Die CDU, die Grünen und die Kündigung eines langjährigen CDU-Mitglieds

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmescdu

Und jetzt auch noch die Grünen…                                                                                     Während im Radio Meldungen und Kommentare zur grün-schwarzen Annäherung laufen, lese ich das Kündigungsschreiben eines langjährigen Mitgliedes an seine (ehemalige) Partei.

Der Vorgang kann nicht überraschen. Nachdem Frau Merkel schon große und grundlegende Positionen der CDU geräumt hat, kommt jetzt auch noch das auf die Union zu: Schwarz nähert sich Grün an – und nicht etwa umgekehrt. Und Schäubles Schwiegersohn Thomas Strobl faselt im SWR etwas von staatsmännischer Haltung und Verantwortungsbewußtsein für unser Land usw. Ersparen Sie mir die Aufreihung weiterer Sprechblasen, die wenige Minuten später auch dem Munde des (bisherigen) stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Peter Hauk, entfleuchteten.

Das brave Parteimitglied staunt und seufzt. Wie postengeil, wie Ministeramt-besessen muß man sein, nun auch noch einen solchen Sprung hinzunehmen! Wir reden hier nicht über die SPD oder die FDP, sondern über eine Partei, deren programmatische (und praktizierte!) Grundlagen völlig unvereinbar mit den Unions-Grundsatzpositionen sind.

Noch vor wenigen Jahren wäre allein die Möglichkeit einer Koalition zwischen Christdemokraten und Grünen kaum denkbar gewesen – sieht man einmal vom unseligen Wirken der Pizza-Connection ab, über die wir damals gelacht haben. Das Lachen bleibt uns heute im Halse stecken. Die Pizza scheint der neuen CDU zu schmecken. Und der „brave Landesvater“ Kretschmann geht sonntags nebst Familie in die Kirche, ist aktiver Katholik und füllt somit auch diese Lücke der CDU. Das hat sich die CDU, allen voran ihre Bundesvorsitzende, selbst zuzuschreiben.

Von A – Z gesellschaftsverändernd                                                                               Nachdem die Grünen sich in Windeseile in den 1980er Jahre ihrer konservativen Basis entledigt hatten, eroberte der Geist der APO, also auch der „Frankfurter Schule“, die Politik der grünen Gesellschaftsveränderer. Das reicht von A bis Z – von Antichristlich bis Zentralistisch (vor allem in Europa) oder auch von Antideutsch bis Verneinung der Zweigeschlechtlichkeit. „Nation“ wird eher zum Schimpfwort und „nationale Identität“ klingt sehr nach Faschismus. „Kulturelle Identität“ heißt hinfort „Willkommenskultur“, der alles Deutsche geopfert wird. Die Grünen haben uns zu „Schämlingen“ gemacht. Aus Scham („Nie wieder Auschwitz!“) machen wir Politik – und zahlen für alle Welt, weil wir ständig „was gutzumachen haben“. Das ist grüner Standard!

Rufen wir uns doch ´mal einige Grundhaltungen der Grünen erneut ins Bewußtsein:

Da fallen mir spontan „reizende“ Stichworte ein, zu denen ich schon oft und viel geschrieben habe. Allein sieben rd. 100-Seiten-Broschüren mit größtenteils Mehrfachauflagen in 6-stelliger Stückzahl, 1 Buch (über Fischer und die Alt-´68er) und unzählige Artikel auch auf diesem Forum.

Der „Neue Mensch“, die „Neue Gesellschaft“                                                                   Der Kernvorwurf lautet: Die Grünen wollen eine andere Gesellschaft, in deren Mittelpunkt der „Neue Mensch“ steht. Die Gender-Ideologie hat diese Partei vollkommen verinnerlicht. Gottes Schöpfung wird auf den Kopf gestellt, was allein schon dadurch, aber besonders signifikant, sichtbar wird, daß die Grünen nicht mehr von den Ur-Geschlechtern „Mann“ und „Frau“ ausgehen, sondern von (bis heute) mindestens 60 Geschlechtern, für die die Gesellschaft natürlich gleiche Grundlagen schaffen muß – inklusive Aufhebung des Inzestverbotes. Jeder „darf“ mit Jeder oder Jedem, auch bald mit Kindern. Die Pädophilenneigung etlicher grüner Genossen ist uns noch in Erinnerung, und ein Kernstück Pädophilie steckt immer noch in dieser Partei. Der neue Geschlechterbegriff trägt den Namen „LSBTTIQ“ – so irre wie dieses Kürzel ist auch die Ideologie, die dahintersteckt.

Damit einher geht die Zerstörung der Institution „Familie“. An deren Stelle tritt der fürsorgliche Staat in nahezu allen Bereichen des Lebens – von der „sexuellen Früherziehung“ über die Bejahung der Promiskuität bis zur „Sterbehilfe“, vornehm „Sterben in Würde“ genannt. Und für ungewollte Schwangerschaften hält man das Instrument der Abtreibung – staatlich finanziert natürlich – bereit, eine Lizenz zum Töten (ungeborenen Lebens). Klar auch, damit hat die alte Mann/Frau/Kind-Familie ausgedient. Es soll heiraten können, wer mit wem auch immer möchte.

Um das alles zu verdauen, braucht man schon ein paar Drogen. Logisch, daß die Grünen sie weitgehend freigeben, uns andererseits aber nur zu gerne vorschreiben wollen, was wir zu essen und zu trinken haben; der „Veggieday“ läßt grüßen.

Widerspruch zum christlichen Menschenbild                                                                 Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie die CDU auf Dauer mit diesen Widersprüchen zum eigenen Programm, zur eigenen Tradition und vor allem zum eigenen christlichen Menschenbild zurechtkommen will. Sie wird es nicht können – aber tun, des puren Machtstrebens bzw. Machterhalts willen.

Man muß kein Prophet sein, der CDU einen weiteren Mitgliederaderlaß vorherzusagen. Gestern erreichte mich ein Kündigungsbrief, der ungewöhnlich ist und den ich deshalb meinen Lesern nicht vorenthalten will. „K. D. H.“ – der volle Name ist mir bekannt – schreibt:

Liebe CDU, wir müssen reden. Über uns. Über unsere Beziehung.                    Ich hätte Dir diesen Brief vielleicht schon vor langer Zeit schreiben sollen, aber es ist nicht immer einfach; denn wir waren lange eng miteinander verbunden. Ich habe versucht, Dich und Deine Politik so gut wie möglich zu unterstützen – als RCDS-Vorsitzender an der Uni, in der Jungen Union, der Adenauer-Stiftung oder als Mitglied des Rings Christlich-Demokratischer Akademiker (RCDA).

„Jeglichen Sinn für Realität verloren“                                                                             Aber ich halte diese Heuchelei nicht länger aus. Du hast in den letzten Monaten jeglichen Sinn für Realität verloren. Deine Vorsitzende hält sich für Mutter Theresa und bewirkt das genaue Gegenteil. Mit ihrem trotzigen Festhalten an „Wir schaffen das!“ und „keine Obergrenze“ macht sie Millionen Menschen unberechtigte Hoffnung auf eine bessere Zukunft, und sie ermuntert sie, eine lebensgefährliche Reise anzutreten, obwohl sie aus sicheren Herkunftsstaaten kommen. Viele kommen nicht ans Ziel, aber das ist Dir offenbar egal. Die Große Vorsitzende redet permanent von einer „europäischen Lösung“ und merkt gar nicht, dass diese europäische Lösung längst gefunden ist – nur ohne Deutschland (sie heißt übrigens Schließung der Binnengrenzen).

„Nur scheinbare Vertretung der Konservativen“                                                   Aber nein, es geht nicht nur immer um das Eine. Die Wahrheit ist: Du hast mich nie geliebt. Du hast uns nie geliebt. Nach außen hin hast Du Dich als die Vertretung der Konservativen in diesem Land ausgegeben, aber Du mochtest uns nie, und wenn es um unsere Interessen ging (Familie, Glaube, Souveränität, Tradition u.v.m.), hast Du allenfalls Deine kleine Schwester CSU vorgeschoben, die uns zwar verstanden hat, aber praktisch nichts ausrichten konnte. Und so hast Du von uns verlangt, dass wir alles aufgeben, was uns ausmacht – allem voran unsere kulturelle Identität.

„Eine neue Volkspartei“                                                                                                        Eine schlechte Kanzlerin wäre für einen gewissen Zeitraum auszuhalten gewesen. Nicht auszuhalten ist, dass keiner Deiner Protagonisten die Traute hat, der Großen Vorsitzenden zu widersprechen. Nein, nicht das Geläster hinter ihrem Rücken, sondern ein offener und ehrlicher Widerspruch. Aber statt die Kaiserin mitsamt ihren imaginären Kleidern vor die Tür zu setzen, schaust Du zu, wie rechts der Union einen neue Volkspartei entsteht.

Ich könnte Dir eine Trennung auf Probe vorschlagen, aber das würde Dir nur unbegründete Hoffnungen machen. Ob die AfD wirklich die neue konservative Partei wird, kann heute noch niemand sagen. Sicher aber ist: Ich komme nicht zu Dir zurück. Ich wünsche Dir trotzdem alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg! Und ich hoffe, Du grüßt mich noch, wenn wir uns auf der Straße begegnen.                                                    Dein kdh

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  1. März 2016
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