aller Staaten der Erde zusammengenommen übertrafen.
      Das gleiche konntest Du schon in sehr vielen hsiorischen Werken lesen, ich habe sie alle zu Hause, Du kannst sie entlehnen.
      .
      Du bist doch sonst ein kritischer Geist.
      Hast Du Dich noch nie gefragt, wie es kommen konnte, daß der deutsche Zwerg den Koloß SU angegriffen hat?
      Wenn ein Zehnjähriger sich gegen 3 oder 4 Halbstarke zur Wehr setzt, und dann noch einen weiteren durch einen Angriff in den Kampf zieht, und die Halbstarken sagen später: „Der Kleine hat aber angefangen!“, würdest Du da nicht skeptisch werden?

      1. Wundern kann man sich auch darüber (oder auch nicht): Die Russen haben großeTeile
        ihrer Archive geöffnet, die West-Allierten sichern ihre nach wie vor wie das Gold in Fort
        Knox. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

        1. Beide Russland sowie auch der Vatikan öffnen ihre Archive nur solange diese die offizielle Geschichtsschreibung, das heisst die angebliche Schuld der Deutschen unterstützen. Dasselbe gilt für alle anderen Feindnationen auch. Ich denke, die Archive in London, Warschau, Paris, Brüssel, Amsterdam, Moskau, Oslo, Kopenhagen, dem Vatikan usw. sind in der Zwischenzeit gründlichst gesäubert worden. Die politische Wahrheit DARF nicht ans Tageslicht geraten weil die grauenhafte, unbeschreibliche Schuld der Alliierten so eindeutig, so massiv ist. Der 2-te Weltkrieg wurde schon seit 1919 geplant, alle Leute welche sich dagegenstämmten, so wie der Engliche König z.B. wurden auf diverse Wege allen Einflussés enthoben. .

        2. „große Teile ihrer Archive geöffnet“.
          Wie kann man nur so naiv sein.
          Keine Nation würde sich selbst demontieren – außer Deutschland, aber das ist ja auch fremdbesetzt.
          In Deutschland läuft es umgekehrt : Entlastendes steht auf dem Index und zur „Wahrheit“ gesellt sich dann auch noch erfundenes.
          Vor einiger Zeit gab’s irgendwo in einem Alternativkanal einen kleinen Bericht darüber, wie russische Kolchosen Bergeweise altes Geschichtsmaterial vernichteten.
          Was weg ist ist weg und kann auch nicht mehr zeugen.
          Zeitzeugen sterben aus und Papier wird verbrannt – pragmatisch nennt sich das.
          Geschichte wird gemacht und vernichtet, ganz nach „Gutsherrenart“.

    4. Ach ja, der Überfall auf die friedliebende, super-menschñiche Soviet Union von den kriegslüsternen Preussen verursacht. Hör zu, wenn du tatsächlich diesen Schrott selber glaubst, dann schuldest du dir selber ¨Der 2-te Weltkrieg¨ von Major Sir Basil Lidell Hart zu lesen – oder wie wär´s mit der Aussage des University of Oxford´s Professor´s A.J.P. Taylor´s – Hitler´s Expansion des Krieges 1941 war ein reiner Verteidigungsfeldzug.

      1. Und wenn ihm der Himmel auf den Kopf fallen würde, solche lesen sowas nicht.
        In deren Augen ist das Feindpropaganda.

    5. „Das besondere an Deutschland ist vielleicht die militaristische Tradition Preußens, aus der immer wieder eine Bereitschaft zu besonders aggressiv-eigennützigen Kriegen hervorging.“

      Was ist mit der „militaristischen Tradition“ Frankreichs, das nicht erst mit Ludwig XIV. und Napoleon mit „aggressiv-eigennützigen Kriegen“ seine Nachbarn und auch ferne Länder überzog, ab 1866 nach „Rache für Sadowa“ rief und 1914 doppelt so viele Soldaten unter Waffen hatte als Deutschland? Hat das vielleicht nichts mit Militarismus zu tun? Russland, das stetig nach Osten expandierte, sich das Baltikum einverleibte und zahllose Völker unterjochte? Schweden, das vor, während und nach dem 30-jährigen Krieg Pommern und Mecklenburg mit Krieg überzog. Usw. usw.
      Dass es deutschen oder preußischen Militarismus gab, wird nicht in Abrede gestellt. Aber, Militarismus und insbesondere kriegerische Aggressivität ist im Vergleich mit anderen Nationen keine „Besonderheit“ Deutschlands oder Preußens.

      1. Wir Deutschen sind das einzige Volk auf Erden welches anti-Kriegs Künstler von Weltrang haben wie z.B. Otto Dix oder Erich Maria Remarque der EINIGE anti-Kriegsbücher der obersten Stufe schrieb —- und wie wär´s mit ¨Der gute Soldat Schweik¨? —- und ist es nicht interessant, dass ein Künstler wie Dix heute praktisch unbekannt ist während ein absolut grotesker Betrüger wie z.B. Baselitz geehrt werden?

Kommentare sind geschlossen.